Share on facebook
Share on twitter
Share on google
Share on email
Share on print

Frauengefängnis Hunan: Ausgefeiltes Foltersystem gegen Falun-Dafa-Praktizierende (Folternachstellung) Teil I

Dieser Bericht beschreibt das Foltersytem im Frauengefängnis Hunan. Mit ausgefeilten Foltermethoden versuchen die Behörden die Falun-Dafa-Praktizierenden [1] dazu zu zwingen, ihren Glauben aufzugeben. Die hier eingesperrten Praktizierenden werden in der Regel in der „Umerziehungseinheit“ (später in „Hochsicherheitsabteilung“ umbenannt) festgehalten, wo sie körperlich und geistig schwer misshandelt werden. Gefängnisregeln zum Schutz der Gefangenen werden für die Praktizierenden aufgehoben.

Personal und Aufbau der Einrichtung

Im Jahr 2018 wurde Huang zum Direktor ernannt. Im selben Jahr bekam er Unterstützung durch den Politausbilder He. Li Jun, der stellvertretende Direktor, ist seit mindestens 14 Jahren an der Verfolgung der Praktizierenden beteiligt. Auch er gehört seit 2018 dem Personal in Hunan an.

Weitere Vorgesetzte sind Tu Wenli, der seit 8 Jahren an der Verfolgung beteiligt ist, und Tang Ying. Letzerer verfolgt die Praktizierenden seit 15 Jahren. Sie misshandelten nicht nur die Praktizierenden, sondern erpressten von den Häftlingen auch hohe Geldsummen. Im Austausch dafür erhielten die Insassen Hafturlaub oder Haftverkürzung. Auch bei einer rechtmäßigen Haftverkürzung stellten sie den Gefangenen oft 30.000 bis 40.000 Yuan [etwa 3.800 Euro bis 5.000 Euro] in Rechnung.

Die Beamtin Liu Qian ist seit 14 Jahren an der Verfolgung beteiligt. Sie hat eine Reihe von Methoden entwickelt, mit denen die Praktizierenden gezwungen werden sollen, ihren Glauben aufzugeben. Sie entscheidet, wie man Praktizierende misshandelt und wann die Folter beendet wird. Wenn es den Anschein hat, dass Praktizierende es nicht mehr aushalten können, ordnet Liu manchmal an, dass die Häftlinge die Praktizierenden trotzdem weiter misshandeln, bis „die Zeit reif ist“. Das bedeutet, dass sie sich sicher ist, den Punkt erreicht zu haben, an dem die Praktizierenden aufgeben werden.

Liu überprüft anhand mehrerer „Merkmale“ an einer Praktizierenden, ob sie vollständig „umerzogen“ wurde: a) wenn sie bereit ist, Medikamente einzunehmen, b) ob sie bereit ist zu töten, C) ob sie andere beschimpft, d) ob sie flucht und Falun Dafa bzw. seinen Begründer verflucht. Für Liu gilt: Je lauter eine flucht, desto besser ist die Umerziehung gelungen.

Dann ist noch Zhang Yuyu zu nennen, der sich mit Psychologie beschäftigt und sich auf ideologische Schulung spezialisiert hat.

Die Hochsicherheitsabteilung

Diese Abteilung wurde 2015 in zwei Bereiche unterteilt.

Bereich 1

Im Jahr 2015 stellte dieser Bereich die Zwangsarbeit ein und konzentriert sich seitdem ganztätig auf die Gehirnwäsche der Praktizierenden. Wenn Praktizierende an ihrem Glauben festhalten, werden sie von Wärtern an einem besonderen Ort am Flurende hinter einem großen Bücherregal gefoltert. Die Praktizierenden werden verprügelt und müssen über einen langen Zeitraum regungslos stehen. Sie werden gefesselt und ihnen wird der Schlaf entzogen. Einige durften nur zwei oder drei Stunden schlafen. Die Betten bestehen aus feuchten Holzbrettern. Den Praktizierenden wird Kleidung und der Zugang zur Toilette vorenthalten. Ohne die Möglichkeit, die Kleidung zu wechseln, entstehenden bei den gefolterten Praktizierenden oft Wunden an ihrem Unterkörper, die eitern und Geschwüre bilden. Ungeachtet dessen werden die Praktizierenden weiterhin der Gehirnwäsche unterzogen und müssen sich Falun Dafa diffamierende Videos anschauen.

Folterillustration: Falun-Dafa-Praktizierende werden gefesselt und am Gefängnisgitter aufgehängt.

Für jede Praktizierende werden vier oder fünf Häftlinge angewiesen, sie zu misshandeln. Sie verprügeln sie, hängen sie auf und schocken die Praktizierenden mit Elektroschocks. Sie zwingen die Praktizierenden, auf dem Bildnis des Begründers von Falun Dafa zu stehen. Unter diesem Druck geben einige Praktizierende gegen ihren Willen ihren Glauben auf.

Körperliche Bestrafungen dürfen in der Regel nicht länger als zweieinhalb Stunden dauern, aber das gilt nicht für Praktizierende. Wärter und Häftlinge bringen Praktizierende an Orte, die nicht von Überwachungskameras erfasst werden. Dann zwingen sie sie manchmal, die ganze Nacht regungslos im Waschraum zu stehen oder zu hocken.

Bereich 2

Der zweite Bereich befindet sich in einem abgelegenen Bereich des Gefängniskomplexes. Dort ist es feucht und es gibt keine Fenster. Im Winter und Frühling steht Wasser auf dem Boden. Im Sommer ist es extrem heiß.

Dieser Bereich ist in neun Zellen unterteilt. Den Praktizierenden ist es nicht erlaubt, miteinander in Kontakt zu treten. Jede Praktizierende erhält am Tag eine Tasse Wasser zugeteilt, ohne irgend etwas, womit sie sich waschen kann. Das Essen wird durch eine kleine Öffnung in der Tür gereicht. Man muss alles an einer Stelle tun: essen, trinken, urinieren und den Darm entleeren. Von der Art der Misshandlung dort ist kaum etwas bekannt. Schon nach wenigen Tagen sieht eine Praktizierende verwildert aus und befindet sich in einem extrem schlechten Zustand.

Dutzende Häftlinge werden ausgewählt, die Praktizierenden zu misshandeln. Eine von ihnen war die drogenabhängige Zeng Xia. Sie schlug Praktizierende, wenn diese „Falun Dafa ist gut!“ riefen. Die Wärter befahlen ihr, die Praktizierenden zu schlagen, sie zu fesseln oder zwangszuernähren. Obwohl die Gefängnisrichtlinien keine Drogenabhängigen im Hochsicherheitsbereich erlauben, machten die Wärter in ihrem Fall wegen ihrer Brutalität eine Ausnahme.

Teil II folgt.

Chinesische Version

Systematische Verfolgung seit 20 Jahren – 20. Juli 1999​

Archiv