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Das Mandat des Himmels

Himmel und Berge (Pixabay, David Mark)

In der chinesischen Ur-Geschichte herrschte bereits vor der ersten Dynastie der Xia (2.200 v. Chr.) der Glaube an eine allmächtige Göttlichkeit. Der Herrscher, auch Sohn des Himmels genannt, entstammte dieser direkt und musste ihr gegenüber für sein Handeln Rechenschaft abgeben. Der aufrichtige Herrscher war mächtig, aber tat einzig aufrichtige Dinge; nobel und reich, aber nicht stolz; seine Gewohnheit war es, in seinem Verhalten sowohl gemäßigt wie auch zurückhaltend zu sein. Er war maßvoll beim Essen. Er liebte die Einfachheit bei der Begrüßung und bei den Titeln. Protzige Dinge im Haushalt verabscheute er, Perlen und Diamanten begutachtete er. So wohnte er nicht in verzierten Häusern und trug wollene Kleidung, gepaart mit dem Fell des Hirsches, um sich gegen die Kälte zu wehren.

Laut archäologischen Funden glaubte das Volk im historischen China, dass ihr Herrscher halbgöttlich und sehr mächtig ist. Sie schrieben entweder ihrem Herrscher direkt göttliche Macht und Fähigkeiten zu, oder aber glaubten daran, dass er in direktem Kontakt mit dem Himmel/dem Göttlichen stand.

„Ihre Majestät bringt uns Katastrophen“

Unter den Orakelknochenschrift-Aufzeichnungen fand man: „Ihre Majestät bringt uns Katastrophen“. Der Volksglaube besagte, dass nicht nur der Segen, sondern auch die Katastrophen in direktem Bezug zu den Handlungen des Herrschers standen. Wenn der Herrscher sich gegen das Mandat des Himmels wandte, wenn es ihm an Tugendhaftigkeit mangelte, (wenn dieser verschwenderisch, angeberisch oder brutal etc. war), ertrug das Volk die Konsequenzen in Form von Überschwemmungen, Dürren, Katastrophen aller Art wie Ernteausfällen, Seuchen oder Kriegen.

Tugend und „ein langes, glückliches Leben“

Sun Simiao (541-682 n. Chr.), einer der großen Mediziner der chinesischen Geschichte lehrte, dass der Mensch den himmlischen Gesetzen folgen, die Tugenden pflegen und Güte vermehren soll. Der Lohn für ein barmherziges Herz ist laut Sun Simiao, ein mit Gesundheit und Glück gesegnetes langes Leben. Sun sagte: „Mit gütigen Gedanken hat man keine inneren oder äusseren Krankheiten. Wenn die Gedanken nicht gütig sind, können auch hervorragende Medikamente die Langlebigkeit (ein langes Leben) nicht garantieren. Wenn jemand Verbrechen gegen die himmlischen Gesetze verübt, kann ihm keine Medizin mehr helfen.“ Er schloss: „Darum ist das wichtigste für einen Menschen die Tugend zu kultivieren.“

Was verstand man unter Tugend? Tugend im Kontext der chinesischen Geschichte

In der chinesischen Geschichte fällt auf, auch wenn Herrscher und Dynastien stiegen und fielen, änderte sich das allgemeine Verständnis von Tugend und Moral deswegen nicht. Wenn jemand Schlechtes tat, wussten alle, dass es schlecht war. Wenn jemand tugendhaft handelte, wurde er während vielen Dynastien in Ehren gehalten. Erst in der jüngsten Geschichte Chinas werden die Tugenden mit Füssen getreten, und jene die sich der Tugend, dem Willen des Himmels zuwenden, verfolgt.

Fünf berühmte Tugenden — Herzensqualitäten aus uralter Zeit

仁 (rén) hat viele Bedeutungen: Menschlichkeit, Wohltätigkeit, Verehrung, Liebe, Pietät, Barmherzigkeit; anderen mehr Wertschätzung zu zollen, als sich selbst; freundlich sein; jenen beistehen, die betrübt und geplagt sind; jenen helfen die in in Not sind, ein zartes und gütiges Herz haben, allen gegenüber gute Absichten hegen.
Sprachwissenschaftlich betrachtet setzt sich das Wort 仁 rén¹ aus 亻 “Mensch, hat mit Menschen zu tun” und 二 “zwei“ (hier repräsentiert es den anderen) zusammen. 二 Zwei weist auf die ursprüngliche Bedeutung: „Andere in einer selbstlosen Art und Weise zu lieben“ hin.亻ist einerseits eine Lautkomponente — gibt einen Hinweis auf die Aussprache und andererseits auch eine Bedeutungskomponente.
Schriftzeichen-Bedeutung:
1 (orig.) „Andere in einer selbstlosen Art und Weise zu lieben“
2 menschlich

¹Wissenschaftliche Begleitung durch Ash Henson und John Renfroe von www.outlier-linguistics.com Copyright: www.outlier-linguistics.com

義 (yì) hat die Bedeutungen: Gerechtigkeit, Ebenbürtigkeit, Integrität. Hochachtung allem gegenüber was vernünftig und rechtschaffen ist. Hier bezieht sich das Vernünftige und Rechtschaffene darauf, was anhand der anerkannten Tugendenden gemessen richtig ist. Gerechtigkeit beinhaltete auch, dass man jede Tat mit Vernunft beurteilte – sie bezieht sich auf eine geistige Urteilskraft, die zu unterscheiden vermag, ob etwas gut oder schlecht ist. Stimmte eine Tat, ein Gedanke mit dem Maßstab der Tugend überein, war sie vernünftig und somit auch gerecht. So konnte man erst das, welches mit eben jener menschlicher Vernunft gemessen tugendhaft war, zu Recht als „gerecht“ bezeichnen.
Sprachwissenschaftlich betrachtet setzt sich das Wort  yì¹ aus 我 wǒ (ich) und 羊 “Schaf” einer Formkomponente zusammen. 羊 wurde entweder auf Grund der sanftmütigen Natur des Schafes gewählt, oder es wurde aufgrund der Wichtigkeit als Opfertier verwendet, um auf die ursprüngliche Bedeutung “Die Essenz von moralischem Charakter, Prinzipien der Ethik” hinzuweisen. 我 wǒ ist eine Lautkomponente, auch wenn dies im modernen Mandarin nicht offensichtlich ist.
Schriftzeichen-Bedeutung:
1 (orig.) Essenz von Moralität; Prinzipien der Ethik
2 richtig, aufrichtig, Rechtschaffenheit
3 Bedeutung

¹ Wissenschaftliche Begleitung durch Ash Henson und John Renfroe von www.outlier-linguistics.com Copyright: www.outlier-linguistics.com

禮 (lǐ) steht für Anstand, Etikette und Zeremonien. Sie verkörpert sich in Höflichkeit und anderen angemessene Ehrerbietung und Respekt entgegenzubringen. Der Mensch muss im gegenseitigen Respekt den anderen zu ertragen wissen. Diese Tugend beinhaltet auch die reifliche Erwägung und Umsicht; tiefe Besonnenheit, die bei der Handhabung aller Angelegenheiten angewandt werden. Sie zeigt sich auch in Bescheidenheit des sichtbaren Benehmens, in der Gehorsamkeit gegenüber den Herrschenden. Gegenüber den Jugendlichen verhält man sich gütig und behutsam und gegenüber den Alten respektvoll.
Sprachwissenschaftlich setzt sich lǐ¹ aus 豊 lǐ “einem Zeremonien Gefäß,” und 礻 “Tafel für die zeremonielle Ehrerbietung des Göttlichen / der Ahnen” zusammen, was auf die ursprüngliche Bedeutung “Zeremonie; eine Zeremonie durchführen” hinweist. 豊 ist eine Lautkomponente. In 禮, ist 礻 “Tafel für die zeremonielle Ehrerbietung des Göttlichen / der Ahnen” eine Bedeutungskomponente, die auf die ursprüngliche Bedeutung hinweist. Diese Tafeln wurden oft in religiösen Zeremonien verwendet. In 禮 lǐ, ist 豊 lǐ “Zeremonien Gefäß” sowohl eine Laut- wie auch eine Bedeutungskomponente.
Schriftzeichen-Bedeutung:
1 (orig.) Zeremonie, eine Zeremonie durchführen
2 Etikette
3 Zeremonie-Geschenk
4 Geschenk

¹Wissenschaftliche Begleitung durch Ash Henson und John Renfroe von www.outlier-linguistics.com Copyright: www.outlier-linguistics.com

智 (zhì) bedeutet Wissen und Weisheit zu mehren, indem jeder in das Studium, in das Lesen und Lernen von Schriften eine solche Besonnenheit und Weisheit legt, dass jeder sowohl in den klassischen Fächern wie auch den feinen Künsten perfekt bewandert ist. Wer diese Tugend besass, hatte die hervorragende Intelligenz aktuelle Geschehnisse richtig beurteilen zu können. Man beobachtete mit dem gelernten Wissen über die historischen Ereignisse die Gegenwart. So vermag diese Tugend den Menschen dazu anleiten die Gegenwart und die Zukunft besser zu harmonisieren, indem sie die Fähigkeit besitzt Richtiges von Falschem zu unterscheiden mit anderen Worten man kann Gutes und Böses erkennen.
Der sprachwissenschaftliche Ursprung von zhì¹ ist ziemlich komplex und bei Outlier Linguistics noch Gegenstand von Nachforschungen. 智 zhì scheint ursprünglich aus 大 einem „erwachsenem Menschen“, einem 口 kǒu “Mund” und einer 冊 cè „Schriftrolle“ zusammengesetzt zu sein, damit er Wissen weitergeben kann. Die moderne Schreibweise des Zeichens ist eine Ansammlung von verschiedenen Veränderungen und Vereinfachungen. Die ursprüngliche Bedeutung ist: „Wissen an die nächste Generation vermitteln“, woraus sowohl die Bedeutung von „Wissen“ wie auch von “Weisheit“ abgeleitet wurde.
Schriftzeichen-Bedeutung:
1 (orig.) “Wissen an die nächste Generation vermitteln“
2 Wissen, Weisheit

¹Wissenschaftliche Begleitung durch Ash Henson und John Renfroe von www.outlier-linguistics.com Copyright: www.outlier-linguistics.com

信 (xìn) beinhaltet Treue, Wahrheitssinn, beständig aufrichtigen Herzens zu sein und wahre, aufrichtige Ziele zu verfolgen und ehrliche Absichten zu haben. Das nachzuahmen was richtig und gerecht ist und nur das zu tun, was gut ist. Seinen Worten Taten folgen lassen und was im Inneren verborgen ist, soll mit der äußeren Erscheinung übereinstimmen.
Sprachwissenschaftlich gesehen beinhaltet 信 xìn¹ die Bedeutungskomponente 言 “Rede; Worte,” was auf die ursprüngliche Bedeutung „Aufrichtigkeit; Ehrlichkeit“ hinweist. 亻 ist eine Lautkomponente, auch wenn dies im modernen Mandarin nicht offensichtlich ist.
Schriftzeichen-Bedeutung:
1 (orig.) Ehrlichkeit
2 vertrauen, glauben
3 Jemand der Briefe überbringt (Eine vertrauenswürdige Person. Nur in alten Texten verwendet)
4 Brief; Korrespondenz
5 Botschaft; Information

¹Wissenschaftliche Begleitung durch Ash Henson und John Renfroe von www.outlier-linguistics.com Copyright: www.outlier-linguistics.com

Weitere Quellen für diesen Bericht:
– Zhuan Falun und andere Schriften von Falun Dafa
– de.minghui.org, Göttlichkeit der chinesischen Kultur in uralter Zeit: Die göttliche Macht (Teil I+II) https://de.minghui.org/html/articles/2019/10/31/142563.html
– Geschichte von Sun Simiao: Medizin, Kultivierung und Tugend (Teil I-V) https://de.minghui.org/html/articles/2019/9/21/141768.html
– Sechs ausgewählte Geschichten aus Ren Jing (Schrift über Nachsicht) Buch:《忍经》„Rěn jīng” wörtlich „Nachsicht-Kultur“ von Wu Liang verschieben während der Yuan-Dynastie https://de.minghui.org/html/articles/2013/3/28/72983.html
– Buch: Historical essay endeavoring a probability that the language of the empire of China is the primitive language von John Webb, 1669 https://archive.org/details/historicalessaye00webb/page/108
– Outlier Linguistics www.outlier-linguistics.com

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