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Mit Waterboarding gefoltert – Künstler 15 Jahre im Mudanjiang Gefängnis festgehalten

Waterboarding ist eine gängige Foltermethode, die bei Falun-Dafa-Praktizierenden eingesetzt wird mit dem Ziel, dass sie ihren Glauben aufgeben. Eingesetzt wird die Folter laut dem 20. Minghui-Jahresbericht zum Beispiel im Masanjia Arbeitslager, das diese Vorgehensweise auch anderen Lagern im Umgang mit Praktizierenden empfiehlt. 

Nachfolgend erinnert sich ein Künstler an seine Haftzeit. Er war 15 Jahre lang interniert gewesen, weil er Spruchbänder mit den Worten „Falun Dafa ist gut“ angefertigt hatte. Im Gefängnis von Mudanjiang hatten die dortigen Beamten ihn mehr als 10 Stunden lang mit Waterboarding misshandelt. 

Seit die Kommunistische Partei Chinas begonnen hat, Falun Dafa [1] zu verfolgen, wurden viele Praktizierende verhaftet, inhaftiert, gefoltert und ermordet. Schlimmer noch, in den Arbeitslager findet aus Profitgründen Organraub am lebendigen Leib statt – und zwar staatlich gestützt.

Herrn Yu Zonghais Bericht: Unvorstellbare Brutalität

„Mein Name ist Yu Zonghai, ich bin Künstler. Weil ich Spruchbänder mit den Worten „Falun Dafa ist gut“ angefertigt hatte, wurde ich im September 2001 verhaftet. Zwischen Juli 2002 und Oktober 2016 sperrte man mich ins Gefängnis Mudanjiang in der Provinz Heilongjiang, wo ich misshandelt wurde. Das Ziel der Misshandlung war, dass ich meinen Glauben aufgeben sollte. Die schlimmste Folter erlitt ich im Zeitraum zwischen Oktober und November 2010.

Damals war Fu Runde gerade zum stellvertretenden Direktor des Gefängnisses ernannt worden. Er war für Gehirnwäsche zuständig. Zu der Zeit war Li Dongsheng im zweiten Jahr Leiter des Büro 610 gewesen und hatte eine dreijährige intensive Kampagne gestartet.

Der stellvertretende Direktor Fu Runde gab den Befehl, dass 100% der Falun-Gong-Praktizierenden „umzuerziehen“ seien. (Umerziehung bedeutet, die Praktizierenden zu zwingen, ihren Glauben aufzugeben.) Diese Umerziehung sollte durch schwere Folterung durch Wärter und Häftlinge erfolgen. Während dieser Tage wurden entschlossene Praktizierende, einschließlich mir selbst, äußerst schwer gefoltert.

Fu hatte einen detaillierten Plan ausgearbeitet. Erstens verbot er mehrere Monate lang Familienbesuche für alle inhaftierten Falun-Gong-Praktizierenden. Zweitens befahl er jeder Abteilung, Beamte zu entsenden, die im Arbeitslager Masanjia Verfolgungstaktiken erlernen sollten. Drittens gab er im Namen des Gefängniskomitees der Kommunistischen Partei Chinas eine Richtlinie heraus, die vorsah, dass 100% der Falun-Gong-Praktizierenden „umerzogen“ werden mussten. Andernfalls würden die Beamten dieser Abteilung von ihren Arbeitsplätzen entlassen. Dies zwang die Beamten, Praktizierende aus Eigeninteresse zu foltern.

Ich wurde in die Abteilung 6 gebracht, in der zwei weitere Praktizierende waren, die sich weigerten, nachzugeben. Der stellvertretende Leiter Bi Haibo ging für einen Monat nach Masanjia. Nach seiner Rückkehr ins Gefängnis setzte er neue Strategien um.

Dies begann mit der Bildung einer Schlägertruppe unter der Leitung von Zhao Jianhui und Li Xiaobin, zwei der bösartigsten Häftlinge. Als Nächstes wählte er von den Sträflingen, die Haftverkürzungen beantragt hatten aus, die besonders bösartig waren. Hatte ein Häftling die Verkürzungsfrist seiner Haft versäumt, bedeutete das, dass der Häftling möglicherweise ein oder mehrere Jahre länger bleiben musste. Tatsächlich hatten die intensive Arbeit und die schlechte Ernährung zum Tod einiger Häftlinge geführt. Daher folgten sie bedingungslos den Anweisungen von Bi, um ihre Haftbedingungen verkürzt zu bekommen. Darüber hinaus hatte Bi einige Häftlinge aus anderen Unterabteilungen ausgewählt, welche die Praktizierenden nicht kannten, sodass sie uns ohne Reue schlagen würden.

Diese Häftlinge entzogen mir den Schlaf. Zu diesem Zeitpunkt hörte ich, dass sie bereits einen anderen Praktizierenden misshandelt hatten. Ich ging zu Bi und erklärte ihm, dass die Falun-Gong-Praktizierenden unschuldig seien, in der Hoffnung, dass er das Gesetz nicht verletzen würde. Doch Bi hörte nicht zu.

Waterboarding

Die Foltermethode wurde einige Tage später durchgeführt. An diesem Tag befahl Bi über 10 Schlägern und mir, von der Arbeitseinheit in die Zelle zurückzukehren. Zwei Wärter überprüften nach dem Mittagessen den Haftbereich. Dann verriegelten sie die Metalltür und gingen davon.

Die Schläger brachten mich in einen leeren Raum. Sie umringten mich, stießen mich auf den Boden und zogen mir alle Kleidung aus. Sie sperrten meinen Mund gewaltsam mit einem Metallstab auf und lockerten dadurch mehrere Zähne. Ein Zahn fiel sofort aus, ein anderer am nächsten Tag. Sie steckten mir meine Socken in den Mund und klebten ihn doppelt und dreifach mit Klebeband zu. Dann drehten sie meine Arme nach hinten und banden meine Arme und Handgelenke zusammen. Dann fesselten sie meine Füße und Beine fest zusammen. Als das alles erledigt war, warfen sie mich auf den kalten Fliesenboden im Bad.

Es gab viele Plastikeimer im Raum, die sie um mich herum aufstapelten. Die Schläger hielten mich von der Armatur und den Fenstern fern, um zu verhindern, dass ich Selbstmord begehe. Es war November und die Temperatur war unter -10 Celsius gefallen. Doch die Schläger öffneten alle Türen und Fenster, um es kälter zu machen (der Wind in der Nacht war extrem kalt). Dann kamen sie auf mich zu, einige sprühten mit Plastikrohren Wasser auf mich, andere gossen eimerweise eiskaltes Wasser über mich

Nachstellung: Diese Skizze des Künstlers Yu Zhonghai stellt das Waterboarding dar, das er im November 2010 im Gefängnis von Mudanjiang erlitten hat.

Das dauerte mehrere Stunden. Irgendwann verlor ich das Bewusstsein, weil ich fast erstickte und völlig unterkühlt war. Als ich wieder bei Bewusstsein war, fragte ein verantwortlicher Häftling, ob ich Dokumente unterschreiben würde, um meinen Glauben aufzugeben. Ich weigerte mich.

Einige Schläger gingen brutal auf mich los und schlugen auf mich ein. Sie verletzten mich am Kopf. Sie stießen mich zu Boden und schlugen mich mit einem Besenstil, bis er in zwei Hälften brach. Der verantwortliche Häftling sagte dann einem anderen, er solle mich weiter foltern. Dieser war ein Mörder, der zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, und seine Haftzeit hatte sich seit 10 Jahren nicht geändert. Er drückte die Wasserleitung zusammen und richtete das rauschende Wasser lange Zeit in mein Ohr und meine Nasenlöcher. Da mein Mund mit Klebeband verschlossen war, konnte ich nur durch die Nase atmen. Ich wäre fast erstickt.

Das Waterboarding dauerte über 10 Stunden.

Ernste körperliche Verletzung

Diese Folter war verantwortlich für meine gebrochenen Rippen. Zhao stieß seine Knie in meinen Rücken. Man konnte sehen, dass meine linke Rippe eingedrückt war. Meine Beine waren geschwollen und schmerzten sehr. Ich brauchte mehr als zwei Monate, um mich von den Verletzungen zu erholen.

Mein Kopf war wegen der Knoten entstellt. Beide Augen waren geschwollen, und die Augäpfel waren rot. Ich hatte blaue Flecken im ganzen Gesicht, die erst zwei Monate später verblassten. Auch hatte ich Wunden am ganzen Körper und meine Finger waren geschwollen, weil sie umgebogen wurden. Die beteiligten Häftlinge waren Zhao Jianhui, Tie Feng, Li Xiaobin, Wang Baohai und andere.

Einige Wärter waren selbst überrascht von der Brutalität, als sie meine schweren Verletzungen sahen. Als ich Guo Hushan meinen Zahn zeigte, sagte einer der Wärter: „Behalte die Beweise, du kannst sie zu einem späteren Zeitpunkt verklagen.“

Die Misshandlungen hatten zur Folge, dass ich Atembeschwerden und Schwindelgefühle bekam. Ich konnte nur verschwommen sehen und schlecht hören, jeder Ton schien von weit herzukommen. Außerdem konnte ich mich nur langsam bewegen; zwei Monate konnte ich mich beim Schlafen nicht zur Seite drehen. Ich bat Bi um eine ärztliche Untersuchung, aber er weigerte sich.

Dutzende von standhaften Praktizierenden, die im Gefängnis von Mudanjiang inhaftiert waren, wurden wie oben beschrieben gefoltert. Viele Häftlinge waren erschüttert von der Grausamkeit. Da viele Praktizierenden keine Familienbesuche empfangen durften, erfuhren nur sehr wenige Menschen von den Grausamkeiten, die in diesem Gefängnis begangen wurden.

Bi misshandelte mich danach weiter. Dazu gehörten Schläge, Schlafentzug und lange Zeit bewegungslos stehen zu müssen. Einmal schockte mich ein Wärter mit Elektrostäben und verursachte viele Blasen.“

Familienangehörige nicht verschont

Yu Zonghais Frau Wang Meihong war leitende Ingenieurin für geologische Forschungen. Weil sie Informationsmaterialien über Falun Gong verteilt hatte, wurde sie 2003 zu einer 11-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Auch seine Schwester, Yu Zhenjie, war in Haft und bekam im Gefängnis unbekannte Drogen eingespritzt. Ihr Unterkörper wurde gelähmt durch Schläge mit Elektrostöcken.

[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit 1999 in China verfolgt.

Chinesische Version

Systematische Verfolgung seit 20 Jahren – 20. Juli 1999​

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