Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on google
Share on email
Share on print

Fallende Blüten von Li Shangyin

Fallende Blüten

Kaum ist der noble Gast gegangen,
wirbeln Blütenblätter durch das Gärtchen
bedecken die geschwungenen Wege,
verstärken noch den Glanz des späten Sonnenlichts.

Ich schaff’ es nicht, sie einfach wegzufegen,
wer weiss, ob dieser Anblick jemals wiederkehrt.

Zu Ende geht der Frühling
und mit ihm die Empfindsamkeit.
Nichts bleibt – bis auf das Salz der Tränen am Gewand.

Li Shangyin (813-858 n. Chr.) gilt als einer der letzten grossen Dichter der Tang-Zeit. Im Alter von zehn verliert er seinen Vater und übernimmt die Verantwortung für die Familie. Nach mehreren Versuchen schafft er die Beamtenprüfung. Seine Frau verstirbt früh. Die ungewollte Feindschaft mit einem seiner Freunde und die politischen Wirren seiner Zeit, verunmöglichten ihm eine ordentliche Karriere als Beamter. Seine Gedichte sind eher melancholisch, erzählen von Einsamkeit, Sehnsüchten, erfüllter oder unerfüllter Liebe. Seine Sprache ist bildreich und dicht, weshalb Li Shangyin gerne als vieldeutiger Poet beschrieben wird. Beinahe 600 seiner Werke sind bis heute überliefert.

Quelle: Bild stammt von A_Different_Perspective/ Pixabay, das Gedicht aus dem Buch Windgeflüster von Thomas O. Höllmann, C.H BECK Textur, Seite 55 und 99

Das Neueste

Archiv