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Gemälde und Interview: “Ungebrochener Glaube“ (Teil 2)

Bild: Fan Hongs „Der Glaube bleibt ungefesselt“, in traditioneller Malweise, 53 zu 33 cm von 2004

Reporter: Zhu Qingming für Zhengjian.org/ PureInsight.org
Fan: Frau Fan Hong, die Künstlerin

Fan: Ein anderes Kunstwerk ist „Der Glaube bleibt ungefesselt“. Meine deutlichste Erinnerung habe ich an die Tage meiner Gefangenschaft in China. Ich war einen Monat lang in einem Käfig eingeschlossen. Es gab keine Kleidung anzuziehen, kein Essen außer bei der Zwangsernährung, und ich wurde geschlagen. Während meines Aufenthalts im Gefängnis gab es nicht einmal die notwendigsten Dinge zum Überleben. Ich verließ mich vollkommen auf meinen festen Glauben, um diese Zeitspanne durchzustehen. Wenn ich in dem Käfig meditierte, wurden mir wunderbare Dinge enthüllt. Es waren alles wirkliche Dinge in anderen Himmelsräumen. In diesem Bild habe ich einen sehr großen Engel gezeichnet, der Helligkeit bringt, dazu bringen die Faluns nicht nur Kraft sondern heilen auch alle körperlichen Wunden. Durch den Gesichtsausdruck und die Körperhaltung dieser Praktizierenden wollte ich zeigen, wie die Klarheit und die Barmherzigkeit in unseren Herzen unsere Leiden durch die brutale Verfolgung weit übertreffen. In dem Bild bilden die dunkle Grausamkeit und die leuchtende Barmherzigkeit einen Gegensatz. Gott ist allgegenwärtig. Aufrichtige Gedanken können Himmel und Erde bewegen. Gott kann dich stärken und dir Kraft geben. Das ist meine persönliche Erfahrung, die mich befähigte, das zu malen. In jener rechtlos vollkommenen Dunkelheit im Gefängnis hatte ich nur einen Wunsch: Eines Tages, falls ich dies überlebte, wollte ich meine Erfahrungen malen.

Reporter: In beiden Bildern sind westliche kleine Engel und Gott zu sehen; aber beide sind in traditioneller chinesischer Art gemalt. Warum suchten Sie diese Annäherung? Waren es alles westliche Engel, die Sie damals gesehen haben?

Fan: Wenn einige Menschen in Meditation sitzen, ist, was sie sehen, die östlichen Himmel, die Buddha- Bereiche, und östliche himmlische Wesen. Was ich sah, waren alles westliche Vorstellungen von Gott. Der Körper eines Menschen mag orientalisch sein; aber sein Urgeist mag aus dem westlichen Himmel stammen. Das kann man in der Welt der Kultivierung leicht annehmen. Ich habe gemalt, was ich gesehen habe. In der Renaissance glaubten alle Künstler an Gott. Sie konnten Jesus und den Himmel so lebendig malen, weil sie alle ergebene Christen waren. Wenn sie reinen Herzens malten und ihre Technik dazu benutzten, alles auszudrücken, dann half ihnen Gott dabei. Viele von ihnen sahen tatsächlich selbst jene Szenen; dann gab Gott ihnen die Weisheit, das, was sie sahen, auszudrücken. Was war es, das sie befähigte, so glänzende Kunstwerke zu schaffen? Weil sie Gott verehrten; deshalb gab ihnen Gott die Weisheit, schöpferisch zu sein. Ich möchte das malen, was der Menschheit den meisten Segen bringt und was für die menschliche Moral am sinnvollsten ist.

Reporter: Was meinen Sie, wie man ein guter Künstler sein kann, der gute Kunstwerke hervorbringt?

Fan: Das ist ein sehr großes Thema. Um ein guter Maler zu sein, muss man die grundlegenden Malfertigkeiten beherrschen. Das benötigt mehr als zehn Jahre und sogar einige Jahrzehnte großer Bemühungen. Neben sehr tiefen Kenntnissen und grundlegenden Fähigkeiten muss man sich selbst gut kultivieren, um das Universum und die kulturellen Umgebung zu verstehen. Das bedeutet die umfassende Selbstkultivierung eines Menschen. Viele Menschen haben gesagt: “Die Malerei ist wie der Maler selbst.“ Das bedeutet, dass die Malerei den Geist des Künstlers, seine Gedanken, seine Interessen und seine Moral sichtbar macht. Wenn ein Künstler sehr gut ist in den grundlegenden Fertigkeiten, außerordentlich gelehrt, ein kultivierter und moralischer Mensch ist, dann wird Gott ihm die Fähigkeit, ein großes Kunstwerk zu erschaffen, gewähren. Meisterkünstler in der Renaissance und große chinesische Künstler waren oft von großer moralischer Integrität und Persönlichkeit. Auch ich folge diesem Weg bei meiner künstlerischen Arbeit. Ich empfinde mich immer noch als Schüler im Bereich der Kunst.

Reporter: Der Stil in beiden Bildern ist sehr ähnlich, sehr erfrischend und zierlich. Würden Sie bitte über ihre Komposition im Einzelnen sprechen?

Fan: Als Erstes erfordert ein Bild eine Eingebung, erst dann den Aufbau. Ich habe diese beiden Bilder sehr schnell gemalt. Als ich erst einmal beschlossen hatte, sie zu malen, dauerte es nur ein paar Minuten, bis das gesamte Bild vor mir stand. Ich skizzierte es so, als ob es mir gezeigt wurde. Es brauchte nicht viele Veränderungen, nach dem ersten Entwurf. Ich war damals sehr zuversichtlich und wusste genau, dass es gut werden würde. Wenn man ein gutes Thema hat, das man sehr gern malen möchte, dann kommt es schnell heraus. So eine Art von Komposition ist gewöhnlich sehr gut und wird gewöhnlich von anderen Menschen geschätzt.

Wie ich vorher erläutert habe, benutzt das Bild „Unbeweglich“ eine V-förmige Komposition. Ich möchte gern noch etwas über den Baum in dem Bild hinzufüge; er ist ein lebendes Wesen. Nach der Unterdrückung gab es für mich keinen einzigen Tag in jenen 18 Monaten in China, an dem ich keinen Druck von außen empfunden hatte. Die Bäume, das Gras – alle ertrugen Druck und dieser überwältigende Druck war wie ein Berg, der auf meinen Kopf drückte. Damals konnte ich all das nur mit meinem Verstehen und meinem festen Glauben an Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Duldsamkeit überstehen, das Beste alles dessen. Ich habe schon so viel gesagt, trotzdem schaffe ich es nicht meine Gefühle von damals vollkommen zum Ausdruck bringen. Wenn ich malte, stand ich unter ungeheurem geistigen Druck. Als ich schon fast drei Jahre im Ausland war, konnte ich doch meine kleine Tochter nicht sehen, das immer noch in China war, weil die Regierung sie nicht gehen lassen wollte. Ich gab mich mit ganzer Seele und allen Kräften der Malerei hin. Ich malte mit gewissenhaften Bemühungen. Jeder Strich war gewissenhaft und mein gesamter Körper und Geist waren in die Malerei integriert. Während ich malte, rief ich mir oft einige herzzerreißende Geschichten aus den Tagen in China ins Gedächtnis zurück, dazu etliche Einzelheiten, einige Gespräche, die Schwierigkeiten, denen ich begegnet war…..Während des Malens gab es Tränen und auch Freuden. Das Malen brachte mich in eine Art Erinnerungswelt zurück, und ich malte mein eigenes Herz, drückte meine eigenen Gefühle aus. Es in meiner Malerei zum Ausdruck zu bringen, so dass andere Menschen es sehen könnten, das war, als ob ich mit anderen Menschen meine Gedanken und Gefühle austauschte.

„Ungefesselter Glaube“ ist mit diagonalen Linien komponiert. Es ist eigentlich mehr ein Porträt ohne viel Hintergrund. Es gibt dort nur zwei Themen: Eins ist der große Engel und das andere ist die Dafa- Praktizierende. Ihre Gesichter sind wie ein Echo und die Gebotsräder oben und in der unteren linken Ecke bringen einen Ausgleich in den Aufbau. Ich brauchte alle meine Kraft, um die Augen der beiden und ihren Gesichtsausdruck zu malen. Es sind da auch noch Handgesten. Die Hände haben Gefühl und auch die Linien der Kleiderfalten zeigen Gefühl. Ich konzentrierte mich mit aller Kraft auf die Einzelheiten der Erscheinung dieser beiden Figuren, besonders auf den Ausdruck der Falun Dafa- Praktizierenden.

Dieses Bild wurde in der Ausstellung gezeigt und viele Betrachter waren von den beiden Figuren berührt. Viele westliche Betrachter mochten es und kamen herbei, um mit mir zu plaudern. Ich fragte sie: “Können Sie das verstehen? Ein östlicher und ein westlicher Engel auf demselben Bild.“ Beinahe jeder sagte: “Es ist vollkommen verständlich, Götter gehören zu allen Menschen.“ Sie waren also gar nicht erstaunt. Sie merkten, dass die Schönheit dieser beiden Wesen sie bewegte und sie konnten spüren, was ich durch die Malerei ausdrücken wollte. Sie empfanden eine Art von göttlicher Kraft, eine Art Energie. Diese Malerei enthält wenig von der Beschreibung der Umgebung, alles konzentriert sich auf den Ausdruck und das Gefühl der Dafa- Praktizierenden und ihre geheimste Welt. In diesem Bild präsentiert ein Lichtstrahl und die umgebende Dunkelheit die Umgebung der chinesischen Außenwelt, die ich ausdrücken wollte.

Reporter: Dies ist das erste ihrer Kunstwerke, das in der Ausstellung“ „Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Duldsamkeit“ – Kunstausstellung ausgestellt wurde. Wenn Sie zurückschauen, gibt es einige Unzulänglichkeiten?

Fan: Nachdem dies Bild fertig war, hatte ich es nur zu Hause. Als ich es nach einigen Monaten betrachtete, dachte ich, es gäbe wohl noch bessere Arten, zu malen. Kunst hat keine Grenzen. Wenn ich rückblickend diese Bilder ansehe, besonders das erste, bemerkte ich, dass die Striche noch mit der vorherigen verzerrten Technik ausgeführt waren. Ich habe jahrelang abstrakte Techniken angewandt, selbst abstrakte Malerei. Es gibt immer noch Spuren davon in meinen Bildern. Beim Vorgang des Malens fuhr ich fort, mich selbst zu finden und zu erkennen. Oftmals fand ich, dass Techniken, die ich großartig fand, in Wirklichkeit falsch waren. Das kommt, weil mein Verständnis sich verbesserte. Nur so konnte ich die Schwierigkeiten meiner Maltechnik erkennen. Wenn mein Streben nach Technik stärker wurde als der Ausdruck des Wesentlichen, dann war das verkehrt. Beim Malen dieser beiden Bilder versuchte ich ernsthaft, das Konzept von „schöner Erscheinung“ zu beseitigen. Schönes Aussehen ist nicht das Wichtigste. Man sollte nicht das Erscheinungsbild um des Erscheinungsbildes willen erstreben, das Erscheinungsbild ist vielmehr dazu da, dem Hauptthema zu dienen. Um dieses Gleichgewicht herzustellen, merkte ich, dass ich einige Verbesserungen vornehmen musste. Außerdem sollte das Erscheinungsbild eines Menschen noch feiner gearbeitet sein. Da ich vorher Erfahrungen mit westlicher feiner Pinselarbeit gesammelt hatte, steckte ich die westlichen Farben und Einzelheiten in das feine Pinselwerk, einschließlich des Empfindens für Licht, für Helligkeit und Feinfühligkeit und das Gefühl für reiche Farben. Zum Beispiel benutzte ich in der weißen Schwinge und der Kleidung des Engels die Beziehung zwischen dem Licht der Farbe westlicher Malerei, um meine Gedanken zum Ausdruck zu bringen. Das kann man als einen Durchbruch für mich ansehen.

Reporter: Haben Sie neue Malereipläne vor?

Fan: Ich habe noch einige Bilder, die überholt worden sind, aber ich habe auch einige neue Ideen. Ich möchte vor allem gern ein Bild malen, das sich auf die unvergesslichen Erfahrungen meiner Tochter beziehen.

Es gibt eine Menge Waisenkinder in China, die ihre Eltern verloren und nicht in die Schule gehen konnten. Ihre Eltern saßen im Gefängnis, weil sie Falun Gong praktiziert haben und einige Kinder wurden notleidend und heimatlos zurückgelassen. Ich habe auch so eine Erfahrung persönlich gemacht; meine Tochter erlitt auch ein derartiges geistiges Trauma. Das möchte ich in einem Bild zum Ausdruck bringen. Wenn wir eines Tages auf dies Bild zurückblicken werden, werden wir nicht von der Unterdrückung zermalmt worden sein. Sondern wir werden aus dieser misslichen Lage befreit sein. Das wird eine Art Schönheit, eine Art Kraft und Stärke sein. Diese Art von Kraft treibt mich dazu, es zu zeichnen. Ich bin dabei, eine Szene von einer Mutter mit ihrem Kind ins Bild zu setzen, die unter herzzerreißendem Druck stehen. Ich erinnere mich an die Szene, als der Polizist mir meine Tochter aus den Armen riss. Damals haben sie mir Betäubungsmittel ins Essen getan, die mich unfähig machten, den Kopf hochzuhalten und mir die Kraft aus den Händen nahmen. In so einem Zustand sah ich hilflos zu, dass sie mir meine Tochter aus den Armen rissen, und ich hörte sie weinen.

China gleicht nicht den USA in Bezug darauf, wie die Gesellschaft ihre Frauen und Kinder behandelt. Die Menschen werden verstört und mitfühlend sein, wenn sie wahrnehmen, was in China geschieht. Meine Erfahrungen in dieser Zeit waren die schlimmsten und schmerzlichsten meines Lebens. Als ich diese Bilder malte, als ich die vergangenen Ereignisse zurückrief, wurde meine Tochter immer stärker. Mit Rücksicht auf diese Erfahrung mit dem Bösen machte ich mir klar, dass wir es mit rechtschaffenen Gedanken besiegen müssen. Kunstwerke; Musik, Schreiben und andere Arten von Austausch mit anderen Menschen, alle sind hilfreich, mit rechtschaffener Kraft das Böse zu besiegen.

Systematische Verfolgung seit 20 Jahren – 20. Juli 1999​

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