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Zwei Geschwister aus Jilin verlieren die Mutter durch die Verfolgung und werden selbst verfolgt

Sie waren in Angst aufgewachsen, Angst, weil ihre Mutter verfolgt wurde. Wegen ihres Glaubens an Falun Dafa [1] war Zhu Yan ständig auf der Flucht. Am 15. August 2020 erlitten die Kinder einen weiteren schweren Schlag: Ihre Mutter Zhu Yan verstarb mit 57 Jahren.

Zhu Yan, verstorben am 15.08.2020 nach langjähriger Verfolgung

Zhu Yan wohnte in der Stadt Jilin in der gleichnamigen Provinz. Im August 1998 begann sie, Falun Dafa zu praktizieren. Weil sie ihren Glauben bewahrte, wurde sie wiederholt verhaftet und gefoltert. Sie musste zwei Aufenthalte im Zwangsarbeitslager über sich ergehen lassen. Damit die Polizei sie nicht weiter verfolgen konnte, tauchte sie unter und blieb ihrer Wohnung fern. Die psychischen und physischen Belastungen verschlimmerten Zhus Zustand und führten schließlich zum Tod.

Dabei ist Zhu nicht das einzige Opfer in ihrer Familie, das unter der Verfolgung von Falun Dafa gelitten hat. Nachdem ihr Mann dem Druck nicht mehr standhalten konnte, ließ er sich 2003 scheiden. Ihr Sohn im Teenageralter und ihre Tochter lebten während Zhus Haft allein und mussten sich irgendwie durchschlagen. Weil sie Zhus Freilassung forderten, wurden die beiden Kinder einmal von Polizisten verprügelt und dabei schwer verletzt. Zhus Sohn wurde mehrmals festgenommen, gefoltert und erlitt drei Nervenzusammenbrüche.

Zhu Yan (ganz rechts) und ihre Familie vor der Verfolgung

Es folgt die Geschichte von Frau Zhu und ihren Kindern.

In Peking verhaftet wegen eines Appells für Falun Dafa

Zwei Monate, nachdem das kommunistische Regime die Verfolgung von Falun-Dafa-Praktizierenden befohlen hatte, reiste Zhu im September 1999 nach Peking. Sie wollte für ihr Recht auf ihren Glauben an Falun Dafa appellieren. Die Polizei nahm Zhu fest und brachte sie ins das Gefängnis Miyun. Die Beamten schlugen sie. Regungslos musste sie stundenlang stehen oder in der Hocke verbringen. Mehrere Polizisten traten ihr gegen die Hüfte und stellten sich auf Zhus Beine, während sie auf dem Boden sitzen musste.

Als Zhu wieder in Jilin ankam, sperrte man sie über einen Monat lang in der Haftanstalt Kouqian ein. Sie verlor ihre Arbeit und sollte eine Geldstrafe von 500 Yuan (60 Euro) bezahlen. Gleichzeitig setzte die Polizei Zhu auf die „schwarze Liste“. Ständig wurde sie schikaniert.

Aufenthalte im Zwangsarbeitslager und Scheidung von ihrem Mann

2003 wurde Zhu erneut verhaftet, weil sie mit Menschen über Falun Dafa gesprochen hatte. Sie wurde in der Haftanstalt Nr. 3 in Jilin festgehalten. Später verhängten die Behörden zwei Jahre Zwangsarbeit gegen sie. Aufgrund ihrer schlechten körperlichen Verfassung weigerte sich das Zwangsarbeitslager zunächst, Zhu aufzunehmen.

Nach ihrer Freilassung ließ sich Zhus Mann scheiden. Er befürchtete, durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) in die Verfolgung verwickelt zu werden. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Sohn Cao Yang 16 Jahre alt, die Tochter Cao Yue 14.

Als Zhu im November 2005 die Straße entlangging, wurde sie erneut verhaftet. Die Polizisten informierten ihre Familie nicht über die Festnahme. Die beiden Kinder suchten ihre Mutter überall. Einen Monate später wurde Zhu zu eineinhalb Jahren verurteilt und in ein Zwangsarbeitslager überführt. Dort wurde sie einer intensiven Gehirnwäsche ausgesetzt und gefoltert. Der tägliche Druck, dem sie ausgesetzt war, war immens.

Vor den Olympischen Spielen 2008 legten die Behörden eine Quote für die Verhaftung lokaler Praktizierender fest. Am 24. April 2008 bedrängten Polizisten Zhu und bedrohten sie, sie dürfe die Wohnung nicht verlassen. Am 12. Mai 2008 kam eine Gruppe Beamter vorbei und nahm Zhu mit auf die Polizeiwache. Sie gaben vor, dass Zhu nur einige Fragen zu einem auf Minghui.org veröffentlichen Artikel beantworten müsse. Zhu landete jedoch im Polizeigewahrsam. Erneut musste sie ins Zwangsarbeitslager, diesmal für eineinhalb Jahre.

Auf der Flucht identifiziert

Am 31. Juli 2012 wurde Zhus Schwägerin, Guo Yingjie, festgenommen. Zhu konnte fliehen. Nachdem eine Sondereinheit gebildet worden war, die sie aufspüren sollte, sah sie nur noch einen Weg: Sie tauchte unter.

Polizisten durchsuchten Zhus Wohnung und beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher, Materialien, Computer und Drucker.

Die Beamten waren ständig auf der Suche nach Zhu. Auf ihren zwei Reisen nach Jinzhou in der Provinz Lioaning, als Zhu ihre Tochter 2017 besuchen wollte, wurde sie beide Male von Sicherheitsbeamten der Bahn angehalten. Nachdem man ihren Ausweis gescannt hatte, wurde sie als Falun-Dafa-Praktizierende identifiziert und einer Leibesvisitation unterzogen.

Die Tortur ihrer Kinder

Am 12. Juni 2006, etwa sieben Monate nach Zhus dritter Verhaftung, standen ihre Kinder mit einem Transparent vor der Polizeiwache Gangyao, die die Festnahme angeordnet hatte. Sie forderten die Freilassung ihrer Mutter.

Vier Polizisten stürmten heraus. Sie schlugen und traten die Kinder. Zhus Sohn Cao Yang spuckte Blut, sein Kopf war geschwollen und blau. Auch an Rücken und Armen war er verletzt.

Nachdem sie Cao Yang verprügelt hatten, gingen die Beamten zu seiner Schwester, Cao Yue. Der Leiter der Polizeiwache, Chen Xinzhu, zog das Mädchen an den Haaren und zwang sie aufzustehen. Dann stieß er sie zu Boden und trat heftig auf den Rücken des Teenagers. Ein Großteil der Haare wurde ausgerissen. Auch die Kleidung war zerfetzt.

Chen schrie sie an: „Was ist schon dabei, dich zu schlagen?“

Cao Yang hält ein Transparent und fordert die Freilassung seiner Mutter vor der Polizeiwache Jilin, 8. August 2006.

Am 8. August 2006 kam Cao Yang erneut zur Polizei Jilin und forderte die Freilassung seiner Mutter. Er wurde festgenommen.

Die Brutalität und die ständigen Schikanen nach Zhus Freilassung stürzten den jungen Mann in großen Kummer. Er erlitt einen Nervenzusammenbruch.

Da sie den unerbittlichen Schikanen der Polizei entkommen wollte, zog Zhu mit ihren Kindern in eine andere Stadt. Unter der Fürsorge seiner Mutter erholte sich Cao Yang allmählich. Im Mai 2008 folgte der nächste schwere Schlag: Cao Yang war Zeuge, wie seine Mutter von der Polizei abgeführt wurde.

Drei Monate lang durften Zhus Kinder sie nicht sehen. Erst als Cao Yue [die Tochter] im Arbeitslager verzweifelt weinte und darum bat, ihrer Mutter Kleidung bringen zu dürfen und sie zu sehen, willigten die Verantwortlichen ein.

Dann wurde Zhus Wohnung beschlagnahmt und alles weggebracht – sogar der Propangasbehälter. Cao Yang erlitt einen weiteren Nervenzusammenbruch. Er ging oft auf die Straße und schrie: „Ich habe kein Zuhause mehr.“ Als ein Polizist ihn bemerkte, brachte er den Jungen in eine Nervenklinik.

Am 31. Juli 2012 wurde Cao Yang in der Wohnung seiner Tante verhaftet. Die Polizei beschuldigte ihn, Materialien über Falun Dafa zu seiner Tante, Guo Yingjie, gebracht zu haben. Zhu konnte damals fliehen.

Cao Yang wurde auf der Polizeiwache verhört. Man drangsalierte ihn mit Stahlnadeln und terrorisierte ihn mit einem aggressiven Hund. Die Beamten zwangsernährten den Jungen mit Gewürzpulver und Likör. Fast hätten sie ihn zu Tode gefoltert.

Dann erlitt er einen weiteren Nervenzusammenbruch. Aber die Behörden wiesen Cao Yang trotzdem in eine Haftanstalt ein, wo er fünf Monate verbringen sollte.

[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.

Quelle: Minghui

Chinesische Version


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