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{Fa-Konferenz Deutsch-Schweiz 2019} Zwanzig Jahre Kultivierung gemeinsam mit euch

Seien Sie gegrüsst, verehrter Meister!
Seid gegrüsst, liebe Mitpraktizierende!

Im Alter von ungefähr zwanzig Jahren las ich in einem Buch, dass ein Mensch durch Selbstkultivierung über mehrere Inkarnationen hinweg die Vollendung erreichen könne. Das erregte mein Interesse und weckte in mir den Wunsch, dies zu erreichen. In der Folge trank ich ein Jahr lang keinen Alkohol mehr und ernährte mich über mehrere Jahre hinweg vegetarisch. Das war’s dann aber auch schon. Es fehlte die Anleitung zur Kultivierung. Jedoch war ich seit jenem Zeitpunkt weiterhin an spirituellen Lehren interessiert und suchte nach dem richtigen Weg. Allerdings änderte sich meine Motivation mit der Zeit unmerklich hin zu einem Streben nach guter Gesundheit und dem Erlangen übernatürlicher Fähigkeiten. Und es wurde noch schlimmer, denn ich füllte mich mit menschlichen Anschauungen wie: „Dem Wunsch nach viel Geld, der Befriedigung sexueller Lüste und Begierden und dem Wunsch nach einem guten, angenehmen Leben.” Und je älter ich wurde, umso mehr verschlechterte sich meine Moral.

Doch ganz vergessen ging der Wunsch nach Erlangen der Vollendung nicht, er blieb in meinen Erinnerungen bewahrt. Beinahe zwei Jahrzehnte später, im Frühling 1999 brachte Meister Li Hongzhi das Fa (Gebot) zu mir. Zur gleichen Zeit hatte ich noch zwei andere spirituelle Wege, die mich interessierten. Für den Einen suchte ich im Internet nach Kursen, und für den Anderen besuchte ich ein Probe-Wochenende. Und von Falun Dafa hatte ich das Buch mit den Übungserklärungen zur Hand. Heute bin ich unserem Meister unendlich dankbar, dass er mich auf den richtigen Weg geführt hat.

Im Laufe der Kultivierung erkannte ich, wie egoistisch ich früher war. Meine Freizeit zu geniessen war mir viel wichtiger als meinen Eltern zu helfen, die mit ihrem Geschäft, Haus und Garten oftmals für meine Hilfe dankbar gewesen wären. Und wenn ich gelegentlich half, tat ich es ungern.

Mein Verhältnis zu meinem Vater war oft etwas angespannt. Das ganze Leben lang erteilte er mir und meinen Geschwistern Anweisungen. Selbst kleine Aufgaben sollten exakt nach seinen Vorstellungen erledigt werden. In mir bildete sich Widerstand, ich wollte nicht mehr auf ihn hören und widersprach ihm oft. Wenn er sagte, ich solle dies oder das so tun, tat ich es gerade anders. Ich tat dies aber nicht bewusst, sondern liess mich von Faktoren steuern, die sich in meinem Innern gebildet hatten. In der Zeit nach seinem Tod begannen sich diese Faktoren langsam aufzulösen, was mir erst dann ermöglichte, die Dinge unbefangen zu betrachten. Bei den Arbeiten im Garten und ums Haus sehe ich nun hier und dort, dass mein Vater sehr geschickt gewesen war und viele Dinge wirklich gut gelöst hatte. Er verfügte über nützliches Wissen, das ich in meinem Groll nicht von ihm annehmen wollte. Schliesslich hatte er es nur gut gemeint, hatte aber leider nicht die Fähigkeit gehabt, es meinen Geschwistern und mir auf annehmbare Weise zu vermitteln.

Groll überwunden, Dankbarkeit erscheint

Mein Vater hatte den grossen Wunsch, seinen Lebensabend zu Hause zu verbringen und nicht in einem Alters- oder Pflegeheim. Meine Mutter sowie meine Geschwister und ich, wir alle wollten ihm diesen Wunsch erfüllen. Von dem Moment an, an dem er auf Hilfe von Fachpersonen der Krankenpflege angewiesen war, kam jeden Morgen und Abend eine Pflegefachperson, um ihn zu waschen, zu pflegen und anzukleiden. Sie kümmerten sich hervorragend um ihn. Für die weitere Pflege unterstützten wir Geschwister uns gegenseitig, wobei ich, da ich im Elternhaus die obere Etage bewohne und von zu Hause aus arbeite, die Hauptrolle übernommen habe. Dies war eine sehr zeitaufwändige Herausforderung. Da ich durch das Fa eine entspannte Lebenseinstellung hatte, konnte ich die Aufgabe jedoch zur besten Zufriedenheit erfüllen. Meine Mutter und Geschwister, meine Neffen und das Pflegepersonal, alle lobten mich. Und selbst mein Vater bedankte sich bei mir von Herzen. Die Konflikte waren wie aufgelöst. Auf diese Weise konnte ich ihnen zeigen, wie aufrichtig das Fa ist. Sie alle erlebten wie ich mich um die Bedürfnisse meines Vaters kümmerte und meine persönlichen Interessen hinten anstellte.

Dies alles geschah zur gleichen Zeit, in der unsere Shen Yun Promotion 2018 in vollem Gange war. Es war eine grosse Herausforderung für mich, denn ich war stark in die Vorbereitungen involviert und managte die Hotline und bediente sie auch teilweise. Die Veranstaltungen haben wir mit Erfolg abgeschlossen, die Pflege meines Vaters verlief gut. Jedoch vernachlässigte ich meine privaten und geschäftlichen Angelegenheiten teilweise.

Das Fa zu wenig ernst genommen

In den Jahren meiner Kultivierung habe ich aber längst nicht alles gut gemacht.  

Kurz vor Beginn der Verfolgung in China habe ich das Fa erhalten, also mit der Kultivierung angefangen. Mein gesamter Kultivierungsprozess dauert mittlerweile zwanzig Jahre. Mit Bedauern blicke ich auf die Jahre zurück, in denen ich mir viel zu wenig Mühe für das Kultivieren und das Praktizieren gegeben habe. Zwar habe ich mich mit sehr fleißig bei verschiedenen Projekten eingebracht, aber die persönliche Kultivierung und das Praktizieren habe ich zu wenig ernst genommen. Ich habe zwar mit ganz wenigen Ausnahmen täglich im Zhuan Falun (Hauptwerk des Falun Dafa) oder Fa-Erklärungen gelesen, jedoch habe ich mich zu wenig darum bemüht, die Fa-Grundsätze umzusetzen. Ausserdem habe ich über wahrscheinlich zehn Jahre hinweg die Übungen nur ein bis zweimal pro Woche praktiziert, manchmal dreimal. Es ist eine versäumte, kostbare Zeit, sie kann nicht zurückgeholt werden. Und sie kann kaum jemals aufgeholt werden.

Konnte ich so weitermachen? Nein, keinesfalls! Ich verbesserte mich zwar stark, schaffe es aber leider bis heute immer noch nicht, die Übungen täglich zu praktizieren. Ich muss mir unbedingt mehr Mühe geben und auch die Anhaftungen finden, die zu dieser Lücke geführt habenführen.

Und wie sieht es mit dem Fa-Lernen aus? Und wie mit dem Aussenden der Aufrichtigen Gedanken? Muss ich mich wundern, dass sich zwischen fleissigen Praktizierenden und mir Abstände zeigen, wenn dieser Kultivierungszustand über längere Zeit anhält? Nein, wahrlich nicht. Und wir wissen nicht, wann der Tag kommt, an dem das Fa in der Menschenwelt berichtigt wird. Wenn wir es bis dahin nicht gut machen…Wie ich mich erinnere, hat unser Meister in einer Fa-Erklärung gesagt, dass die Reue dann gross ist und das Weinen nichts mehr nützt.

Und was wird über die Jahre deutlich, wenn jemand, der fleissig nach innen geschaut hat, mit jemandem verglichen wird, der dies vernachlässigt hat? Oder bei jemandem, der seine Anhaftungen beständig beseitigt hat, im Vergleich zu jemandem, der dies nicht getan hat? Man tendiert vielleicht dazu, nur in kleineren Zeiträumen zu vergleichen – ein Tag, eine Woche. Jedoch über einen langen Zeitraum hinweg betrachtet, sind die Unterschiede aber einfach unglaublich gross, wirklich unglaublich gross. 

Für das russische Buch “Falun Dafa” hat unser Meister am 10. Juli 1999 eine Widmung geschrieben. Sie lautet: 

„Widmung für die russische Version von Falun Dafa
Schätze es!
Das Gelübde der Gottheiten erfüllt sich;
Schätze es!
Das ist das, wonach du suchst;
Schätze es!
Das Fa ist vor dir.“
(Li Hongzhi, Widmung für die russische Version von Falun Dafa, 10.07.1999)

Ja genau, ich muss es schätzen, und ich will es schätzen. 

Nun möchte ich kurz über Anhaftungen sprechen. 

Anhaftungen auflösen

In der ersten Lektion des Zhuan Falun sagt unser Meister:

„Der gesamte Kultivierungsvorgang eines Menschen ist ein Prozess, bei dem seine Anhaftungen ständig beseitigt werden.” (Li Hongzhi, Zhuan Falun, Online Version 2019, Seite 3) 

Auf einige Anhaftungen geht der Meister im Zhuan Falun konkret ein. Nach meinem Verständnis sind das die Anhaftungen, die mehr oder weniger fast die gesamte Gesellschaft irgendwie betreffen. Und die gesamte Marketingindustrie weltweit baut darauf auf und fördert die Anhaftungen sogar. Selbst Kinder werden hineingezogen. Anhaftungen sind in der Menschenwelt das Fundament für einen Multi-Milliarden-Markt. Und wir kultivieren uns mittendrin. 

Die Anhaftungen, die uns selber betreffen, werden uns aufgezeigt, oder wir erkennen sie selbst. Danach müssen wir sie bewusst beseitigen, wegkultivieren. Wie stark habe ich mich darin bemüht? In den ersten Monaten meiner Kultivierung habe ich Gegenstände weggeräumt, die zu meiner Bestätigung dienten, wie Fotos, Sportsachen usw. Dies bedeutete für mich das Loslassen von Geltungssucht. Genau betrachtet war das aber eher eine Handlung aus Vernunft, weil ich verstanden hatte, dass ich diese Dinge im Prozess meiner Kultivierung loslassen sollte. In der Tiefe jedoch wurde die Geltungssucht dadurch noch nicht beseitigt. Sie existierte weiter und sie kämpfte um ihr Überleben, und genau das tun die anderen Anhaftungen auch. Um sie loszuwerden, muss ich sie aktiv beseitigen. Würde ich meinen grössten Feind, der mich in die Hölle ziehen will, bei mir willkommen heissen? Ein gewöhnlicher Mensch tut das ununterbrochen, indem er die Anhaftungen nährt –, zum Beispiel durch lustvolle Fantasien. Wir als Kultivierende sagen aber genau dort „Stopp“ und beseitigen sie mit grosser Entschlossenheit. Ich habe das auch gemacht, und langsam wurde der Erotikdämon Stück um Stück beseitigt. Zeitweise war er wieder stark und ich war der Verlierer. Doch insgesamt wurde er immer weiter aufgelöst. Jetzt existiert nur noch ein kleines Stück, und ich bin fest entschlossen, diesen Rest auch noch zu beseitigen. 

Unser barmherziger Meister hat mir immer wieder Chancen gegeben. 

Immer wieder Chancen erhalten

Seit drei Jahren bin ich im Organisationsteam für die Shen Yun Veranstaltungen in unserer Region. Diese Aufgabe erfordert einen grossen zeitlichen Einsatz und auch grosse Verantwortungsbereitschaft. Bei der Entscheidung, Shen Yun in ein Land einzuladen, muss man sich bewusst sein, dass damit sehr viel Arbeit ausgelöst wird. Ich war mir dessen bewusst und wollte aus Angst vor der vielen Arbeit dem Team nur gelegentlich zur Verfügung stehen. Jedoch sah ich mich fast von Beginn weg mit Arbeit überhäuft. 

Unser Meister hat uns für dieses Projekt sein Vertrauen geschenkt. Es gibt viele Länder, in denen Shen Yun noch nie aufgetreten ist; vielleicht auch nie auftreten wird. Uns jedoch wurde diese himmlische Ehre zuteil. Wie konnte ich zuerst nur den Gedanken haben, mich nur zeitweise einbringen zu wollen!

Diese drei vergangenen Jahre in diesem anspruchsvollen Projekt boten mir viele Gelegenheiten zur Kultivierung. Die Hauptprüfung für mich bestand während den jeweiligen Projektphasen darin, dass es einfach sehr viele Aufgaben zu bewältigen gab. Die Dinge konnten oft gar nicht so schnell abgearbeitet werden wie neue hinzu kamen. Und viele Aufgaben mussten innerhalb kurzer Zeit erledigt werden. Geschäftliches und Privates versuchte ich so gut wie möglich nebenbei zu erledigen, und manches verschob ich auf die Zeit nach den Shen Yun Veranstaltungen. Bedauerlicherweise habe ich mich um jene Dinge nachher nicht gut gekümmert, so dass sie eine ständige Last darstellen. Das heisst, unter dem grossen Zeitdruck konnte ich fleissiger arbeiten. Wenn ich die Lücke dafür finden könnte, dass ich bei weniger Zeitdruck weniger gut vorankomme, könnte ich viele Vorarbeiten leisten. Ich betrachte das als grosse Lücke und möchte sie gerne schliessen.

Diese Lücke spiegelt sich auch im Schreiben dieses Erfahrungsberichtes wider. Zum besseren Verständnis sollte ich einige Ergänzungen anbringen. Daran habe ich so lange herumgemurkst, dass irgendwann der Tag gekommen war, an dem mir nichts mehr anderes mehr übrig blieb, als schnell eine einigermassen akzeptable Fassung niederzuschreiben und sie es erneut einzureichen. Es tut mir sehr leid, dass dadurch auch beim Übersetzungsteam der Zeitdruck grösser wurde.
Das Schreiben dieses Erfahrungsberichtes stellte eine wirklich grosse Prüfung für mich dar. Aber nicht nur die Ergänzungen bereiteten mir so viel Mühe, sondern der gesamte Prozess, der mit diesem Erfahrungsbericht verbunden war, stellte eine wirklich grosse Prüfung für mich dar. Mehrmals wollte ich aufgeben. Mehrmals wurde mir eine neue Abgabefrist gewährt. Doch je mehr ich mich damit befasste, umso klarer erkannte ich, dass ich es schaffen musste. Ich begriff, dass es eine Prüfung und Gelegenheit zur Kultivierung war, die ich nicht verpassen durfte.

Worin bestand denn die Prüfung? Ich dachte, dass es mir an eigenen Erkenntnissen mangelt, über die ich sprechen könnte. Aber das war noch ein harmloser Gedanke. Viel schlimmer war, dass ich Angst hatte das Gesicht zu verlieren, weil ich über meine Schwächen sprechen würde. Denn was soll ein Erfahrungsbericht, wenn er nur aus Lobhudelei bestehen würde? Also ich wollte meine Schwächen ansprechen, um sie dadurch blosszustellen, damit ich sie schneller auflösen könnte. Und jetzt sehe ich, dass es mir nicht gut gelungen ist. Ich habe mich nicht wirklich in die Tiefe gewagt. Alles ist noch ziemlich oberflächlich. Und doch muss ich den Bericht jetzt aus Zeitgründen abgeben. Ich weiss, dass ich mich in Zukunft besser kultivieren muss, dass ich häufiger und tiefer bei mir selber schauen und meine Xinxing erhöhen muss. 

Ich muss bereit sein für die Situation, die uns unser Meister im Zhuan Falun erklärt hat. 

Der Meister sagt folgendes: 

„Es kann sein, dass dir in Zukunft jemand gerade vor denjenigen, vor denen du am meisten befürchtest, dein Gesicht zu verlieren, zwei Ohrfeigen gibt, sodass du dich blamierst. Wie wirst du damit umgehen? Daran wird gesehen, ob du Nachsicht üben kannst oder nicht. Wenn du Nachsicht üben kannst, es im Herzen aber nicht loslassen kannst, geht es auch nicht. Ihr wisst, wenn einer die Ebene des Arhats erreicht hat, nimmt er sich nichts zu Herzen, ganz gleich was ihm begegnet. Er nimmt sich unter den gewöhnlichen Menschen nichts zu Herzen und bleibt immer fröhlich, auch wenn er große Verluste einstecken muss. Wenn du das wirklich erreichen kannst, hast du schon die anfängliche Erleuchtungsposition eines Arhats erreicht.” (Li Hongzhi, Zhuan Falun, Online Version 2019, Seite 472) 

Ich denke, das trifft bei mir auch unter Praktizierenden zu, nicht nur unter gewöhnlichen Menschen. 

Ich bedanke mich bei euch allen, dass ich mit euch gemeinsam den Weg der Kultivierung gehen darf. Es ist unendlich wertvoll und ich schätze jeden einzelnen von euch und ich schätze die Gelegenheit insgesamt. 

Vielen Dank, verehrter Meister, dass Sie für mich die Schicksalsverbindung über endlos viele Jahre aufrecht erhalten haben und dass ich dazu auserkoren bin, einer Ihrer Dafa-Jünger sein zu dürfen. 

Danke, verehrter Meister!
Danke, liebe Praktizierende!

Systematische Verfolgung seit 20 Jahren – 20. Juli 1999​

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