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„Oh, mein Gott, ist das schlimm!“ – Hamburger entsetzt über den Organraub in China

Trotzdem das Wetter nicht unbedingt einlud, sich im Freien aufzuhalten, war die Hamburger City am 16. Mai wieder mit Menschen gefüllt. An der Alster war ein reger Passantenstrom, der zum Jungfernstieg oder Richtung Mönckebergstraße führte. Vorbei an den Hamburger Falun-Dafa-Praktizierenden, die mit einer Mahnwache auf der Reesendammbrücke auf sich und auf ihr Anliegen aufmerksam machten. 

Trotz der beengten Straßenverhältnisse aufgrund einer Baustelle, liefen die Menschen dicht an der Mahnwache vorbei – oft geschockt über die Banner mit der Aufschrift „Organraub in China“ – oder „Stellen Sie sich vor, hierfür [Meditation] ins Gefängnis zu müssen.“

Auch wenn die Begrenzung durch die Behörden mit Auflagen zur Abstandshaltung und Versammlungseinschränkungen noch akut sind, wollten die Praktizierenden nicht darauf verzichten, auf die Dringlichkeit der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in China aufmerksam zu machen. 

Ein 30-jähriger Mann hat gleich vor Ort die Meditation probiert

Die Praktizierenden saßen gerade im Lotussitz auf dem Boden, nachdem sie eine kurze gemeinsame Meditation gemacht hatten. Plötzlich setzte sich ein ca. 30-jähriger Mann auf den Boden, in den Abstand zwischen zwei Praktizierenden. Er versuchte ebenfalls den doppelten Lotussitz zu schaffen, was ihm nicht gelang. Er lachte verlegen und blickte sich um. Sein Freund munterte ihn auf: „Pass auf, zieh deine Schuhe aus, dann kannst du es schaffen. Ich habe das auch schon mal probiert.“

Die Praktizierende Petra blickte ihn freundlich an und sagte: „Wir alle hier haben das auch nicht auf einmal geschafft. Wenn Sie sich in den einfachen Lotussitz hinsetzen können, ist das schon viel“, ermutigte sie ihn und führte ihm die Sitzposition vor. Sie berichtete ihm kurz, wie sie die Durchführung des doppelten Lotussitzes allmählich erreicht hatte. 

Der Mann wollte mehr wissen: „Was bringt das Ganze einem denn?“ Sie erklärte ihm, dass man ruhiger wird und eine ganz neue Lebenseinstellung bekommt, mit der man den Schwierigkeiten im Leben mit mehr Gelassenheit begegnen kann. Man ärgert sich auch nicht mehr über andere. „Ja, stimmt“, gab der Mann zu, „ich bin ein sehr impulsiver, aggressiver Typ“.  „Sehen Sie“, sagte Petra zu ihm, „das, zum Beispiel, kann durch die Meditation korrigiert werden“. „Krass!“, kommentierte er anerkennend und lächelte. Ein anderer Praktizierender erzählte ihm, wie er mehr über Falun Dafa erfahren könne. Nach diesem Gespräch wollte er einen Flyer haben, den ihm der Praktizierende gab.

Organraub entsetzt Passanten

Immer wieder blieben Passanten stehen und waren von den Aufschriften auf den Bannern angezogen. Auf einem waren die Preise abgebildet, die man international für ein „Organ“ – ob aus einem Organraub oder legal – bezahlen muss. Ein ca. 50-jähriger deutscher Mann schob sein Fahrrad entlang der Reihe der Praktizierenden, die meditierend auf dem Boden saßen. Er sah sich die Banner aufmerksam an und äußerte sein Entsetzen über den Organraub. „Oh, mein Gott, ist das schlimm! Wo passiert denn so etwas?“ Eine Praktizierende erklärte ihm, dass schon viele Falun-Gong-Praktizierende in China Opfer des Organraubs geworden seien. Der Organraub geschieht unter der Führung der Kommunistischen Partei Chinas, die das selber initiiert hat. Der Mann verstand den Zusammenhang. 

Er sagte, dass er gerade zu einer Demo gehen wolle, bei der Bürger gegen die Einschränkung ihrer Grundrechte während der Corona-Krise protestierten. Die Praktizierende sagte dem Mann noch, dass der Kommunismus so wie in China gefährlich ist, und dass wir Menschen uns davon distanzieren sollten. Sonst könnte es uns bald ähnlich ergehen, wie den Chinesen, deren Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Im modernen China herrscht keine Meinungsfreiheit und ein Menschenleben ist dort nichts wert. Der Mann stimmte dem zu, wünschte den Praktizierenden viel Erfolg und ging weiter zu der Demo.

Ein junger Mann unterzeichnete die ausliegende Petition, er hatte mit niemandem ein Gespräch geführt. Er ging an den Praktizierenden vorbei, schüttelte den Kopf vor dem Banner mit dem Organraub und sagte: „Unfassbar – die sind ja total durchgedreht da [in China]!“ Genau darum stehen die Hamburger Praktizierenden unermüdlich in der Stadt, möglichst jede Woche. Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in China dürfen nicht ungesehen bleiben.

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