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Seit 500 Jahren unvergessen: Die einzigartigen Werke Raffaels

Diese beiden nachdenklich dreinblickenden Engel, hat wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen. Sie gehören zu Raffaello Sanzio da Urbino (1483 – 1520), einem der Künstler der Hochrenaissance. Am 6. April vor 500 Jahren, starb Raffael in Rom an einem Fieber ungeklärter Ursache. 

Beliebtes Motiv (die Engel befinden sich am unteren Rand des Werkes Sixtinische Madonna, 1512/13, Öl auf Leinwand, 256x196cm),
zu sehen in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.

Raffael wird 1483 in Urbino geboren. Sein Vater Giovanni ist Hofmaler von Beruf und Raffael wächst in einer höfischen Umgebung auf. Er lernt gute Manieren und ist sich von Kleinauf gewohnt, sich in höheren Gesellschaftsschichten zu bewegen. Dies ermöglicht es ihm die entsprechenden Kontakte zu Mäzenen und Künstlern zu knüpfen. Vater Giovanni bemerkt das künstlerische Talent seines Sohnes früh und bildet ihn aus. Dabei lernt Raffael nicht ausschliesslich nur von seinem Vater; dieser ermutigt ihn, auch die Werke anderer Künstler zu studieren, wie die von Andrea del Verrocchio zum Beispiel.

Raffael verliert seine Eltern früh; zuerst die Mutter als 8- jähriger und nur drei Jahre später auch den Vater. Sein Onkel übernimmt die Verantwortung für ihn. Raffael erbt die Werkstatt des Vaters und setzt seine Ausbildung bei Pietro Perugino fort, einer der wichtigsten Meister der Umbrischen Schule. Raffael lernt dort nicht nur, sondern arbeitet mit. Es heisst, Raffael soll seinen Ausbildner sogar übertroffen haben.

Mit 21 lebt und arbeitet Raffael in der Region von Florenz. Er bildet sich beständig fort und beginnt seinen eigenen Stil zu entwickeln. Seine Werke verkörpern die Qualitäten der Hochrenaissance (1490-1530), wie das Harmonische und ideal Schöne. Seine Figuren sind nicht nur perfekt gemalt; sie strahlen auch menschliche Wärme aus und wirken erhaben.

Nach wie vor studiert er die Werke anderer Künstler. So auch die seiner Zeitgenossen Leonardo Da Vinci und Michelangelo Buonarroti. Er gewinnt wie Da Vinci die Fähigkeit, Gedanken und Gefühle der Figuren in einer zarten und anmutigen Weise darzustellen. Von den Zeichnungen und Skulpturen Michelangelos lernt er, wie Figuren dynamisch miteinander interagieren können und wie die Wirkung des Lichts ihnen eine realistischere Dreidimensionalität verleiht.

„Seine Kunst ist voller Schönheit, einer Schönheit die nicht nur die Augen sehen, sondern eine, die auch das Herz fühlen kann. Mit seinem Pinsel hat er die Sprache der Seele gemalt – ein Grund warum seine Bilder zeitlos sind und auch uns modernen Menschen berühren. “

Zitat aus Epoch Times Artikel “How Raphael, The Prince of Painting wholeheartedly captured Humanity”

Aufgrund einer persönlichen Empfehlung des Architekten Donato Bramante, lädt Papst Julius II (1443-1514) Raffael nach Rom ein. Unter dessen Regentschaft, die seines Nachfolgers Papst Leo X (1475-1521) und die der noblen Familien (Medici, Strozzi, Della Rovere uvm.) florieren die schönen Künste in Italien. Der Vatikan wird nun Raffaels Auftraggeber. Er malt Portraits und Altar -und Andachtsbilder mit religiösen Themen. Er gründet seine eigene Werkstatt und beschäftigt mehrere ausgezeichnete Maler und Auszubildende. Die bekanntesten Assistenten Raffaels sind Giulio Romano (1499–1546) und Gianfrancesco Penni (1496–1528).

„Zeitgenossen sollen über Raffael gesagt haben, dass er gutmütig, liebenswürdig und von hilfsbereiter Natur ist. Er behandelt die Mitarbeiter und Lehrlinge seiner Schule gut – ja beinahe väterlich. “

Zitat aus Epoch Times Artikel “How Raphael, The Prince of Painting wholeheartedly captured Humanity”

Zusammen mit ihnen werden die mannigfaltigen Aufträge des päpstlichen Hofes umgesetzt. Dabei geht es nicht nur um das Malen von Bildern, sondern auch um Projekte grösseren Formats wie die Bemalung der Privaträume des Papstes, das Betreuen antiker Denkmäler, dem Entwerfen von Wandteppichen (Gobelins) und nach dem Tod des Freundes Donato Bramante 1514, übernimmt Raffael dessen Position als Leitender Architekt für den Neubau des Petersdoms. Im April 1520 endet die Lebensreise Raffaels unerwartet und plötzlich.

„Raffael war der Prinz unter den Malern“

Zitat von Giorgio Vasari – Autobiograf, Kunsthistoriker, 16. Jahrhundert

Sein letztes Werk, die “Verklärung Christi”, wird während Napoleons Eroberungsfeldzug durch Italien in den Jahren 1796-1798 “entführt” und erst 1815 zurückgegeben. Die Mitnahme von Goldmünzen, Skulpturen, Gemälde als auch wertvolle Bücher aus der vatikanischen Bibliothek, sind Teil der damaligen Verträge, die Napoleon mit den Besiegten abschliesst. Viele dieser Kunstgegenstände befinden sich bis heute im Louvre und begeistern jedes Jahr viele Millionen Touristen aus aller Welt.

Auch 500 Jahre später, im Jahr 2020, ist das Interesse an Raffaels künstlerischem Schaffen ungebrochen und mehrere Museen in ganz Europa hätten das grosse Jubiläum gerne mit eigens dafür konzipierten Ausstellungen gefeiert. Die Jubiläumsausstellung in seiner Heimatstadt Urbino fand bereits vom 3. Oktober 2019 bis zum 19. Januar 2020 statt. Das Video dazu (3 Minuten) hier.

Raffaels Kunstwerke betrachten

Mitte: Der Heilige Sankt Georg und der Drache, 1506, 28.5 x 21.5 cm, National Gallery of Art London Links: Sixtinische Madonna, 1512/13, Öl auf Leinwand, 256x196cm, Gemäldegalerie Alte Meister Dresden, Rechts: Porträt von Baldassarre Castiglione, Winter 1514–1515, Louvre Paris, 82×67 cm, Öl auf Leinwand

Raffaello Principe delle arti

Quelle: https://www.scuderiequirinale.it/pagine/il-video-in-mostra-con-sky-arte


Quellen für den Text:
– Nationalgalerie in London, Kurzbiografie Raffaels
https://www.nationalgallery.org.uk/paintings/learn-about-art/lives-of-artists/raphael-from-urbino-to-rome?viewPage=1
– Epoch Times Artikel: https://www.theepochtimes.com/how-raphael-the-prince-of-painting-wholeheartedly-captured-humanity_3268200.html
– Artikel: “Sanfter Schöngeist und mächtigster Künstler Roms” von Sabine Altorfer, Wochenendausgabe der Aargauer Zeitung vom 4. April 2020, Kulturteil Seiten 2 und 3. Link: https://www.aargauerzeitung.ch/kultur/sanfter-schoengeist-und-maechtigster-kuenstler-roms-raffael-starb-vor-500-jahren-137589558
– Mehr zu Raffaels Zeichentechnik ist in diesem Video zu entnehmen: https://youtu.be/pA_MVJYLNWQ
– Mehr zur Sixtinischen Madonna und den kleinen Engeln hier: https://youtu.be/7nmqGTSKDpQ
– Ein aktueller Vortrag über Raffael und die Kunst im Vatikan (Italienisch) hier: https://youtu.be/HXT0v9zUQ0Y
– Mehr zu dem Kunstraub aber auch Kunsterwerb der Französischen Könige betreffend Raffaels Werke ist hier zu finden:
STEINMANN, ERNST. “RAFFAEL IM MUSÉE NAPOLÉON.” Monatshefte Für Kunstwissenschaft 10, no. 1 (1917): 8-25. Accessed April 6, 2020. www.jstor.org/stable/24496000.

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