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Tod im Gefängnis: Fragen über Fragen – Familie aus Harbin vermutet Organraub

Herr Wang Decheng aus der Stadt Harbin, Provinz Heilongjiang war wegen seines Glaubens an Falun Dafa [1] zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das war Ende 2016. Nun ist er am 17. November im Gefängnis gestorben – unter fragwürdigen Umständen.

Seine Familie vermutet, dass er Opfer des Organraubs geworden sein könnte.

Wang Decheng, gestorben am 17.11.2019

Zu zehn Jahren Haft verurteilt

Herr Wang wurde am 6. Mai 2016 verhaftet, während er eine Besorgung machte. Seine Frau hatte große Angst, als die Polizei ihr Haus durchsuchte, und erlitt einen seelischen Zusammenbruch.

Am 4. November 2016 mußte Herr Wang vor Gericht in Acheng erscheinen. Seine Familie wollte, dass er sich schuldig bekannte, damit er eine leichtere Strafe bekäme. Doch er weigerte sich, weil er nichts Falsches gemacht hatte, indem er Falun Dafa praktizierte.

Der Richter verurteilte Herrn Wang am 28. Dezember 2016 zu zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (2.600 Euro).

Herr Wang stirbt einen Monat nach Krankenhausaufenthalt

Ende Oktober 2019, etwa dreieinhalb Jahre nach Herrn Wangs Inhaftierung, erhielt seine Familie plötzlich einen Anruf aus dem Gefängnis. Ihnen wurde gesagt, dass er ins Krankenhaus eingeliefert worden sei.

Als sie im Krankenhaus ankamen und ihn sehen wollten, wurden sie von mehreren Wärtern beobachtet. Diese ließen nicht zu, dass sie Herrn Wang berührten oder in seine Nähe kamen.

Seine Familie bemerkte, dass etwas mit seinem Rücken nicht in Ordnung war. Er sagte, er habe Rückenschmerzen und könne seinen Unterkörper nicht bewegen.

Herrn Wangs Familie beantragte sofort Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung. Die Gefängnisbehörden genehmigten es schnell, verschoben dann aber seine Entlassung mit verschiedenen Ausreden.

Die Krankenhausbehörden verlangten von seiner Familie eine Kaution von 5.000 Yuan (650 Euro) und eine Untersuchungsgebühr von 7.400 Yuan (950 Euro). Erst dann informierte ein Arzt des Gefängniskrankenhauses Herrn Wangs Familie darüber, dass er Lungenkrebs hätte.

Wangs Sohn wollte wissen, warum sie ihn nicht medizinisch behandelt hatten. Der Arzt sagte, dass sie kein Medikament gegen Lungenkrebs hätten, sondern nur Schmerzmittel und Antibiotika.

Am 17. November 2019, einen Monat nachdem Herr Wang ins Krankenhaus eingeliefert worden war, informierte das Gefängnis seine Familie, dass er in der Früh an diesem Tag verstorben sei.

Familie unter Druck gesetzt, Einäscherung zuzustimmen

Sobald Herrn Wangs Familie im Krankenhaus ankam, begannen die Gefängniswärter, seinen Körper in die Krankenhaus-Leichenhalle zu schieben.

Seine Familie flehte sie an, seine Kleidung zu wechseln, und die Wärter gaben nach. Aber sie befahlen dem Arzt, es zu tun und erlaubten seiner Familie nicht, sich seinem Körper zu nähern.

Die Wärter drängten die Familie, ihre Zustimmung zur Einäscherung seines Körpers zu geben. In der Zwischenzeit bewachten zwei Beamte die ganze Zeit den Körper des Verstorbenen und ließen niemanden in die Nähe kommen.

Es ist eine lokale Tradition, dass die Familie dem Verstorbenen die Asche von verbranntem Josspapier vor der Einäscherung auf die Brust legt. Als Herrn Wangs Sohn das tat, schienen die beiden Wärter extrem nervös zu sein.

In der vom Krankenhaus ausgestellten Sterbeurkunde stand, dass er an „natürlichen Ursachen“ gestorben sei. Herrn Wangs Sohn weigerte sich, das Dokument zu unterschreiben. Seine Schwester unterschrieb es.

Niemand durfte am 18. November den Leichnam sehen.

Am 19. November wurde er eingeäschert. Sein Sohn weigerte sich zunächst, die Einwilligungserklärung zu unterschreiben. Doch seine Verwandten standen unter Druck durch die Behörden und überredeten ihn, seine Unterschrift zu geben.

Während der Einäscherung verboten die Behörden die Familie, eine Gedenkfeier zu halten oder einen letzten Blick auf seinen Körper zu werfen.

Herrn Wangs Tod: Fragen über Fragen

Da Herrn Wangs Familie von den Behörden unter Druck gesetzt wurde, seinen Körper sofort verbrennen zu lassen, hatten sie Fragen zu seinem Tod.

1. Was genau war die Todesursache? Warum ließen die Behörden keine Autopsie zu? Wenn er an Lungenkrebs starb, warum hat das Krankenhaus nie eine Computertomographie seiner Lungen erstellt? Wie hat ihn das Krankenhaus während seines einmonatigen Krankenhausaufenthaltes behandelt und welche Medikamente haben sie ihm gegeben?

2. Warum haben die Behörden nicht zugelassen, dass seine Familie ihm nahe kam? War es, weil er nach der Folterung im Gefängnis gelähmt war und die Behörden nicht wollten, dass seine Familie seine Verletzungen sah?

3. Wenn Herr Wang an Lungenkrebs gestorben wäre, warum hatte er dann Rückenschmerzen und konnte seinen Unterkörper nicht bewegen? Könnte es sein, dass sie eine seiner Nieren entnommen haben?

Mit Beginn der Verfolgungskampagne: Gehirnwäsche und Zwangsarbeit

Herr Wang war Mitarbeiter der Tierhaltungsstation in Harbin. Er führte auch mit seiner Frau einen kleinen Laden, in dem er Tiernahrung und -medikamente verkaufte. Er führte ein wohlhabendes Leben. Das Einzige, was ihn störte, waren seine wiederkehrenden Kopfschmerzen. Manchmal musste er sich gegen den Kopf schlagen, um die Schmerzen zu lindern. Er versuchte viele Behandlungen, aber keine war wirksam.

Kurz, nachdem er 1998 mit dem Praktizieren von Falun Dafa angefangen hatte, verschwanden seine Kopfschmerzen.

Da er trotz der Verfolgung Falun Dafa nicht aufgeben wollte, wurde er ein Jahr später wegen seines Glaubens verhaftet und inhaftiert.

Mitarbeiter der Polizei und der örtlichen Behörden belästigten ihn oft zu Hause. Sie versuchten, ihn unter Druck zu setzen, seinen Glauben aufzugeben. Er stand unter enormem Druck und konnte kein normales Leben führen.

Herr Wang wurde am 17. Februar 2001 verhaftet und in eine Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht.

Am Abend des 15. August 2004 wurde er erneut verhaftet, während er zusammen mit 23 anderen Falun-Dafa-Praktizierenden Informationen über Falun Dafa verteilte. Die Polizei verhörte und verprügelte ihn. Nach monatelanger Haft wurde er zwei Jahre lang ohne ordentliches Verfahren im Zwangsarbeitslager Changlinzi festgehalten.

[1] Falun Dafa, auch Falun Dafa genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.

Chinesische Version


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