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Wie ein Märchen

Die halb kaukasische und halb chinesische Tänzerin Yi Li ist auf einem Bauernhof in Süddeutschland aufgewachsen. Reiten, Märchen und Sport füllten ihre Kindheit aus. Eines Tages, nachdem sie Shen Yun Performing Arts gesehen hatte, schlug ihre Mutter vor, es mit dem Tanzen zu versuchen. Damit begann ein magisches neues Leben.

Eine Kindheit voller Kontraste

Als sie noch ein Kleinkind war, zogen Lis Eltern aus China auf einen Bauernhof in die Nähe von München. Die Heimat ihres Vaters ist eher für das Oktoberfest und ihre BMWs berühmt.

„Wie die anderen Mädchen liebte ich es, über Märchen zu lesen, oder über königliche Dinge wie den Buckingham-Palast. Aber ich habe mir nie vorgestellt, dass ich eine Prinzessin bin. Ich bin von Pferden und Rindern umgeben aufgewachsen und habe eher draußen gespielt“, sagte Li, die jetzt eine Prinzessin und magische Figuren auf der Bühne verkörpert. Sie ist mit der erstklassigen klassischen chinesischen Tanzkompanie Shen Yun Performing Arts auf der ganzen Welt unterwegs und inspiriert eine neue Generation kleiner Mädchen. 

Lis Vorstellungskraft füllte viele Seiten ihrer Skizzenbücher, mit Zeichnungen von Märchenkönigreichen und alles, was einem in den Sinn kam. Sie trieb Sport mit ihrem Vater und lebte ein spielerisches Leben auf dem Land.

Eine Sache, die Li von den anderen deutschen Kindern unterschied, war ihre chinesische Mutter, die in ihrer Erziehung den Schwerpunkt auf die Kultur legte und Li zum Ballett-, Flöten- und Gesangsunterricht brachte. Inmitten all dieser europäischen Einflüsse hat sie sich auch dafür eingesetzt, dass ihre Tochter mit ihren chinesischen Wurzeln verbunden blieb, indem sie zu Hause Chinesisch sprach und ihr das Meditieren beibrachte.

Mit 13 Jahren besuchte sie zusammen mit ihrer Mutter eine Aufführung von Shen Yun während der Europatournee des Ensembles Shen Yun. Als sie eine Anzeige im Programmheft über die Fei Tian Akademie der Künste (die Schule, die viele von Shen Yuns Tänzern ausbildet) sah, schlug ihre Mutter ihr beiläufig vor, es zu versuchen.

Als Fei Tian sie zurückrief, war es, als wäre sie in ihrem eigenen Märchen erwacht. In nur wenigen Tagen packte das deutsche Landmädchen die Koffer und verließ den Familienhof in Richtung New York und schließlich Richtung Weltbühne.

Jedes gute Märchen stellt seinen Protagonisten auf die Probe

„Vorher war ich unglaublich schüchtern. Als ich zum ersten Mal hierher nach New York kam, konnte ich kein Wort Chinesisch oder Englisch. Niemand konnte verstehen, was ich sagte. Alle dachten immer, ich sei unhöflich. Irgendwann wurden sie netter, aber die erste Woche und der erste Monat waren einfach schrecklich.“

Neben Kommunikation und Freundschaften hatte Li noch eine weitere große Einschränkung: Flexibilität.

„Ich musste viel Schmerz erleiden. Ich war nicht sehr flexibel, vor allem mein Rücken und meine Beine waren einfach zu steif. Ich weinte jeden Tag. Ich wollte nach Hause, aber irgendwie habe ich mich durchgesetzt. Und nach all diesen Leiden und Schmerzen erwachte in mir so etwas wie das wahre Herz des Tanzes. Es war so wunderbar … Ich versuche, ein Wort dafür zu finden … Ich weiß nicht … Ich bin einfach so dankbar, hier zu sein und zu sein, wer ich bin“, sagte die bescheidene Tänzerin, die ihr Vokabular in der zweiten Sprache durchsuchte, um das schwer zu beschreibende Gefühl der Erfüllung zu beschreiben, nach der jeder sucht.

Die ganze Welt ist eine Bühne

Im Jahr 2013 wurde Yi Li für Shen Yun Performing Arts ausgewählt und ging auf ihre erste Welttournee. Jetzt ist es ihre Aufgabe, Märchen für andere zum Leben zu erwecken.

Die Fei Tian Academy hat ihr mehr als nur Tanz beigebracht. Sie studierte auch chinesische Geschichte und klassische chinesische Kultur, die voller mythischer Geschichten steckt. Unter der großen Zahl von Legenden, über die sie las, war Lis Lieblingsgeschichte „Die Schmetterlings-Liebenden“ oder Liangzhu.

Im internationalen Wettbewerb für klassischen chinesischen Tanz der New Tang-Dynastie im Jahr 2013 porträtierte Li die Heldin der Geschichte, Yingtai, die sich als Junge verkleiden musste, um die Schule zu besuchen. Als geistreiche Außenseiterin einer Figur half ihr der Tanz, sich mit ihrer eigenen abenteuerlichen Seite zu verbinden.

Li sagte, dass sie in Deutschland nur ein einfaches Mädchen gewesen sei, das nur Bücher lesen und die Tage auf dem Bauernhof vertreiben wollte. In all ihren vielen Tagträumen habe sie sich nie vorstellen können, dass sie mal auf der Bühne unter Applaus eines überfüllten Theaters sich verbeugen würde.

Jetzt lächelt sie, wenn sie auf den Schmerz zurückblickt, den sie beim nächtlichen Strecken der Beine empfand, und auf die Tränen der Frustration, als sie versuchte, neue Freunde in einer neuen Sprache zu finden. „Das ist es, was mich zu dem gemacht hat, was ich bin.“

Quelle: https://www.magnifissance.com/shen-yun-performing-arts-dancer-yili/

Bilder: Mit freundlicher Genehmigung des Magazins Magnifissance

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