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Falun-Dafa-Praktizierender wartet auf Berufungsverhandlung – stirbt plötzlich in Gewahrsam

Ein Bürger der Stadt Qinhuangdao in der Provinz Hebei wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Falun Dafa [1] praktiziert. Während er auf eine Berufungsverhandlung wartete, starb er plötzlich in der Haft.

Herrn Wei Qishans Familie erhielt am 23. November 2019 um 21:20 Uhr einen Anruf vom Untersuchungsgefängnis der Stadt Qinhuangdao. Die Angehörigen wurden informiert, dass er gerade gestorben sei. Sie eilten zum Volkskrankenhaus von Qinhuangdao und sahen seinen Leichnam. Seine Augen waren halb geöffnet und sein rechter Arm vollständig schwarz und lila.

Ein Aufseher namens Zhao behauptete, dass Herr Wei gegen 20:00 Uhr am selben Abend auf der Toilette zusammengebrochen sei. Sie hätten ihn zur Wiederbelebung ins Krankenhaus gebracht, aber er sei gestorben.

Gegen 22:00 Uhr kamen mehr als zehn Polizisten und brachten Herrn Weis Leichnam zu einem Bestattungsunternehmen. Seine Familienmitglieder versuchten, die Polizei aufzuhalten, wurden aber beiseitegeschoben. Sie durften den Leichnam nicht zum Bestattungsinstitut begleiten.

Herrn Weis Tod ist der zweite verdächtige Tod eines Falun-Dafa-Praktizierenden innerhalb der letzten 14 Monate im Untersuchungsgefängnis der Stadt Qinhuangdao.

Verhaftungen

Herr Wei und seine Frau Yu Shurong hatten ein Milchlieferantenunternehmen betrieben. Sie wurden am 12. Juni 2018 verhaftet. Die Polizei verdächtigte sie, einen Monat zuvor Spruchbänder mit Botschaften über Falun Dafa aufgehängt zu haben.

Polizisten durchsuchten ihre Wohnung ohne Durchsuchungsbefehl und stellten keine Liste mit den beschlagnahmten Gegenständen zur Verfügung.

Das Paar wurde auf der Polizeistation Changjiangdao verhört und dann zum Untersuchungsgefängnis Qinhuangdao gebracht. Sie wurden in Strafhaft genommen.

Die beiden Söhne des Paares gingen am Tag nach der Verhaftung in die Wohnung ihrer Eltern. Bald darauf kamen Polizisten und Mitglieder des Wohnviertelkomitees vorbei und schikanierten die beiden Söhne. Möglicherweise hatten sie gesehen, dass das Licht in der Wohnung des Paares angegangen war.

Die Polizei rief am 14. Juni die Frau des älteren Sohnes des Paares an. Der Anrufer drohte damit, dass ihre Schwiegereltern verurteilt würden, weil sie Transparente über Falun Dafa aufgehängt hätten und Falun-Dafa-Literatur besäßen.

Gerichtsverhandlungen

Wei und Yu hatten zwei Verhandlungen vor dem Gericht in Changli, zuerst am 19. Dezember 2018 und dann am 4. Juli 2019. Ihr Anwalt und ein Familienmitglied plädierten für sie auf nicht schuldig.

Der Staatsanwalt beschuldigte sie, „eine Sektenorganisation zu benutzen, um den Gesetzesvollzug zu untergraben“. Das ist ein üblicher Vorwand, mit dem auf Geheiß des chinesischen kommunistischen Regimes versucht wird, Falun-Dafa-Praktizierende zu verleumden und zu verhaften.

Der Anwalt des Paares brachte vor, dass kein Gesetz in China Falun Dafa kriminalisiere oder als Sekte bezeichnen würde. Der Staatsanwalt habe es versäumt, Beweise dafür vorzulegen, wie ihr Praktizieren von Falun Dafa den Gesetzesvollzug untergraben habe.

Später verurteilte der Richter Herrn Wei zu sieben Jahren Gefängnis und Frau Yu zu vier Jahren. Sie legten Berufung beim Mittleren Gericht der Stadt Qinhuangdao ein. Dieses hatte noch keine Anhörung ihrer Fälle anberaumt.

Frau Yu ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts noch im Untersuchungsgefängnis der Stadt Qinhuangdao inhaftiert.

[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.

Chinesische Version

Systematische Verfolgung seit 20 Jahren – 20. Juli 1999​

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