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Pekingerin schwebte nach drei Monaten Haft in Lebensgefahr, zehn Monate später starb sie

Eine Pekingerin schwebte nach drei Monaten unrechtmäßiger Gefängnishaft in Lebensgefahr. Nach monatelangem Leiden starb Liu Yanmei am 11. Dezember 2018. Sie war 52 Jahre alt.

 

Im Untersuchungsgefängnis gefoltert

Lius Tortur begann, als sie im November 2016 verhaftet wurde, weil sie Einladungen zu einer öffentlichen Gerichtsverhandlung gegen drei Falun-Dafa-Praktizierende verteilt hatte.

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Vorderseite der Einladung

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Innenseite der Einladung

 

Im Untersuchungsgefängnis Tongzhou wurde Liu brutal geschlagen und beschimpft, weil sie versucht hatte, die Falun-Dafa-Übungen zu praktizieren. Wärter legten ihr Handschellen an und fesselten sie fünf Monate lang mit Fußfesseln.

Die Haftanstalt ließ es zunächst nicht zu, dass ihr Anwalt sie besuchte. Als er schließlich zu ihr durfte, war sie abgemagert und ein Großteil ihrer Haare war grau geworden.

Liu erzählte ihrem Anwalt, dass eine Mitgefangene in ihrer Zelle kein Geld mehr habe und sie gefragt habe, ob der Anwalt ihre Familienangehörigen darüber informieren könnte. Als die Aufseherin davon erfuhr, schlug sie Liu und beschuldigte sie, Informationen an die Außenwelt weitergegeben zu haben.

Mit ihren Händen in Handschellen zogen die Wärter an Lius Fingern, so dass ihre Hände anschwollen. Zudem setzten sie sich auf ihre Knie, was extreme Schmerzen verursachte.

Nach monatelanger Folter im Untersuchungsgefängnis verhandelte das Bezirksgericht Tongzhou Liu am 6. Juli 2017 gegen Liu. Drei Wochen später, am 27. Juli, wurde sie zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Sie trat die Haftzeit im Frauengefängnis von Peking im November 2017 an.

 

Kritischer Zustand

Am 24. Januar 2018 erhielt Lius Familie einen Anruf aus dem Gefängnis. Man sagte ihnen, dass Liu in Lebensgefahr schwebe, und forderte sie auf, sie im Krankenhaus zu besuchen.

Als die Angehörigen ins Krankenhaus eilten, konnte Liu sie nicht mehr erkennen. Ihr Rücken war eitrig, so dass die Familie Schwierigkeiten hatte, ihr Kleidung anzuziehen.

Der Arzt teilte ihrer Familie mit, dass Liu Gebärmutterhalskrebs und mehrfaches Organversagen hätte. Es gebe keine Medikamente, die sie heilen könnten, sie würden aber eine Dialyse zur Lebensverlängerung empfehlen.

Als ihre Familie darüber nachdachte, was zu tun sei, drohte die Polizei Lius Schwester, dass sie eine Überwachungskamera in ihrem Haus installiert habe. Die Polizisten sagten, wenn sie sich an lokale Falun-Dafa-Praktizierende wenden würde, wäre die Polizei in fünf Minuten bei ihr zu Hause.

Letztendlich wurde Lius Familie dadurch eingeschüchtert. Sie nahm Liu nicht mit nach Hause, sondern ließ sie bis zu ihrem Tod in den Händen der Gefängnisleitung.

 

Verfolgung in der Vergangenheit

Seit Beginn der Unterdrückung von Falun Dafa im Jahr 1999 war Liu mehrmals inhaftiert und in Zwangsarbeitslagern und Gehirnwäsche-Einrichtungen festgehalten worden, weil sie ihren Glauben nicht aufgegeben hatte. Sie verlor ihre Arbeit und ihr Name als Hausbesitzerin wurde während ihrer Haftzeit aus dem Grundbuchregister entfernt.

Liu war im Mai 2015 verhaftet worden, als sie an einem Busbahnhof mit anderen über Falun Dafa sprach. Man brachte sie ins Untersuchungsgefängnis Nihe. Dort band man sie drei Tage lang mit gespreizten Armen und Beinen auf ein Bett.

Im Februar 2016 wurde Liu erneut verhaftet und einen Monat im Untersuchungsgefängnis Nihe inhaftiert, weil sie Strafanzeige gegen Chinas Ex-Staatschef Jiang Zemin erstattet hatte. Er hatte 1999 die Verfolgung von Falun Dafa angeordnet.

Frühere Berichte:

Peking: Zwei Frauen in Haft gefoltert

Peking: Aufruf, mit Telefonanrufen bei der Rettung von Frau Liu Yanmei mitzuhelfen

Chinesische Version

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