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Buddha rettet eine Frau namens Lotos

Eigentlich wissen wir, dass das Leben und somit auch die Schönheit vergänglich sind. Egal wie schön oder attraktiv das Aussehen eines Menschen ist, diese äussere Schönheit wird mit der Zeit verwelken.  Wer die Anhaftung an die physische Erscheinung loslassen kann, dem öffnet sich eine Türe zur Kultivierung der Buddhaschaft.

Bildquelle: Pixabay

Als Buddha Shakyamuni in Rajagriha war, gab es dort eine schöne Frau namens Lotos. Sie war eine Prostituierte; viele ihrer Kunden waren Söhne reicher und mächtiger Familien. Ihr Leben in Wohlstand und Dekadenz trug jedoch nicht dazu bei, Lotos’ Seele zu nähren, und sie fühlte sich leer. Eines Tages beschloss sie schließlich, sich von ihrem Leben voller Luxus und Prunk abzuwenden und in die Berge zu gehen, um Nonne zu werden. Lotos schritt aus dem Stadttor hinaus und wanderte in Richtung des Berges, wo Buddha Shakyamuni lebte.

Auf ihrem Weg hielt sie an einem klaren Bach an, um zu trinken und ihr Gesicht zu waschen. Im strahlenden Sonnenlicht spiegelte sich ihre Schönheit im Wasser wider. Sie sah es und in ihr entstanden Gefühle des Bedauerns. Sie sagte sich: „Ein so schönes Leben wie meines ist in dieser Welt selten. Warum sollte ich nicht diesen Ruhm und dieses Glück genießen? Warum Nonne werden und mich von der Welt abschotten?“ Also kehrte sie um und ging zurück in die Stadt.

Buddha Shakyamuni wusste, dass es Zeit war, Lotos zu retten, und dass sie bereit war. Also verwandelte er sich in eine junge Frau von atemberaubender und unvergleichlicher Schönheit. Im Vergleich zu Lotos war diese junge Frau wie ein Stück Jade neben einem glatten Kieselstein. Lotos bestaunte ihre Schönheit und fragte die junge Frau: „Woher kommst du? Warum bist du allein?” Die junge Frau antwortete: „Ich komme aus der Stadt und gehe nach Hause. Wenn du auch in diese Richtung gehst, warum gehen wir dann nicht zusammen? Aber zuerst ruhen wir uns am Bach aus.“ Lotos erklärte sich einverstanden und sie gingen zusammen zurück zum Bach. Die schöne junge Frau sah müde aus, also legte sie ihren Kopf auf Lotos’ Schoß und schlief ein.

Wenige Minuten später starb sie jedoch plötzlich. Ihr Körper schwoll an und begann, sich zu zersetzen. Ihre Zähne und ihr Haar fielen aus. Maden vermehrten sich – der Gestank war schrecklich. Erschrocken dachte Lotos bei sich: „Es ging ihr vor ein paar Minuten gut, wie konnte sie so schnell gestorben sein und ihr Körper so schnell verfallen? Wie konnte sich eine solche Schönheit im Handumdrehen in eine verfaulte Leiche verwandeln? Wie kann das alles so kurzlebig sein?“

Lotos erkannte, dass ihr dieses Schicksal nicht erspart bleiben konnte – zu sterben wie diese schöne Frau. Also beschloss sie, dem Buddha-Gesetz zu folgen. Mit diesem Gedanken stand sie auf und begab sich zur Wohnstätte Buddhas.

Systematische Verfolgung seit 20 Jahren – 20. Juli 1999​

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