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Die Kultur des Laba-Festes in China

Das Laba-Fest wird am achten Tag des zwölften Monats gefeiert. Die Tempel kochen für die Besucher einen köstlichen und nahrhaften Brei. Ursprünglich ein Fest zum Erntedank, wandelte es sich mit der Ankunft des Buddhismus im 1. Jahrhundert zu einer klösterlichen Tradition, die bis heute fortgeführt wird. 

Bild eines Laba-Breis. Dieser besteht hauptsächlich aus Klebreis, Bohnen, Lotussamen, getrockneten Früchten
und Nüssen, die über mehrere Stunden zu einem Brei verkocht werden. Foto: Wikipedia

Es gibt mehrere Legenden, wie die Tradition des Brei-Essens entstand. Eine ist die der Hirtin, die dem meditierenden zukünftigen Buddha Shakyamuni einen stärkenden Brei reichte. Eine andere bringt den Brei mit dem Kaiser Hongwu (Zhu Yuanzhan) in Verbindung, der aus ärmlichen Verhältnissen stammte, in einem buddhistischen Kloster seine Ausbildung bekam und später die Ming-Dynastie gründete.

Aufgrund seiner großen Leistungen wird er zu einem der bedeutendsten Kaisern Chinas gezählt. Die Geschichte die über Kaiser Hongwu (Zhu Yuanzhan) erzählt wird, beginnt mit seiner bescheidenen Herkunft. Er kam als Sohn armer Tagelöhner zur Welt und musste schon als kleiner Junge für einen reichen Bauern die Tiere hüten, um ein bisschen Essen zu verdienen.

Dieser Bauer war geizig und böse und schlug das Kind oft wegen Kleinigkeiten. Eines Tages fiel der Wasserbüffel von der schmalen Brücke, über die er das Tier hätte führen sollen. Ausser sich vor Wut, sperrte der Bauer den Jungen in eine Scheune. Dort musste Zhu Yuanzhang drei Tage und drei Nächte ohne Nahrung ausharren.

Als er hungrig wurde suchte er in jeder Ecke nach etwas essbarem, konnte aber ausser Sägemehl, Stroh und Gräsern nichts finden. Schliesslich fiel sein Blick auf einen Käfig mit Ratten und er entschloss sich eine der Ratten zu verspeisen. Als er sich dem Käfig näherte erspähte er eine Büchse mit Rattenfutter. Sie enthielt kleine Mengen an Reis, Bohnen, Kastanien, Mais und Taro.

Da beschloss der Junge sich einen Brei daraus zu kochen. Er goss Wasser dazu, machte mit dem Stroh und zwei Steinen die er aneinander rieb Feuer und kochte sich den Brei. Es schmeckte ihm besser als alles, was er bisher gekostet hatte. 

Jahrzehnte später war Zhu Yuanzhang Kaiser und täglich bekam er die köstlichsten Speisen serviert. Der Überfluss wurde ihm bald zum Verdruss und er sehnte sich nach etwas Einfachem. Da erinnerte er sich an seine Kindheit und befahl einen Brei mit den selbigen Zutaten zu kochen.

Das geschah der Legende nach am achten Tag des zwölften Mondmonats. Als die Minister und Generäle den Kaiser Brei essen sahen, folgten sie seinem Beispiel und auch die Menschen im Land.

Über das Laba-Festival:
Das Laba-Fest wird in China am achten Tag des zwölften Mondmonats gefeiert. Dabei wird traditionell ein Brei aus Hirse oder Reis und weiteren Zutaten zubereitet. Der Ursprung dieser Tradition wurzelt in der Idee des Erntedank an den Gott der Landwirtschaft. Als sich der Buddhismus ausbreitete entstand die Legende von der Hirtin, die den meditierenden Siddharta Gautama mit Brei versorgte, wenige Tage bevor er Erleuchtet wurde. Als Erinnerung an dieses Ereignis bereiteten die Mönche Laba-Reisbrei zu. Diesen teilten sie mit den Menschen in der Umgebung des Klosters. Es gibt weitere Geschichten über die Entstehungsgeschichte dieses Mahls und eine der bekannteren ist die des ersten Kaisers der Ming-Dynastie, Zhu Yuanzahng.

Quelle der Legende: Heide-Renate Döringer, Himmlische Mächte und irdische Feste, Verlag Horlemann, 2011, Seite 191

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