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Geschichten, wie Menschen in alten Zeiten bereuten und neu begannen (Teil 3)

Fortsetzung von Geschichten, wie Menschen in alten Zeiten bereuten und neu begannen (Teil 2)
http://de.clearharmony.net/articles/a116785-Geschichten-wie-Menschen-in-alten-Zeiten-bereuten-und-ein-neues-Leben-begannen-Teil-2.html

3. Kou Zhun: Ein rechtschaffener Beamter dient dem Volk

Kou Zhun war ein Bürger der Provinz Shanxi in der Nördlichen Song Dynastie in China. Er wurde in einer Intellektuellenfamilie geboren. Sein Vater starb kurz nach seiner Geburt und die Familie war, um überleben zu können, völlig auf die Textilien angewiesen, die seine Mutter wob.

Eine gute Erziehung

Die Mutter von Kou Zhun unterrichtete ihn oft und ermahnte ihn, als sie ihre Fäden spann und ihre Webarbeiten machte, durch hartes Arbeiten, eine nützliche Person zu werden. Die Intelligenz des kleinen Kou Zhun übertraf die seiner Gleichaltrigen. Im Alter von sieben Jahren schrieb er in nur drei Minuten das berühmte Gedicht ´Ode an den Berg Hua`. Es wurde später zu einer berühmten Geschichte, die über Generationen überliefert wurde.

Kou Zhun enttäuschte seine Mutter nicht. Mit 18 ging er in die Hauptstadt, um am Nationalexamen teilzunehmen, welches dazu diente, Intellektuelle für Regierungsbeamtenpositionen zu ermitteln. Er war unter den Wenigen, die wegen ihrer hervorragenden Leistungen ausgewählt wurden.
Die gute Nachricht verbreitete sich bis in seine Heimatstadt. Damals war seine Mutter ernsthaft erkrankt. Als ihren Sterbewunsch gab seine Mutter ein von ihr gemaltes Bild ihrer Hausgehilfin und sagte zu ihr: „Kou Zhun ist dazu bestimmt, einmal ein Regierungsbeamter zu werden. Wenn er irgendeinen Fehler macht, gib ihm das Bild.“

Extravaganz zügeln

Kou Zhun wurde später Premierminister der Nördlichen Song Dynastie. Er entschloss sich, seinen Geburtstag zu feiern, indem er alle seine Kollegen zu einem extravaganten Bankett mit Opernaufführungen einlädt und somit vor seinen Gästen, mit seinem Status und seinem Wohlstand zu prahlen.
Das Hausmädchen dachte, dies sei der richtige Augenblick und sie brachte ihm das Bild. Kou Zhun öffnete das Bild, welches ihn beim Lesen eines Buches unter der Latschenkieferöllampe darstellte, während seine Mutter an der Seite Stoff webte. An der Seite des Bildes gab es auch einen Vers mit der Aussage: „Ertrage die Mühen des Lernens unter schummrigem Licht; ich hoffe, du kultivierst dich um der Anderen willen; es ist die Lehre deiner Mutter, ein sparsames Leben zu führen; im Falle künftigen Wohlstands, vergiss nicht arm gewesen zu sein.“

Offensichtlich waren das Bild und der Reim ein Sterbewunsch seiner Mutter. Kou Zhun las ihn immer und immer wieder und brach in Tränen aus. Er bat die Gäste wegzugehen und sagte das Bankett ab.
Von da an verhielt er sich strikt gemäß hoher Prinzipien, behandelte andere großzügig und führte seine Amtsgeschäfte rechtschaffen durch. Schließlich wurde er einer der berühmtesten und beliebtesten Premierminister der Song Dynastie.

Ein fairer und gerechter Premierminister

Nach seiner Ernennung zum Premierminister begegnete er zwei korrupten Beamten. Wang Huai unterschlug Zigmillionen Yuan und verlor seine Position nur, um sie bald wiederzubekommen. Zu Ji wurde wegen eines ähnlichen, jedoch viel leichteren Vergehens exekutiert.

Kou Zhun war sich bewusst, dass Wang Huai weniger hart bestraft wurde, weil sein Bruder ein Prinz war. Damals gab es eine Trockenheit. Kou Zhun ermahnte den Kaiser, die Trockenheit sei eine Warnung des Himmels, dass korrupte Beamte nicht fair beurteilt wurden. Öffentlich verurteilte er die vom Prinzen praktizierte Vetternwirtschaft, vor dem ganzen Hof kaiserlicher Beamter, worauf der Prinz nichts zu entgegnen wusste. Dadurch ordnete der Kaiser für Wang Huai eine Neuverhandlung an.

Kou Zhun gab bei seinen Vorgesetzten nie nach und seine Ehrlichkeit verletzte eine Menge hochrangiger Beamter mit Prestigestatus in der kaiserlichen Verwaltung. Dafür wurde er zu einem kleinen Gemeindebeamten zurückgestuft.

In aussichtsloser Zeit wiederberufen

Während der Herrschaft von Kaiser Zhenzong, bot das nördliche Königreich Liao Truppen in der Stärke von 200.000 Mann auf, um die Song Dynastie anzugreifen. Die Song Dynastie war in Gefahr, da die Truppen von Liao wichtige Städte erobert hatten und Druck auf die Hauptstadt der Song ausübten. Die meisten kaiserlichen Hofbeamten waren in Panik und viele schlugen vor, die Hauptstadt zu verlegen.
Der damalige Premierminister Bi Shi’an schlug Kaiser Zhenzong vor, Kou Zhun wieder zum Premierminister zu ernennen, um das Land herumzureißen. Der Kaiser ernannte beide zu Premierministern.

Kou Zhun war entschlossen, sich der Invasion entgegenzustellen und die verlorenen Gebiete zurückzuerobern. Er schlug dem Kaiser vor, die Führung der Streitkräfte ihm zu übertragen, um die Moral der Truppe wiederzubeleben.

Um zu verhindern, dass korrupte Beamte den Kaiser beeinflussen, schickte Kou Zhun sie an die Frontlinien. Unter seiner starken Führung und festen Entschlossenheit, gewannen die Song Streitkräfte ihr Vertrauen und ihre Schlagkraft zurück und gewannen bald darauf eine wichtige Schlacht.

Anschließend fielen die Liao Truppen zurück und schlugen einen Waffenstillstand vor, nach welchem sie es nicht wagten, eine erneute Invasion zu versuchen.

Dann folgten Jahrzehnte des Friedens zwischen den Bewohnern auf beiden Seiten der Grenze. Der Beitrag von Kou Zhun wurde weithin gewürdigt.

Kou Zhun, zum zweiten Mal Premierminister, blieb 30 Jahre in dieser Position. All die Jahre hindurch hielt er an den gleichen aufrechten Prinzipien fest und wurde von der allgemeinen Öffentlichkeit und den kaiserlichen Beamten gleichermaßen geliebt. Selbst Beamte des benachbarten Königreichs Liao drückten ihre Bewunderung für Kou Zhun aus.

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