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Frühlingsmorgen; ein Gedicht von Meng Haoran

Frühlingsmorgen

Immer noch schlaftrunken
lausche ich dem Vogelgezwitscher,
das an diesem Frühlingsmorgen
aus nah und fern erklingt.

Da kommt mir wieder
das nächtliche Tosen
von Sturm und Regen in den Sinn,
und ich frage mich,
wieviele Blüten dabei herabgefallen sind.

Meng Haoran ist einer der bekanntesten Dichter und Naturlyriker der Tang-Zeit. Er entstammt aus einer vermögenden Familie, schafft es jedoch nicht in den öffentlichen Dienst zu gelangen. Er lebt als Einsiedler und reist fast zehn Jahre lang dem Yangtze-Fluss entlang. Er unterhält Kontakte zu hohen Beamten und bekannten Dichtern wie Wang Wei, Li Bai und Wang Changling. Drei Jahre vor seinem Tod erhält er doch noch einen Beamtenposten, er gibt ihn aber schon nach kurzer Zeit wieder auf. Mehr als 200 Gedichte aus seiner Feder sind bis heute überliefert.

Quellen: Das Bild stammt von Manfred Richter / Pixabay. Das Gedicht aus den Büchern Leise hör’ ich Blüten fallen von Yan Zhao und Dieter Zeiten, Hefei Huang Verlag, Seite 83 und Windgeflüster von Thomas O. Hillmann, C.H. Beck Textur 2013, Seite 26

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