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Musiker gewinnt Gesundheit und Hoffnung zurück, nur um dann für seinen Glauben zu Tode gefoltert zu werden

Als Li Jingsheng fünf Jahre alt war, wurde bei ihm eine angeborene Herzerkrankung diagnostiziert, die durch den Zustand erschwert wurde, dass sich das Blut der Venen mit dem der Arterien vermischte. Schon die kleinste Anstrengung führte zu Kurzatmigkeit und seine Lippen und sein Gesicht verfärbten sich rasch dunkelblau.

Als er aufwuchs, konnte er nie mit anderen Kindern spielen oder normale körperliche Aktivitäten ausüben. Seine Ärzte sagten, dass eine Operation zu gefährlich sei und dass Menschen mit diesem gesundheitlichen Problem normalerweise in ihren Teenagerjahren sterben.

Li war klug und ein talentierter Musiker, aber er konnte wegen seiner schlechten Gesundheit nicht aufs College gehen. Dennoch brachte er sich das Gitarrespielen selber bei und unterrichtete das Instrument an drei verschiedenen Universitäten in Peking. Er veröffentlichte auch zwei Gitarre-Anleitungen.

Im Februar 1997, als Li 32 Jahre alt war, heiratete er Wan Yu. Im darauffolgenden November, nachdem sie nach Shenzhen, einer Großstadt im Süden Chinas, gezogen waren, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand so sehr, dass er Blut hustete und mehrmals ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Medizinische Experten sagten ihm, dass die Funktion seines Herzens und seiner Lunge sehr schwach sei, und es keine andere Lösung gäbe als zu Hause zu bleiben und sich auszuruhen.

Die Schlussfolgerung der Ärzte war, dass er nur auf den Tod warten konnte.

Li Jingshen auf einem undatierten Foto (links), Gitarre-Anleitungen, verfasst von Li Jingshen (rechts).

Ein neues Leben

Es war in jener Zeit, als Li auf Falun Gong stieß, eine alte spirituelle Praxis, die auch Falun Dafa genannt wird und 1992 veröffentlicht wurde. Sie verbreitete sich rasch über China und in der Folge über die ganze Welt.

Herr Li begann mit dem Ausüben der Praktik, die aus meditativen Übungen sowie einer Lehre, basierend auf den Prinzipien der Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht besteht. Bald darauf begann sich seine Gesundheit zu verbessern. Er hatte mehr Energie und er musste keine Medikamente mehr einnehmen, um seinen Herzschlag zu kontrollieren. Später begann auch seine Frau Wan zu üben.

Mit dieser neuen Lebensqualität bekam Li einen Job als Sänger und Gitarrist im Restaurant eines 4-Sterne-Hotels. Wan sang mit ihm. Während er weiter Falun Gong praktizierte, wurde er immer stärker und gesünder.

„Es ist ziemlich anstrengend, Gitarre zu spielen und kontinuierlich zu singen. Es ist erstaunlich, dass eine Person, die von den Ärzten zum Tode verurteilt worden war, dies tun konnte. Das ist die Manifestation der Kraft von Falun Dafa“, schrieb Wan in einem auf Minghui.org veröffentlichten Artikel über ihr Leben mit Li.

„Außerdem wandelte sich Jingsheng von einem egoistischen Menschen zu einem selbstlosen Menschen, der immer zuerst an andere dachte. Wegen seiner gesundheitlichen Probleme hatte er ein sehr schlechtes Temperament, aber nachdem er Falun Dafa gelernt hatte, konnte er sein Temperament kontrollieren und suchte bei Konflikten immer nach innen.“

Wan sagte, dass sie ein Jahr lang in diesem Hotel aufgetreten sind, und sie hat schöne Erinnerungen an diese Tage. „Jenes Jahr war das glücklichste meines Lebens. Wir gingen jeden Morgen um 5:30 Uhr in einen nahegelegenen Park, um die Übungen zu machen, dann zum Gruppen-Fa-Lernen (das Studium der Lehren von Falun Dafa) und danach ins Hotel, um abends dort zu singen. …. Wir waren glücklich, und unser Leben war erfüllt und sinnvoll“, schrieb sie.

Aber am Horizont zogen schon dunkle Wolken auf.

Li Jingsheng und seine Frau Wan Yu, als sie Ende der 90er Jahre zusammen auftraten. (Minghui.org)

Inhaftierung und Folter

Im Juli 1999 startete das chinesische Regime eine brutale Verfolgungskampagne gegen Falun Gong. Im ganzen Land wurden Anhänger zu Tausenden zusammengetrieben und in Haftanstalten, Gefängnissen, Arbeitslagern und Gehirnwäschezentren geworfen, wo sie misshandelt und gefoltert wurden, um sie zu zwingen, mit dem Praktizieren aufzuhören. Das Ziel des Regimes war die Ausrottung von Falun Gong, und diese Kampagne dauert bis heute unvermindert an. 

Nachdem Li im Juni 2001 auf den Platz des Himmlischen Friedens (Tiananamen) in Peking gegangen war, um das Recht auf die Ausübung der Praxis einzufordern, wurde er Opfer der Verfolgungskampagne. Er wurde von einem Polizisten gewaltsam in die Rippen getreten, verhaftet und 18 Monate lang im Zwangsarbeitslager Tuanhe eingesperrt.

Im Lager wurden ihm Schlaf und Nahrung entzogen. Er wurde von mehreren Polizisten geschlagen, was dazu führte, dass sein Arm eine dauerhafte Verletzung davontrug. Er wurde lange Zeit an ein großes Holzbrett gefesselt und konnte sich nicht bewegen.

Während intensiven Gehirnwäsche-Sitzungen musste er mehr als 10 Stunden regungslos auf einem kleinen Hocker sitzen – eine gängige Taktik gegen Falun-Gong-Praktizierende, um sie „umzuerziehen”. Dabei werden sie gezwungen, die so genannten „drei Erklärungen“* zu unterzeichnen, mit denen sie auf die Ausübung von Falun Dafa verzichten.

Um gegen die Misshandlungen zu protestieren, trat Li mehrmals in einen Hungerstreik, was dazu führte, dass die Behörden seine Strafe um 10 Monate verlängerten. Falun-Gong-Praktizierende, die in einen Hungerstreik treten, werden oft zwangsernährt, was sich als weitere Form der Folter entpuppt. Einige sind laut Minghui an Zwangsernährung gestorben.

Die andauernden Folterungen beschädigten Lis Sehvermögen und Gehör, und er erlitt auch Hirnschäden. Infolgedessen verlangsamten sich seine Reaktionen.

Wan durfte ihn erst Anfang 2003 im Lager besuchen. „Mir wurde gesagt, dass ich ihn nun besuchen könnte, weil er bereits ‚umerzogen‘ worden sei,“ sagte sie. 

„Als ich ihn sah, war er sehr schwach. Selbst das Gehen war schwierig für ihn, weil er gerade einen Hungerstreik beendet hatte. Es wird gesagt, dass er in mehr als 50 Hungerstreiks getreten war, was die höchste Anzahl im Tuanhe Arbeitslager darstellt. Weil wir beobachtet wurden, konnten wir unsere wahren Gedanken nicht ausdrücken, aber ich konnte erkennen, dass er starke Schmerzen hatte.“

Darstellung der Zwangsernährung eines inhaftierten Falun-Gong-Praktizierenden. (Minghui.org)

Körperliche Schmerzen und geistige Qualen

Als Li im Oktober 2003 endlich entlassen wurde, war sein ganzer Körper aufgeschwollen und er war nicht nur körperlich extrem geschwächt, sondern litt auch unter Depressionen. „Als er nach Hause kam, war er so schwach, dass er die ganze Zeit im Bett liegen musste“, sagte Wan.

„Mein Mann war auch sehr deprimiert, weil er dem Druck nachgegeben hatte, seinen Glauben aufzugeben. Unter Folter hatte er im Arbeitslager die „drei Erklärungen“* unterschrieben. Li wurde von Reue und Selbstvorwürfen überwältigt. Er wusste, dass Falun Dafa ihm ein neues Leben geschenkt hatte, aber er hatte dem Bösen unter dem Einfluss von Folter nachgegeben und Dinge getan, die sein Gewissen schwer belasteten. Er litt unter schweren körperlichen Schmerzen und psychischen Qualen.“

Als er sich etwas stärker fühlte, schrieb Li eine „feierliche Erklärung“ und ließ sie auf Minghui veröffentlichen, um die Verzichtserklärungen, die er im Arbeitslager schreiben musste, aufzuheben. Viele Falun-Gong-Praktizierende, die während ihrer unrechtmäßigen Inhaftierung gezwungen werden, die Praxis gegen ihren Willen aufzugeben, schreiben solche Erklärungen nach ihrer Freilassung.

Die Schwellung in Lis Körper wurde jedoch immer schlimmer, und obwohl Wan medizinische Hilfe suchte, wurde er weiterhin schwächer. „Nach der langen Haft, der brutalen Folter, der Langzeitinhaftierung in einer kleinen Zelle sowie der Untersagung jeglicher Kontaktaufnahme zu anderen, waren sowohl Körper als auch Geist schwer verletzt. Nach seiner Freilassung machte ihn der enorme mentale Druck und die Schmerzen, die durch den Terror der bösen Kommunistischen Partei Chinas verursacht worden waren, unfähig, sich vollständig zu erholen“, sagte sie.

Li starb im Schlaf am 13. Dezember 2004.

* Praktizierende werden unter Gehirnwäsche und Folter gezwungen, diese Erklärungen als Bestätigung zu schreiben, dass sie ihren Glauben aufgegeben haben. Die „drei Erklärungen” hat sich das „Büro 610” ausgedacht und sie bestehen aus einem Reuebekenntnis, einer Garantieerklärung, niemals wieder Falun Gong zu praktizieren und dem Anfertigen einer Namens- und Adressliste aller Familienmitglieder, Freunde und Bekannter, die ebenfalls Praktizierende sind.

Quelle: Musician Regains Health and Hope, Only to Be Tortured to Death for His Faith

Systematische Verfolgung seit 20 Jahren – 20. Juli 1999​

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