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Die Kultivierungsgeschichte von Buddha Milarepa – Teil III

Rechungpa fragte: „Meister, Sie hatten davon gesprochen, dass Sie zuerst schlechte Taten verübten. Was ist passiert?“

Milarepa erwiderte: „Zuerst einmal erzeugt man bei schlechten Taten viel schlechtes Karma, indem man tödliche Beschwörungstechniken und Hagelschlagtechniken anwendet.“

„Meister“, fragte Rechungpa, „warum wollten Sie die Beschwörungstechniken erlernen?“

Milarepa sagte: „Als ich bei dem Lama der Roten Sekte lernte, sollte eines Tages ein Festival in der Kyangats-Ebene stattfinden. Die Dorfbewohner luden meinen Meister als Ehrengast ein und er nahm mich mit. Die Leute bereiteten ein Fest vor und servierten meinem Meister den besten Wein. Ah, es gab so viel schönen Wein an diesem Tag. Alle hatten so viel getrunken, wie sie konnten, und ich tat dasselbe. Danach hatte ich einen vollen Magen, war betrunken und hatte einem schwindligen Kopf.“

„Als mein Meister sah, dass ich betrunken war, sagte er mir, ich solle zuerst mit den Gaben in den Tempel zurückkehren. Ich tastete mich auf dem Hügelpfad vorwärts, entspannt und sorgenfrei. Ich erinnerte mich irgendwie an diejenigen, die während des Festivals gesungen hatten. Ihre Stimmen waren so schön gewesen. Als ich weiter darüber nachdachte, juckte meine Kehle, und ich konnte nicht anders, als zu singen.

Mein Gesang war im ganzen Dorf bekannt. Da ich betrunken und glücklich war, war meine Stimme laut und deutlich. Die Melodie war gut, als ob mein Verstand fliegen würde. Meine Beine wurden beweglicher und ich sprang und tanzte, während ich weiter sang und lief. Ohne es zu merken, machte ich mich auf den Weg nach Hause. Sogar als ich die Tür erreichte, tanzte und sang ich noch. Zu dieser Zeit brannte meine Mutter gerade Weizen. Sie war überrascht von der Stimme und murmelte: ‚Diese Gesangsstimme ist genau wie die meines Sohnes. Aber es gibt wahrscheinlich keine anderen Menschen auf der Welt, die ein so bitteres Leben haben wie wir. Ich glaube nicht, dass mein Sohn so glücklich singen würde.‘ Verwirrt und neugierig ging sie zum Fenster, um einen Blick nach draußen zu werfen. Als sie sah, dass ich es war, wurde sie so wütend, dass ihr ganzer Körper zitterte. Sie ließ die Feuerzange in ihrer rechten Hand zu Boden fallen und schmiss den Spachtel aus ihrer linken Hand herunter – es war ihr egal, ob der Weizen verbrennen würde. Sie nahm einen Stock in die rechte Hand und eine Handvoll Asche in die linke Hand und eilte damit nach unten. Als sie aus der Tür herausgetreten war, warf sie die Asche in mein Gesicht, schlug wild auf meinen Kopf ein und schrie: ‚Mila Sherab Gyeltsen, Oberhaupt der Familie! Sieh dir deinen Sohn an! Die Familie ist erledigt! Sieh uns an, die arme Mutter und den armen Sohn!‘

Sie weinte, schrie und wurde durch ihren Zorn ohnmächtig. Meine Schwester Peta kam aus dem Haus gerannt, weinte und sagte bettelnd:

‚Bruder! Denk darüber nach, was du angerichtet hast! Schau nur, was aus unserer Mutter geworden ist!‘

Das plötzliche Chaos machte mich halb bewusstlos, aber die Worte meiner Schwester weckten mich wieder auf. Scham und Trauer stiegen in mir hoch und Tränen der Reue liefen mir über die Wangen. Meine Schwester und ich weinten, während wir Mutters Hände hielten, sie sanft schüttelten und sie riefen. Nach einer langen Zeit kam sie wieder zu Bewusstsein. Mit Tränen in den Augen sah sie mich an und sagte: ‚Mein Sohn, gibt es auf dieser Welt jemanden, der ein tragischeres Schicksal erleiden muss als wir? Wie kannst du bloß in der Lage sein, so glücklich zu singen? Wenn du nur einen Blick auf deine Mutter richten würdest, auf diese alte Frau, dann hättest du keine Tränen mehr zum Weinen übrig.‘

Nachdem sie diese Worte gesagt hatte, fing sie wieder an zu schluchzen, ebenso wie meine Schwester und ich. Nach einiger Zeit hörte ich auf zu weinen und sagte entschlossen: ‚Mutter, bitte hör auf, so traurig zu sein. Was du gesagt hast, ist wahr. Solange du einen Wunsch hast, werde ich ihn dir erfüllen. Das verspreche ich dir, ganz gleich, was es kostet!‘

‚Ich will mich an meinen abscheulichen Feinden rächen, die schönes Leinen tragen und kräftige Pferde reiten. Wir sind schwach und haben keine Unterstützung. Der einzige Weg, Rache zu nehmen, ist also durch Beschwörungen und Zaubersprüche, die töten können. Ich möchte, dass du das und die Hageltechniken erlernst. Du musst alles lernen und dann zurückkommen, um deinen Onkel, deine Tante und diese grausamen Nachbarn und ihre Familien zu töten. Das ist mein einziger Wunsch. Kannst du das schaffen?‘

‚Ich verspreche es dir. Bitte stelle meine Reisekosten bereit und die Spenden für meinen Meister‘, erwiderte ich entschlossen. 

So verkaufte meine Mutter das restliche Land ihrer Mitgift und kaufte davon einen teuren Edelstein. Danach kaufte sie ein weißes Pferd, einen Eimer voll Färbemittel und Ochsenleder für meinen Meister und für die Reise. Ich verbrachte mehrere Tage in einem nahegelegenen Hotel und wartete auf Reisegefährten. 

Kurz danach erschienen fünf gute junge Gefährten, die auf dem Weg Richtung Ü-Tsang (West- und Zentral-Tibet) waren, um Beschwörungen und Hexerei zu lernen. Ich war froh, sie zu treffen, und fragte, ob ich sie begleiten dürfe. Sie waren auch froh, einen weiteren Reisebegleiter zu haben, und stimmten zu. 

Meiner Mutter versicherten sie, dass sie auf mich Acht geben würden, damit sie sich nicht so viel Sorgen machen musste.

Wir waren also bereit aufzubrechen. Das Färbemittel und das Gepäck wurden an das Pferd angegurtet, während ich den Edelstein bei mir versteckte. Meine Mutter lief eine lange Strecke neben uns mit und bot uns dann ein Abschiedstrunk an. Noch einmal erinnerte sie meine Gefährten daran, auf mich Acht zu geben. Später nahm sie mich zur Seite und ergriff meine Hände. Trennungsschmerz erfüllte unsere Herzen und erstickte uns fast, so dass wir uns nur schweigend ansahen. Es gab so viele Worte, die wir sagen wollten, aber wir wussten nicht, wo wir anfangen sollten.

Nach einer Weile brach meine Mutter das Schweigen und sagte: ‚Mein Sohn, denk nur daran, was wir durchgemacht haben. Egal was passiert, du musst dieses Dorf mit einem Zauber belegen. Der Grund, warum deine Freunde die Beschwörungstechnik lernen, ist nicht derselbe wie deiner. Sie wollen mit dieser Fähigkeit nur ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber du, du musst hart arbeiten. Mein Sohn, wenn du zurückkommst, bevor du das Dorf durch den Zauber besiegt hast, werde ich vor deinen Augen sterben!‘

Inbrünstig versprach ich: ‚Mutter, wenn ich es nicht erfolgreich erlerne, werde ich nie wieder zurückkehren! Mach dir keine Sorgen!‘

Langsam ließ ich ihre Hände los und nahm Abschied. Dann ging ich zurück zu meinen Gefährten. Nach ein paar Schritten drehte ich mich nach ihr um. Ich ging einige Schritte weiter und drehte mich wieder um. Tränen liefen mir übers Gesicht. Auch meine Mutter zögerte, sich abzuwenden. Selbst als wir zu weit weg voneinander waren, um mich klar sehen zu können, starrte meine Mutter immer noch in unsere Richtung. Ich dachte daran zurückzulaufen, um sie noch einmal anzusehen. Mein Gefühl sagte mir, dass dies das letzte Mal war, dass wir uns sehen sollten.

Meine Mutter wartete so lange, bis sie mich gar nicht mehr sehen konnte, und ging dann weinend nach Hause. In den nächsten Tagen erfuhr jeder im Dorf, dass der Sohn von Nyangtsa Kargyen gegangen war, um Beschwörungstechniken zu erlernen.

Meine Gefährten und ich reisten auf einer Hauptstraße Richtung Ü-Tsang. An einem Ort im Hinterland Tibets verkaufte ich die Farbe und das Pferd an einen reichen einheimischen Mann im Tausch gegen Gold, das ich fortan bei mir trug. Nachdem wir den Tsangpo Fluss überquert hatten, reisten wir weiter in die Provinz Ü (Zentraltibet). Wir trafen viele Mönche, die ich fragte, ob sie einen Meister der Beschwörungen, Zaubersprüche und Hageltechniken kennen würden. Ein Mönch berichtete, dass ein Lama namens Yungton Trogyal die vollständige Beherrschung dieser Techniken erreicht habe. Wir setzten unsere Reise fort und trafen schließlich diesen Lama. 

Wir beteten ihn an, und jeder meiner Reisegefährten präsentierte seine Opfergaben. Ich überließ ihm das Gold, den Edelstein und alles andere, was ich hatte. Ich kniete nieder und sagte: ‚Nicht nur das Gold, der Edelstein und alles hier ist für Sie, Meister, sondern auch mein Körper, meine Sprache und mein Geist. Alles, was ich habe, ist Ihnen gewidmet. Meister. Meine Nachbarn und Verwandten haben sehr grausame Taten gegen meine Familie begangen. Ich muss sie mit Beschwörungen bestrafen. Bitte lehren Sie mich die besten Beschwörungen. Ich hoffe auch, dass Sie mich mit Kleidung und Essen versorgen können, während ich hier bei Ihnen in die Lehre gehe.‘

Als er meine Worte hörte, lächelte der Lama und sagte: ‚Ich werde warten und sehen, ob das, was du gesagt hast, wahr ist.‘

Der Meister brachte uns nicht die tiefgründigen Beschwörungen bei. Stattdessen lehrte er uns ein oder zwei Verzauberungstechniken, einige Zauberworte und wie man sie praktiziert. Das dauerte mehr als ein Jahr. Meine Gefährten lernten sie und waren danach bereit heimzugehen. Der Lama gab jedem von uns einen einheimisch hergestellten Wollpullover. Mir mangelte es an Vertrauen und ich dachte: ‚Wenn ich mich mit diesen Verzauberungsmethoden rächen wollte, könnte es nicht funktionieren und Mutter würde Selbstmord begehen.‘ Und so beschloss ich nach einigen Überlegungen zu bleiben. Meine Gefährten fragten mich: ‚Topaga, gehst du denn nicht nach Hause?‘

Ich erwiderte: ‚Doch, ich möchte auch nach Hause. Aber ich habe noch nicht genug gelernt und geniere mich zurückzugehen.‘

Alle fünf sagten: ‚Diese Zauber sind bereits sehr tiefgründig. Der Lama selbst sagte, dass es keine Zaubertechnik gebe, die weiter fortgeschritten sei. Wir sind zuversichtlich, dass sie uns Ruhm und sozialen Status in unserer Heimatstadt bringen wird. Wenn du aber länger bleiben willst, ist das für uns in Ordnung. Es ist deine Entscheidung.‘

Sie verabschiedeten sich vom Meister und machten sich auf den Heimweg. Ich zog den Pullover an und begleitete sie einige Stunden. Auf dem Rückweg sammelte ich einen großen Sack voll Ochsendünger und düngte damit das beste Feld des Meisters. Er sah mich von seinem Schlafraum aus und sagte zu einem anderen Schüler: ‚Viele Schüler kommen hierher, um Techniken von mir zu lernen, doch keiner ist so gut wie Topaga. Ich fürchte, es wird auch in Zukunft keinen Schüler geben, der so gut ist wie er. Er hat sich heute Morgen nicht von mir verabschiedet, was bedeutet, dass er zurückkommen wird. Ich erinnere mich noch daran, als er das erste Mal hierherkam. Damals sagte er, dass seine Verwandten und Nachbarn seine Familie schlecht behandelt hätten. Er bat um Beschwörungen, um sich zu rächen. Er sagte auch, er würde mir seinen Körper, seine Sprache und seinen Geist hingeben. Er ist wirklich ein aufrichtiger Bursche. Wenn es wahr ist, was er gesagt hat, wäre es schade, ihn die Beschwörungen nicht zu lehren.‘

Dieser Schüler gab mir später diese Worte weiter und ich war ganz begeistert, denn ich wusste, dass es noch mehr Zaubersprüche zu lernen gab. Freudig eilte ich zum Meister, der mich anschaute und fragte: ‚Topaga, warum gehst du nicht nach Hause?‘

Ich zog den Pullover aus, gab ihn ihm zurück und sank anbetungsvoll nieder. ‚Meister, mein Onkel, meine Tante und meine Nachbarn haben meiner Familie schlechte Dinge angetan. Sie haben unseren Besitz auf unsittliche Weise an sich gerissen, was uns großes Leid beschert hat. Wir hatten nicht die Macht, uns zu rächen, und so bat mich Mutter, hierher zu gehen und Beschwörungen zu lernen. Mutter hatte bereits gesagt, falls ich zurückkäme, ohne die Beschwörungen vollständig zu beherrschen, würde sie sich vor meinen Augen töten. So kann ich also gar nicht zurückgehen. Meister, bitte seien Sie gnädig und lehren Sie mich die besten Beschwörungen!‘

Bei diesen Worten konnte ich nicht anders und musste weinen. Der Lama fragte mich: ‚Wie haben eure Verwandten und Nachbarn euch denn tyrannisiert?‘

Ich erzählte ihm, wie mein Onkel und meine Tante uns nach dem Tod meines Vaters unser Erbe weggenommen und uns misshandelt hatten. Während ich Einzelheiten der Geschichte erzählte, musste ich weinen. Auch dem Meister kamen die Tränen. Dann sagte er: ‚Wenn das wahr ist, was du erzählst, war das, was sie getan haben, sehr schlecht. Was die Menschen anbelangt, die wegen Beschwörungen hierhergekommen sind – sie tauchten von überall her auf. Manche haben große Mengen Gold und Jade gebracht, manche haben feines Leinen und Butter zu Hunderten und Tausenden gebracht; es gab auch die besten Tees und Seide und mehr als 1.000 Stück Vieh. Du aber warst der Einzige, der seinen Körper, seine Sprache und seinen Geist hingegeben hat. Dennoch kann ich dir noch keine Beschwörungen beibringen. Ich werde nun jemanden losschicken, um nachzuprüfen, ob das, was du gesagt hast, wahr ist.‘

Unter meinen Mitschülern gab es einen, der schneller als ein Pferd und so groß wie ein  Elefant war. Diesen schickte der Meister in meine Heimatstadt, um meine Worte nachzuprüfen. Nach ein paar Tagen kam er wieder zurück und sagte: ‚Meister, was Topaga gesagt hat, ist alles richtig. Bitte lehren Sie ihn die besten Beschwörungen.‘

So sagte der Meister zu mir: ‚Topaga, zu Anfang befürchtete ich, dass ein anständiger Mensch wie du es bereuen würde, wenn ich dir die Beschwörungen gleich beibringen würde. Nun wissen wir, dass das, was du erzählt hast, nicht erfunden ist, und so werde ich sie dir beibringen. Ich habe zwei geheime Beschwörungen. Außerdem gibt es einen Lama namens Yonten Gyatso, der sowohl Experte für Medizin als auch für Beschwörungen ist. Er hat den geheimen Zauberspruch für Hagelstürme. Nachdem wir uns gegenseitig diese einzigartigen Techniken beigebracht hatten, wurden wir enge Freunde. Wenn Menschen hierherkommen, um Beschwörungen zu lernen, schicke ich sie auch dorthin. Und er macht das auch so. Du bist heute kein Ausnahmefall. Ich werde meinen ältesten Sohn mitschicken, der dich begleitet.‘

Der Meister bereitete Essen, feinen Wollfilz und einige Geschenke für mich vor, um sie Yonten Gyatso zu übergeben. Wir luden diese auf Pferderücken und machten uns auf den Weg. 

Als wir dort ankamen und Yonten Gyatso trafen, übergab ich ihm alle Geschenke. Dann erzählte ich ihm von meinen tragischen Erlebnissen und warum ich Beschwörungen lernen wollte. Ich bat ihn, sie mir beizubringen. Der Lama sagte: ‚Yungton Trogyal und ich sind enge Freunde, die füreinander sterben würden. Er muss Gründe haben, dich hierherzuschicken, so werde dich die Tötungsbeschwörungen lehren. Zuvor jedoch musst du am Fuß des Hügels eine Dharmahalle bauen, dort wo Menschen sie nicht sehen können.‘

Und so suchten wir beide einen stillen Ort am Fuße des Hügels und bauten eine einfache Dharmahalle. Wir nutzten einen Felsen, so groß wie ein Ochse, hinter dem wir das Gebäude versteckten. 

In dieser Dharmahalle lehrte mich der Meister den geheimen Zauber. 

Nachdem ich ihn sieben Tage lang praktiziert hatte, sagte der Lama zu mir: ‚Früher reichten sieben Tage nicht aus, um das zu lernen. Du hast ihn nun sieben Tage lang geübt und so sollte es genügen.‘

Aber ich wandte ein, dass ich mit diesem Zauber sehr weit kommen müsse, und bat ihn deshalb um weitere sieben Tage. Am Abend des vierzehnten Tages kam der Meister und sagte zu mir: ‚Heute Abend werden wir die Wirkung der Tötungsbeschwörung neben dem Altar sehen.‘ 

Genau, wie er gesagt hatte, kam ein göttlicher Wärter an diesem Abend zu mir, der Köpfe, Lebern und Gallenblasen von 35 Menschen dabei hatte. Er sagte: ‚Das ist, was du von mir verlangt hast!‘  

Am nächsten Morgen fragte mich der Lama: ‚Der göttliche Wärter sagte, da seien noch zwei weitere Menschen, die hätten sterben sollen. Soll er sie auch töten?‘

Ich war zufrieden und erwiderte: ‚Wir können sie als Zeugen für Vergeltung weiterleben lassen. Bitte verschone sie.‘

Auf diese Weise blieben mein Onkel und meine Tante am Leben. Dann gaben wir dem göttlichen Wärter eine Opfergabe, schickten ihn zurück und schlossen das Ritual ab. 

Wie zeigte sich nun die Beschwörung in meiner Heimatstadt Kyangatsa? An diesem Tag war eine Hochzeit des ältesten Sohnes meines Onkels und sie hatten viele Gäste zu einem Festmahl in ihr Haus eingeladen. Mehr als 30 Menschen waren zu der Feier gekommen, es  waren diejenigen, die meinem Onkel und meiner Tante geholfen hatten, uns zu schikanieren. Einige Menschen, die uns zugetan waren, waren auch unter den eingeladenen Gästen, aber sie waren noch nicht angekommen. Während sie zu dem Haus gingen, unterhielten sie sich über die Übeltaten meines Onkels und meiner Tante. Eine Person erzählte: ‚Es gibt da einen Spruch, dass Gäste zu Gastgebern werden, während der Gastgeber zu einem Hund wird. Das war geschehen. Diese anrüchigen Leute waren unverschämt. Sie haben Topagas Vermögen an sich gerissen und seine Familie misshandelt. Topaga ist weggegangen, um Beschwörungen zu lernen. Selbst wenn sein Zauber nicht wirken sollte, wird früher oder später die Vergeltung des Buddha-Gebots eintreten. 

Zu der Zeit war die ganze Familie von Onkel und Tante mit der Bewirtung der Gäste beschäftigt. Die Gäste tranken fröhlich. Eine Magd, die früher für meine Familie gearbeitet hatte und nun für sie tätig war, ging die Treppe herunter, um Wasser zu holen. Dort sah sie gigantische Skorpione, Schlangen und Krebse, die überall auf dem Boden herumkrabbelten. Die großen Skorpione klammerten sich an den Säulen des Hauses fest und wollten sie zerstören. Erschreckt rannte das Mädchen schreiend zur Tür hinaus. 

An diesem Tag befanden sich die Pferde vieler Gäste unterhalb der Treppe. Als ein Hengst eine Stute drangsalierte, sah dies ein anderes Pferd und begann zu toben. Die Stute versuchte, mit ihren Hufen gegen den Hengst zu treten, traf aber aus irgendeinem Grund stattdessen eine Säule. Augenblicklich brach das ganze Haus zusammen. Überall waren weinende und schreiende Menschen zu hören. Der Sohn meines Onkels, die Braut und mehr als dreißig Gäste wurden alle zusammen zu Tode erdrückt. Der Boden war mit Trümmern und Staub des eingestürzten Hauses bedeckt. Unter den zerbrochenen Hölzern und Fliesen lagen Dutzende toter Körper. 

Meine Schwester Peta streifte damals gerade durch die Straßen. Als sie davon erfuhr, eilte sie sofort heim und sagte zur Mutter: ‚Mutter! Mutter! Komm doch und schau dir das an! Das Haus des Onkels ist eingestürzt und viele Menschen sind umgekommen! 

Mutter war skeptisch, freute sich aber innerlich. Sie eilte zum Haus des Onkels. Vor ihr lagen Berge zerbrochener Fliesen und überall Staub. Überrascht und voller Freude riss sie ein Stück Stoff von ihrer abgetragenen Kleidung und band es eilig an einen langen Stock. Sie rannte in der Gegend herum, wehte mit der Flagge und rief: ‚Kommt alle mal her und schaut! Lamas und Buddha, ich verehre Euch! Hey, Nachbarn, ich sage euch, hatte Sherab Gyeltsen nicht einen Sohn? Ich, Nyangtsa Kargyen, trug abgewetzte Kleider und aß Müll, damit mein Sohn Beschwörungen lernte. Wer sagt noch, dass wir keinen Erfolg hatten? Kommt alle her und schaut! Onkel und Tante haben gesagt, wenn ich die Fähigkeit hätte, solle ich ein paar Leute suchen, um sie zu bekämpfen und unser Eigentum zurückzuholen. Sie haben gesagt, wenn ich niemanden fände, könnten wir ja versuchen, einige Beschwörungen zu rezitieren. Hallo, ihr alle, was denkt ihr nun? Topaga hat nun nur einen kleinen Zauberspruch gesagt und der war mächtiger als eine große Schlacht. Schaut, die Menschen oben, Kostbarkeiten in der Mitte und das Vieh unten, alles ist weg! Ich durfte bis heute leben, um das Kunststück meines Sohnes zu erleben. Ich, Nyangtsa Kargyen, bin so froh, so glücklich! Ha! Ha! Ha! In meinem ganzen Leben war ich noch nie so froh! Kommt doch alle her und seht euch das an!‘

Ganz begeistert und zufrieden schwenkte sie die Flagge und rannte herum. Alle im Dorf hörten das, auch Onkel und Tante. Jemand sagte: ‚Was diese Frau sagte, könnte wahr sein!‘

Ein anderer meinte: ‚Es sieht echt aus, aber was sie sagt, ist doch ein wenig zu heftig.‘

Als die Menschen hörten, dass ich mit einer Beschwörung so viele Menschen getötet hatte, rotteten sie sich zusammen und meinten: ‚Diese Frau hat ein solches Chaos ausgelöst. Sie rennt immer noch herum und schreit fröhlich. Wir müssen sie töten und ihr das Blut aus dem Herzen und der Leber quetschen!‘

Ein älterer Mann war damit nicht einverstanden: ‚Selbst wenn ihr diese Frau tötet, wird das niemandem helfen. Es würde nur dazu führen, dass ihr Sohn uns dann noch mehr hasst und mit seinem Zauber noch mehr Menschen tötet. Wir sollten überlegen, wie wir Topaga zuerst töten, um dann mit dieser Frau abzurechnen!‘

Und so töteten sie meine Mutter nicht. Der Onkel aber gab noch nicht auf und sagte: ‚Alle meine Kinder sind tot. Ich werde sie bekämpfen. Ich möchte nicht mehr leben!‘

Mit diesen Worten rannte er los, um meine Mutter zu töten. Die Leute hielten ihn schnell auf und sagten: ‚Dieses Chaos ist doch nur wegen dir. Topaga lebt immer noch. Wenn du Nyangtsa Kargyen tötest, spricht ihr Sohn noch mehr Zaubersprüche und wir kommen alle um. Wenn du nicht auf uns hörst, bringen wir dich zuerst um!‘

Und so hielt Onkel inne. Die Dorfbewohner berieten sich dann darüber, jemanden loszuschicken, um mich zu töten. Mutters Bruder kam und sagte: ‚Was du gestern gesagt und getan hast, hat das ganze Dorf dazu gebracht, dich und deinen Sohn töten zu wollen. Bist du bereit dafür?‘ Er seufzte: ‚Eine Beschwörung reicht doch. Warum sollen wir alle dazu bringen, uns zu hassen?!‘ Er redete lange auf sie ein, um sie zu beruhigen. Mutter seufzte und sagte: ‚Du hast doch miterlebt, was all die Jahre passiert ist. Natürlich weiß ich, was die Leute denken. Aber ich musste mich an denen rächen, die uns unseren Besitz weggenommen hatten. So fing das Ganze an. Weißt du, dieser Hass ist so riesig, man kann ihn nicht mehr klar erfassen!‘

Sie weinte ununterbrochen, ohne noch etwas zu sagen. Ihr Bruder seufzte: ‚Was du gesagt hast, ist richtig. Was ist aber, wenn dich einer tötet? Deshalb ist es besser, die Tore zu verschließen.‘

Mutter schloss die Tore fest zu und überlegte dann weiter, sie fühlte sich unsicher. Aus Mitleid mit meiner Mutter kam unsere frühere Magd heimlich zu ihr und sagte: „Sie wollen dich jetzt nicht töten. Sie möchten nur das Leben deines Sohnes beenden. Du solltest ihm sagen, dass er vorsichtig sein soll.‘

Als Mutter das hörte, verkaufte sie eine weitere Hälfte des Landes ihrer Mitgift für sieben Tael Gold. Sie wollte mir das Geld zukommen lassen, vertraute aber niemandem im Dorf, der es mir hätte bringen können. Als sie überlegte, mir das Gold selbst zu bringen, kam ein Yogi, der nach Nepal pilgerte, durch unser Dorf und bat um Almosen. Meine Mutter fragte ihn detailliert nach seiner Herkunft und dachte, er könne ein passender Bote sein. So sagte sie zu dem Yogi: ‚Meister, bleiben Sie doch bitte einige Tage hier. Mein Sohn lernt derzeit Dharma in Ü-Tsang. Ich möchte ihm einen Brief schreiben. Würden Sie ihm diesen bringen?‘

Der Yogi willigte ein. Mutter lud ihn ein, einige Tage zu bleiben, und versorgte ihn gut.

An diesem Abend zündete Mutter eine Lampe an und äußerte einen Wunsch, indem sie sich vor den Gottheiten hinkniete: ‚Wenn mein Wunsch sich erfüllt, wird diese Lampe nicht erlöschen; falls mein Wunsch nicht erfüllt werden kann, lasst sie bitte sofort ausgehen. Ich hoffe aufrichtig, dass Topagas Vorfahren und göttliche Wärter mir das Ergebnis zeigen können.‘ Nachdem sie den Wunsch ausgesprochen hatte, brannte die Lampe die ganze Nacht hindurch. Mutter glaubte, ihr Wunsch werde erfüllt. Am nächsten Tag sagte sie zu dem Yogi: ‚Meister, Pilgerkleidung und Schuhe sind sehr wichtig. Sie können sie mir zur Reparatur geben. Ich möchte Ihnen auch ein zusätzliches Paar Schuhsohlen geben.‘

Daraufhin gab sie dem Yogi ein großes Stück Leder, um Sohlen daraus zu schneiden. Dann reparierte sie den Mantel des Yogis. In der Mitte der Rückseite verbarg sie sieben Stückchen Gold und nähte ein ca. 30 cm großes Stück schwarzen Stoff darüber. Mit dickem weißem Faden stickte sie dann sechs winzige Sternchen in die Mitte des schwarzen Stoffs und deckte diese mit einem anderen Stück Stoff ab. Dies tat sie alles ohne Wissen des Yogi. Am Ende stempelte sie einen Siegel auf den Umschlag, übergab ihm den Brief und gab ihm zum Dank viele Geschenke. 

Dann dachte Mutter: ‚Ich weiß nicht, was diese Dorfbewohner jetzt denken. Ich muss mir etwas einfallen lassen, um sie einzuschüchtern.‘ So sagte sie zu meiner Schwester: ‚Der Yogi, der gestern wegging, hat einen Brief von deinem Bruder gebracht.‘ Peta erzählte das vielen Leuten. Dann schrieb Mutter einen gefälschten Brief, der meinen Stil nachahmte:

‚Liebe Mutter, ich freue mich zu hören, dass die Tötungsbeschwörung gut gewirkt hat. Falls es im Dorf noch jemanden gibt, der dich und meine Schwester Peta schlecht behandeln, lass mich das bitte wissen, so kann ich auf deren Namen einen Zauberspruch legen. Mit meinen Beschwörungsfähigkeiten ist es einfach, jemanden zu töten. Es ist kein Problem, deren komplette Familie und Verwandte auszulöschen. Wenn keiner der Dorfbewohner gut ist, hoffe ich, dass Mutter und Peta hierher ziehen werden. Als ich damals von zu Hause wegging, hatte ich nichts. Nun bin ich reich und sorgenfrei. Ich wünsche dir aufrichtig alles Gute. Dein Sohn Topaga.‘

Danach stempelte sie noch ein nachgemachtes Siegel auf den Brief. Nachdem sie den Brief Onkel und Tante und nahestehenden Leuten gezeigt hatte, ließ sie ihn in der Wohnung des Bruders. Auf diese Weise wagten die Dorfbewohner nicht mehr, uns zu töten. Wegen des Briefes verlangten die Dorfbewohner auch, dass Onkel meiner Mutter das Feld des Orma-Dreiecks zurückgab. 

Zurück zum Yogi-Pilger. Als er hörte, wo ich war, besuchte er mich. Nachdem er mir detailliert von Mutter und Schwester im Dorf erzählt hatte, übergab er mir den Brief. Ich öffnete ihn an einem vertrauten Ort. 

In dem Brief schrieb Mutter: ‚Lieber Sohn, mir geht es gut. Bitte sorge dich nicht um mich. Wenn ich sehe, was mein Sohn erreicht hat, bedauere ich nichts mehr. Dein Vater wird im Jenseits auch zufrieden sein. Nachdem deine Beschwörung das Leben von 35 Feinden genommen hat, habe ich neulich erfahren, dass die Dorfbewohner jemanden zu dir schicken wollen, um dich zu töten und danach mich. Bitte sei wachsam! Da sie beabsichtigen, sich zu rächen, sollten wir ihnen nicht einfach so vergeben. Du solltest einen schweren Hagelsturm herbeiführen, um ihre Ernte zu vernichten. Dann wäre ich zufrieden. Wenn dein Ausbildungsgeld aufgebraucht ist, kannst du weiteres Geld von sieben Familien unserer Verwandten nördlich der Berge bekommen. Sie sind tief in der dunklen Wolke unter den sechs glitzernden Sternen. Wenn du nicht weißt, wo diese Verwandten sind oder wo das Dorf ist, kannst du es beim Yogi finden. Er ist der einzige, der in diesem Dorf lebt. Es ist nicht nötig, dass du woanders hingehst. Deine Mutter, Nyangtsa Kargyen.‘

Ich las den Brief, wusste aber nicht, was er bedeutete. Ich dachte an meine Heimatstadt und meine Mutter. Ich wusste nichts über das Dorf und die im Brief beschriebenen Verwandten. Ich hatte keine Ahnung, wo ich das Ausbildungsgeld erhalten könnte, Tränen liefen mir übers Gesicht. Nach einer Weile trocknete ich die Tränen ab und ging, um den Yogi zu fragen: ‚Scheinbar weißt du, wo meine Verwandten leben. Könntest du mir etwas über sie erzählen?‘

Der Yogi antwortete: ‚Ich habe nur gehört, dass du Verwandte in der Nähe des Himalaya hast.‘ Ich fragte weiter: ‚Kennst du noch andere Orte? Woher kommst du?‘ Der Yogi antwortete: ‘Ich kenne viele andere Dörfer, weiß aber nichts über deine Verwandten. Ich komme aus Ü.‘ Dann sagte ich zu ihm: ‚Wenn das so ist, warte bitte hier, ich werde gleich wieder zurück sein.‘

Ich zeigte meinem Meister den Brief und erzählte ihm, was passiert war. Er sagte: ‚Deine Mutter hat wirklich einen ungeheuren Zorn – so viele Menschen zu töten, reicht ihr noch nicht. Sie bittet noch um einen Hagelsturm.‘ Dann fragte er: ‚Wo leben deine Verwandten im Norden?‘ Ich erwiderte: ‚Ich habe noch nie von Verwandten im Norden gehört. ‚Aber im Brief steht es so. Ich habe auch den Yogi gefragt, aber er hatte keine Ahnung. Was ist da los?‘

Damals war auch die Frau des Meisters da. Sie las den Brief und sagte: ‚Könntest du den Yogi bitten hereinzukommen?‘ Sie machte Feuer an und lud den Yogi ein, sich aufzuwärmen und etwas zu trinken. Dann fing sie eine Unterhaltung an, sprach über dieses und jenes. Zufälligerweise trat sie hinter den Yogi, zog ihm seinen Mantel aus, zog ihn selbst an und sagte: ‚Mit so einem verwitterten Mantel auf Pilgerreise bist du gesegnet.‘ Dann ging sie im Haus herum und die Treppen hinauf. Sie nahm aus dem abgetragenen Mantel das Gold heraus, nähte ihn wieder zusammen und gab ihn dem Yogi zurück. Dann lud sie den Yogi zum Essen und zur Übernachtung ein. 

Später rief sie mich zu sich: ‚Topaga, bitte komm in die Unterkunft des Meisters!‘ Wir gingen zusammen ins Zimmer des Meisters und sie gab mir die sieben Taels Gold. Ich fragte überrascht. ‚Wo kommt das Gold her?‘ Sie antwortete: ‚Deine Mutter ist sehr schlau und hat das Gold sicher versteckt. Im Brief wird ein Dorf auf einem Berg im Norden erwähnt, was bedeutet, es ist ein Ort, den das Sonnenlicht nicht erreicht. Befindet sich nicht die innere Schicht von Yogis Mantel außerhalb des Sonnenlichts? Dunkle Wolken bedeuten, er ist mit schwarzem Stoff bedeckt. Sechs glitzernde Sterne deuten auf sechs Stickereien aus weißem Faden hin. Sieben Familien unter den Sternen indizieren sieben Taels Gold. Nur der Yogi lebt dort und du brauchst nirgendwo mehr hinzugehen, weil das Gold bei niemand anderem ist als beim Yogi.‘

Der Meister lachte laut und sagte: ‚Menschen sagen, ihr Frauen seid schlau. Das ist wirklich wahr!‘

Ich gab dem Yogi ein Mace (ein Zehntel eines Tael) Gold, worüber er sich sehr freute. Dann spendete ich sieben Maces der Frau des Meisters und drei Taels meinem Meister. Ich sagte ihm auch: ‚Mutter hat mich gebeten, einen Zauberspruch für einen Hagelsturm auszusprechen. Bitte Meister, könnten Sie mir die geheimste Hagelsturm-Methode weitergeben?‘

Der Meister antwortete: ‚Um die Hagelsturm-Beschwörung zu lernen, musst du dich an Yungton Trogyal wenden.‘

Der Meister schrieb also einen Brief und gab mir einige einheimische Produkte mit. Ich ging zu Yungton Trogyal zurück, gab ihm den Brief und die Geschenke und überreichte ihm drei Taels Gold. In Einzelheiten schilderte ich ihm, warum ich die Hagelsturm-Beschwörung lernen müsse. Der Meister fragte: ‚Waren denn deine Zaubersprüche wirksam?‘ Ich antwortete: ‚Ja, es sind dadurch 35 Menschen gestorben. Dann erhielt ich einen Brief von Mutter, die mich um einen Hagelsturm bat. Und so hoffe ich, Sie werden mir helfen.‘ Er entgegnete: ‚Kein Problem, dein Wunsch wird dir gewährt.‘ Dann lehrte er mich die Beschwörung und ich praktizierte sie sieben Tage lang in der Dharmahalle. Am siebten Tag erschien eine dunkle Wolke zwischen den Felsen der Berge uns gegenüber. Donner dröhnte, während Blitze aufleuchteten, als würde ein großer Sturm aufziehen. Nun wusste ich, dass ich die Fähigkeit hatte, Hagelstürme zu kontrollieren.“

(Fortsetzung folgt)

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