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Die unterschiedliche Wirkungsweise von einem absichtslosen und einem absichtsvollen Herzen

Absichtsvolles Streben scheint sinnvoll zu sein, um das Gewünschte zu erreichen. Es ist jedoch das absichtslose Handeln, das aus einem reinen Herzen kommt und Segen bewirkt.

Kaiser Liang Wudi (502-549 n. Chr.), der aus einer angesehenen Aristokratenfamilie stammt und hohe Beamtenposten bekleidet, tritt die Nachfolge des Regenten Hedi aus dem Staat Qi an.

Hinweise am Ende des Textes

Der Überlieferung nach überlegte Kaiser Liang Wudi des Öfteren, wie er den kaiserlichen Thron behalten und an seine Nachfahren vererben könnte. Er fand jedoch keine schlüssige Lösung und fragte einen Wandermöch nach seiner Meinung. „Wenn ich in diesem Leben Kaiser werden konnte, habe ich dann im vorigen Leben etwas Gutes getan?“ Schau doch einmal, was ich in meinem vorigen Leben Gutes getan habe, dass mich so viel De (Tugend) sammeln ließ, dass ich Kaiser werden konnte.“ Der Mönch schloss seine Augen und nach einigem Überlegen sprach er: „Der Kaiser war in seinem vorigen Leben ein Holzfäller. Einmal erlebte er auf dem Weg zum Holzfällen einen heftigen Regen. Er rannte hinauf zu einem alten schäbigen Tempel, um Schutz vor dem Regen zu finden. Dieser Tempel war schon länger verwaist und in einem desolaten Zustand. Die Buddha-Statue war den zersetzenden Kräften von Wind und Wetter ausgesetzt und sah entsprechend mitgenommen aus. Als du dies gesehen hattest, erwachte in dir das Mitgefühl und du dachtest: „Wie kann man den Buddha so behandeln?“ Du warst damals sehr arm, und trotzdem hast du dann deinen einzigen Strohhut der Buddha-Statue auf den Kopf gesetzt, um ihn vor dem Regen zu schützen. Als Buddha dies gesehen hatte dachte er: „Dieser Mensch hat so ein gutes Herz, dann werde ich ihn im nächsten Leben in der Menschenwelt König werden lassen, sodass er eine gute Vergeltung bekommt.“

Nachdem der Wandermönch dies gesprochen hatte, ging er davon. Kaiser Wudi war sehr glücklich über das, was er soeben gehört hatte. „Durch einen Strohhut kann man schon Kaiser werden“, dachte er bei sich. „Ich werde im ganzen Land Tempel errichten und Buddha-Statuen bauen lassen, dann werde ich sicherlich für immer Kaiser bleiben können.“

Sodann ließ er Bauarbeiten riesigen Ausmaßes durchführen. Ungeniert plünderte er dabei das Geld des Volkes. Nach drei Jahren suchte Kaiser Wudi den Wandermönch wieder auf und fragte: „Jetzt, nachdem ich so viel Gutes für den Buddha getan habe, kann ich doch meine Macht und Herrschaft behalten, oder?“ Der Mönch schüttelte den Kopf und erwiderte: „Nein, du wirst deine Macht nicht für immer behalten und deine Lebenszeit wird sogar verkürzt.“ Der Kaiser fragte bestürzt nach dem Grund. Der Wandermönch erklärte: „Du hast im früheren Leben alles absichtslos verrichtet. Diesmal hast du die Sache mit einem berechnenden Herzen getan. Dein Handeln war egoistisch, hat die Beamten verärgert und dein Volk verarmen lassen.“ Als der Kaiser dies hörte, war er sehr zerknirscht.

Zum Bild: Xiao Yan, Martial Emperor of Liang. Hanging scroll, color on silk. Original size 76.8×56.4 cm (height x width). Image here is slightly cropped. Text is 梁武皇帝 (Emperor Wu of the Liang Dynasty). Located in National Palace Museum, Taipei.

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