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Was ist bequemer, etwas zu geben oder etwas zu bekommen?

Ist es angenehmer, etwas zu geben oder etwas zu bekommen? Geben ist seliger denn Nehmen – heißt es doch. Die Geschichte zweier Brüder mit verschiedenen Persönlichkeitsstrukturen geht dieser Frage nach.

Zwei Brüder wuchsen miteinander auf und hatten sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Der ältere Bruder war gefräßig und faul. Er stritt sich oft um die unwichtigsten Dinge. Der jüngere Bruder war fleißig, pflichtbewusst und schätzte seine Mitmenschen. Bei einer beschwerlichen Reise kamen beide Brüder während eines Unwetters zu Tode. Ihre Seelen gelangten vor das Tor der Unterwelt. Dort erwartete sie Yama, der Gott der Unterwelt. Er sagte zu den Brüdern: „Als ihr euch in eurem letzten Leben als Menschen reinkarniert hattet, verhieltet ihr euch nicht schlecht, habt aber auch nicht viel Gutes getan. Ihr dürft dennoch in eurem nächsten Leben weiterhin euren menschlichen Körper behalten. Und zum Richter gewandt fragte er: „Richter, kannst du prüfen, welche Familien, die das Karma haben Söhne zu bekommen, Kinder aufnehmen können?“ Der Richter antwortete: „Es gibt zwei Familien, ihre Namen sind Zhao und Xie. Die Person, die in der Familie Zhao geboren wird, muss anderen andauernd Hilfe anbieten und ihre Habseligkeiten anderen geben. Die Person jedoch, die in der Familie Xie geboren wird, wird in ihrem ganzen Leben Gaben von anderen erhalten.“ Der Richter ging die Listen von Leben und Tod gewissenhaft durch. In der Liste war das Karma und seine Begleichung einer jeden Person über drei Leben hin aufgezeichnet. Yama entschied: „Ihr werdet in der Familie Zhao und der Familie Xie wiedergeboren!“

Der ältere Bruder dachte bei sich: „Wenn ich in die Familie Zhao gehe, werde ich hart arbeiten müssen, um Geld zu verdienen. Wie sonst könnte ich es sonst anderen geben? Das wäre ganz schön hart! Es wäre besser und einfacher für mich, die Gaben anderer anzunehmen.“ Also sagte er ehrerbietig zu Yama: „Es wird mühsam für mich sein, mein ganzes Leben anderen zu widmen. Ich bitte dich, Gnade walten zu lassen und mich in der Familie Xie reinkarnieren zu lassen.“ Daraufhin fragte Yama: „Wer will sich in der Familie Zhao reinkarnieren und anderen Hilfe anbieten?“ Der jüngere Bruder antwortete respektvoll: „Yama, lass meinen älteren Bruder sich in der Familie Xie reinkarnieren. Ich würde gerne meine Habseligkeiten anderen schenken und gute karmische Beziehungen zu ihnen aufbauen.“ Und so geschah es.

Der jüngere Bruder kam zur Familie Zhao – eine Familie die sehr vornehm und reich war. Er war ihr einziges Kind, gutherzig, intelligent und hilfsbereit. Seine Eltern nahmen sich an ihrem Sohn ein Beispiel und begannen, mit ihrem Reichtum andere zu unterstützen. Sein guter Ruf für Nächstenliebe verbreitete sich weit. Der ältere Bruder, der danach trachtete, die Barmherzigkeit anderer auszunutzen, wurde in der Familie Xie wiedergeboren. Sie war mittellos und arm. Sein ganzes Leben bettelte er bei den Menschen um Nahrung, um ihre Gaben und um ihr Mitleid.

Quelle: Diese Geschichte wurde auf Clearharmony.net bereits veröffentlicht und für diesen Bericht gekürzt.
Ergänzung: Yama, Gott der Unterwelt, ist ursprünglich eine vedische Gottheit gewesen und in der indischen, chinesischen, tibetischen und japanischen Mythologie bekannt. Er entscheidet, welcher der sechs Schicksalspfade eine Seele aufgrund ihrer guten und schlechten Taten (Karma) als nächstes zu beschreiten hat.

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