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{Europäische Fa-Konferenz 2019} Dinge mit ganzem Herzen tun – Einheit macht stark

Grüße an den verehrten Meister,

Grüße an die Mitpraktizierenden.

Ich möchte einige Erkenntnisse mitteilen, die ich gewonnen habe, als es darum ging, Dinge aus ganzem Herzen zu tun.

Als Praktizierender kann es etwas schwierig sein, die verschiedenen Rollen und Beziehungen, die wir im Leben haben, auszubalancieren: Ehemann, Vater, Sohn, Bruder, Freund, Berufskollege, Kollege, Praktizierender, Mitpraktizierende ….

Nach meinem Verständnis ist es wichtig, diese Rollen gut auszubalancieren und gleichzeitig alle diese Rollen von ganzem Herzen zu spielen.

In meinem Berufsleben hatte ich gelernt, dass es effektiv sein kann, die 80/20-Regel zu befolgen: 80% des Ergebnisses mit 20% Aufwand zu erzielen. Aber es ging nur darum, Dinge zu priorisieren und praktische Ergebnisse zu erzielen. Gleichzeitig denke ich aber jetzt, dass es 100% des Herzens braucht, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Meine Erkenntnis ist, wenn man 100% des Herzens einsetzt, alle Aspekte des Lebens zusammenkommen und sich so große Ergebnisse und Verbesserungsmöglichkeiten generieren können, sowohl für uns selbst als auch für unsere Umgebung. Wenn sich all diese Aspekte vereinen und es einem Praktizierenden gelingt, seine Talente in all diesen Bereichen zu entfalten, dann arbeiten die Elemente aus all diesen Bereichen zusammen. Das ist dann „l’union fait la force“.

„L’union fait la force” ist ein französischer Ausdruck und bedeutet so viel wie „Einheit macht stark“.

Kürzlich war ich an einem Projekt beteiligt, bei dem es um einen neuen Gesetzgebungsvorschlag im belgischen Parlament ging.

Eigentlich hatte das Projekt, dank des von mir erwähnten Effekts zumindest teilweise begonnen. Mehrere Aspekte meines Lebens und mehrere Rollen, die ich hatte, kamen zusammen und führten dazu, dass sich Türen öffneten und Gelegenheiten boten. Meine Rolle als professioneller Berater im Gesundheitswesen, meine Beziehung zu meiner Schwiegerfamilie, meine Teilnahme an einer gesellschaftlichen Veranstaltung und den Menschen, die ich dort getroffen hatte, meine Beziehung zu einem lokalen Politiker aus meiner Stadt und natürlich meine Rolle als Praktizierender – all diese Dinge kamen zusammen. Sie führten zum Ausgangspunkt eines juristischen Projekts mit Politikern verschiedener politischer Parteien.

Während des Projekts versuchte ich, mehrere Praktizierende miteinzubeziehen, auch solche, die in den letzten Jahren nicht sehr aktiv gewesen waren. Ich bat einen anderen Praktizierenden, die Koordination des Projekts zu übernehmen. Das war für mich keine leichte Aufgabe.

Es war eine Entscheidung, die ich zu Beginn des Projekts getroffen hatte. An mehreren Stellen im Projekt war ich froh darüber, dass die Koordination nicht in meinen Händen lag. Ich spürte allerdings immer noch, dass der größte Teil des Projektfortschritts von mir abhing. Manchmal war ich frustriert darüber, wenn es so aussah, als versuchten Praktizierende eher, Probleme statt Lösungen zu finden. Aber trotzdem war ich glücklich, diesen Prozess durchlaufen zu haben. Ich konnte ehrlich die Vorteile sehen, die es mit sich brachte, ihn gemeinsam zu durchlaufen. In mehreren Situationen war mir nicht ganz klar, was der nächstbeste Schritt sein sollte. An diesen Stellen gelang es dem Projektkoordinator jedes Mal, gute Vorschläge zu unterbreiten. Denen konnte ich einfach folgen, die dann zu einem Fortschritt für das Projekt führten. Die Praktizierenden, die gemeinsam daran arbeiteten, und die Ergebnisse, die wir daraus zogen, erschienen mir wie eine weitere Manifestation von „Einheit macht stark“.

Im letzten Moment, kurz vor der Abstimmung im belgischen Parlament, machten mehrere Praktizierende Bemerkungen, die mir problematisch erschienen. Es schien, als würden sie das Projekt nicht unterstützen. Es schien, als wollten sie die Parlamentsmitglieder an Bedingungen knüpfen, wie zum Beispiel: „Nur wenn Sie dieses Gesetz mit dieser Haltung und dieser Denkweise unterstützen, wollen wir, dass Sie dafür stimmen. Wenn Sie dieses oder jenes Verständnis nicht haben, denken wir, dass es nicht zählt.“ So kurz vor dem Ende dieses Projekts war es für mich ziemlich störend, so etwas zu sehen.

Um das klarzustellen: Was ich gerade beschrieben habe, war mein Verständnis entsprechend meiner damaligen Sichtweise. Ich behaupte natürlich nicht, dass dies wirklich das war, was diese Praktizierenden beabsichtigten. Aber auch in dieser Projektperiode konnte ich weiterhin auf die guten Absichten der Mitpraktizierenden vertrauen und weiterhin am grundsätzlich positiven Charakter dieses gesamten Prozesses glauben. Das war für mich ein weiterer Moment der Öffnung und Zusammenarbeit.

Es war ein Moment des Glaubens an die komplizierten Arrangements unseres Meisters, der alle Aspekte der Kultivierungswege der Praktizierenden und alle Aspekte der Errettung von Menschen gleichzeitig berücksichtigt. Es war eine wunderbare Welt der Dinge, die zusammenkamen. Diese konnte ich nicht einmal zu verstehen beginnen. Es ging weit über jeden Aspekt der Vollkommenheit hinaus, den ich verstehen konnte.

Vor kurzem hat das belgische Parlament dieses Gesetz gegen den Handel mit kommerziellen Organen und die damit verbundenen Verbrechen einstimmig angenommen.

Das Gesetz ist ein allgemeines Gesetz, was bedeutet, dass es sich nicht speziell gegen China richtet. Es bezieht sich aber auf die Resolution des EU-Parlaments von 2013, in der die Organentnahme in China verurteilt wird.

Die Tatsache, dass dieses Gesetz im Plenum des Parlaments einstimmig angenommen wurde, schien durchaus sinnvoll zu sein. Der Slogan Belgiens lautet „L’union fait la force“ oder „Einheit macht stark“.

Belgische Politiker sowie das belgische Volk sind im Allgemeinen nicht besonders dafür bekannt, sehr mutig zu sein. In diesem Fall hatte keiner von ihnen klare Worte benutzt, um China zu verurteilen. Aber sie kamen zusammen und taten das Richtige – nicht aus einer individuellen Tapferkeit heraus, sondern auf der Grundlage von „Einheit macht stark“.

Belgien ist ein kleines Land und so klein wie es ist, ist es auch ein geteiltes Land. Dennoch erlebten wir hier eine einstimmige Abstimmung im Parlament. Das war äußerst bedeutungsvoll. Es gibt nicht viele Gesetze, die im belgischen Parlament je einstimmig verabschiedet wurden. Es fühlte sich für mich an, als würde die Abstimmung das gesamte Land vertreten und dem Kopf des Bösen in China sagen, dass wir nicht einverstanden sind, diese Grenze zu überschreiten. Als würde man sagen: Obwohl wir mit euch Geschäfte machen und politische und andere komplizierte Interaktionen mit euch haben, ist dies wirklich unser Endergebnis. Wir werden diesen Weg nicht weiter gehen.

Es war, als würde man im Namen aller Belgier sagen: „Wir werden nicht mit dir zur Hölle fahren!“

Auf diese Weise war dieses Gesetz zu einer Aussage eines kleinen Landes gegen die Organentnahme in China geworden. Zumindest verstand ich diesen Moment so und er berührte mich wirklich tief.

Es erinnerte mich an einen Moment, als wir vor vielen Jahren in Luxemburg Aktivitäten zur Aufklärung über die wahren Umstände veranstalteten. Unseres Wissens nach gab es zu jenem Zeitpunkt keine Praktizierenden in Luxemburg. Bei Aktivitäten in der Stadt und vor der chinesischen Botschaft fühlte es sich in dieser Region so an, als würde die Anwesenheit der Praktizierenden etwas Licht, einige Lichtpunkte in eine dunkle und schwarze Umgebung bringen. Ich bekam einen Eindruck davon, wie wichtig es für jede Region ist, Praktizierende zu haben. Und wie wichtig die Rolle der Praktizierenden für die Region ist, in der sie leben. Praktizierende können Licht in die Region bringen, in der sie leben – die Region, für die sie Verantwortung tragen.

Mit der einstimmigen Verabschiedung dieses Gesetzes im belgischen Parlament scheint es mir, dass das ganze Land jetzt als direkte Folge der Anwesenheit und Tätigkeit von Praktizierenden in einen dauerhafteren Zustand von ein wenig Licht gehüllt wurde.

Ich hoffe, dass das in Belgien verabschiedete Gesetz ein Beispiel oder eine Inspiration für Praktizierende und Parlamente in anderen Ländern ist, ob groß oder klein.

Eine weitere Erfahrung, die ich mit Herzblut und mit „Einheit macht stark“ in den letzten Jahren gemacht hatte, war die Arbeit mit dem Shen-Yun-Projekt.

Der Meister hat alle Praktizierenden gebeten, sich dafür zu engagieren – und zwar von ganzem Herzen.

Als Koordinator des Shen-Yun-Projekts in Belgien versuchte ich, jedem Praktizierenden die Möglichkeit zu geben, sich von ganzem Herzen in das Projekt einzubringen.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich unsere Promotionsmethoden weiter und wurden immer besser. Zuerst schien die Zusammenarbeit von ganzem Herzen einen Aspekt zu beinhalten, bei dem alle Praktizierenden einen Teil der gleichen Art von Arbeit leisteten. Nun scheint es eher so zu sein, dass jeder Praktizierende von ganzem Herzen zu dem Teil der Arbeit beiträgt, wo seine Talente am besten genutzt werden können.

Persönlich gelang es mir sicherlich nicht immer, als Mensch und als Praktizierender 100% ehrlich zu sein. Zu oft war ich weit davon entfernt, jeden Moment mit mir selbst und mit allen Aspekten meines Lebens verbunden zu sein. Dies zeigte sich am deutlichsten in Momenten, wo ich negative Gedanken hatte oder eine Herausforderung oder Trübsal nicht annehmen konnte.

Ich war sicherlich auch nicht immer in der Lage, die von mir koordinierten Dafa-Projekte zu 100% auf offene und gemeinschaftliche Weise durchzuführen. Ich entschuldige mich dafür aufrichtig bei meinen Mitpraktizierenden. Vielleicht kann es für meine Mitpraktizierenden beruhigend sein zu wissen, dass ich während dieses Prozesses Lehren daraus ziehen und Fortschritte machen konnte. Für alle anderen Beteiligten nehme ich an, dass sie das Gleiche erfahren haben.

Ich glaube fest an die Perfektion der von unserem Meister getroffenen Arrangements.

Ich hoffe, dass ich in Zukunft mehr Weisheit finde, um dies auch inmitten von Lern- und Transformationsprozessen zu berücksichtigen.

Erst kürzlich habe ich einen weiteren Aspekt erkannt, Dinge von ganzem Herzen zu machen. Mit ganzem Herzen Dinge zu tun, bedeutet auch, sich um jeden Aspekt des Projekts zu kümmern, an dem ich arbeite. Beim heute erwähnten politischen Projekt hatte ich mich nicht gut auf den letzten Teil des Projekts vorbereitet. Das beinhaltete die Medienarbeit und die Nachbereitung mit den Politikern nach der Gesetzesabstimmung. Mit einer besseren Vorbereitung dieser Aspekte hätte das Ergebnis noch besser sein können, denke ich. Es hätten dann auch noch mehr Menschen erreicht werden können. Zudem führte die nicht optimale Vorbereitung dieser letzten Schritte des Projekts zu einem starken Konflikt. Daraus entstanden plötzlich Verwirrung, Mistrauen und negative Gedanken.

Ich war überrascht, wie schnell die Dinge schlecht laufen oder Situationen negativ werden kann, wenn wir nicht auf jeden Aspekt eines Projekts achten, einschließlich der letzten Schritte. Ich hätte es wissen müssen. Der Meister hat dies bereits mehrmals  erklärt und es uns am Beispiel Shen Yun gezeigt. Ich hoffe, dass dies eine gute Lektion für mich sein kann, sowohl für eine bessere Handhabung aller Aspekte der Projekte, an denen ich arbeite, als auch für einen besseren Umgang aller Aspekte meiner Kultivierung – bis zum letzten Schritt.

Damit ist mein Austausch beendet.

Ich bin dankbar für diese Gelegenheit, mein Verständnis zu teilen.

Wenn ihr etwas Unangemessenes bemerkt habt, lasst es mich bitte wissen.

Vielen Dank, verehrter Meister.

Vielen Dank, liebe Mitpraktizierende.

Systematische Verfolgung seit 20 Jahren – 20. Juli 1999​

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