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„Wie in der Hölle“ waren die drei Jahre im Frauengefängnis Liaoning

Eine 68-jährige Falun-Dafa-Praktizierende [1] aus der Stadt Fushun in der Provinz Liaoning wurde am 14. Oktober 2019 aus dem Gefängnis freigelassen.

Frau Meng Xiu’e war am 14. Oktober 2016 festgenommen worden, weil sie geplant hatte, an der Gerichtsverhandlung von zwei anderen Praktizierenden teilzunehmen. Sie wurde zu drei Jahren im Frauengefängnis der Provinz verurteilt. 

Diese drei Jahre seien „wie in der Hölle“ gewesen, sagt sie.

Redlichkeit und Güte

Frau Meng fing 1995 an, Falun Dafa zu praktizieren. Sie strebte danach, ein besserer Mensch zu werden und lebte nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Bevor sie in Rente ging, arbeitete sie für das Krankenhaus des Kraftwerks in Liaoning. Sie war für den Einkauf von Medikamenten und Medizingeräten zuständig. Viele Menschen finden, dass so eine Stelle gut geeignet wäre, Schmiergelder zu erhalten. In dieser für den eigenen Vorteil gewinnbringenden Position lehnte Meng immer verfälschte oder minderwertige Produkte ab. Auch nahm sie angebotene Einkünfte im grauen Bereich nicht an.

Das Krankenhaus bot Frau Meng die Möglichkeit an, eine bezuschusste Wohnung für 2.000 Yuan (ca. 260 Euro) pro Quadratmeter zu kaufen. Damals lag der Marktpreis solcher Wohnungen bei über 3.000 Yuan (ca. 390 Euro) pro Quadratmeter. Sie hörte, dass ein Mitarbeiter dringend eine Wohnung brauchte, sich aber den Marktpreis nicht leisten konnte. Die Voraussetzungen für eine bezuschusste Wohnung konnte er auch nicht erbringen. Frau Meng übertrug ihm kostenlos ihr Anrecht auf die bezuschusste Wohnung. Mit solchen Handlungen erntete sie den Respekt der Angestellten des Krankenhauses.

Festnahme und Inhaftierung

Frau Meng erfuhr, dass die zwei älteren Praktizierenden He Lizhong (w) und Zhao Jing (w) am 14. Oktober 2016 eine Gerichtsverhandlung hatten. Sie beschloss, der Verhandlung beizuwohnen. Der Prozess fand in einem Gerichtssaal außerhalb des Untersuchungsgefängnisses in Nangou statt.

Kurz nachdem sie aus dem Bus in der Nähe des Gefängnisses ausgestiegen war, umgaben sie mehrere Polizisten in Zivil. Einer von ihnen packte ihre Handtasche. Sie wurde zur Polizeiwache in Guchengzi gebracht.

Wei Zhenxing und mehrere andere Beamte der Staatssicherheitsabteilung in Fushun nahmen Frau Meng ihren Ausweis und ihre Schlüssel ab und brachten sie in ihre Wohnung. Sie durchsuchten ihre Wohnung und beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher, einen Computer und über 9.000 Yuan (ca. 1.200 Euro), die in einem Klavier versteckt waren. Sie brachten sie noch am selben Tag zum Untersuchungsgefängnis in Nangou.

Prozess und Urteil

Um Frau Meng in eine Falle zu locken und sie anzuklagen, folterten die Beamten sie während des Verhörs. Einmal durfte sie drei Tage lang nicht schlafen. Der Beamte Wei versuchte auch, sie zu täuschen und sagte: „Wenn Sie die Schriftstücke hier unterschreiben, werden wir Ihnen sofort ein Flugticket kaufen. Damit können Sie ins Ausland reisen [und ihre Tochter sehen].“ Wei erpresste auch 20.000 Yuan (ca. 2.600 Euro) von Mengs Familie.

Bei ihrem Prozess im Gericht in Shuncheng am 28. Februar 2017 wurde Frau Meng von dem Rechtsanwalt Yu Wensheng verteidigt. Er plädierte auf nicht schuldig. „Meine Klientin hat kein Gesetz gebrochen oder der Gesellschaft Schaden zugefügt“, sagte Yu. „Alle Anklagen gegen sie sind unbegründet.“

Obwohl es keine Beweise gegen Frau Meng gab, wurde sie zu drei Jahren Haft mit einer Geldstrafe von 5.000 Yuan (ca. 640 Euro) verurteilt. Ihre Rentenzahlung wurde eingestellt. Frau Meng legte gegen ihr Urteil Berufung ein, aber das Mittlere Gericht in Fushun bestätigte das ursprüngliche Urteil.

Trotz Folter standhaft in ihrem Glauben

Nachdem Frau Meng am 1. November 2017 in das Frauengefängnis in Liaoning gebracht worden war, war sie zunächst in der „Abteilung zur Verbesserung“ festgehalten. Wegen der Brutalität der Wärter in dieser Abteilung bezeichneten Häftlinge diese Abteilung oft als „Dämonenabteilung“. Die Wärter versuchten, Frau Meng dazu zu zwingen, ihren Glauben aufzugeben. Als sie standhaft blieb, musste sie lange Zeit ohne Schlaf bewegungslos stehen.

Frau Meng musste von 8:00 bis 22:00 Uhr auf einer Ziegelsteinfliese stehen, ohne Essen oder Zugang zur Toilette. Ein Häftling brachte ihr zu den Mahlzeiten etwas zu essen. „Wenn du nicht auf Falun Dafa verzichtest, werden wir dich zu Tode foltern“, drohte eine Insassin, die mit ihrer Überwachung beauftragt war. Immer wenn Abteilungsbeamte zur monatlichen Inspektion kamen, drängten die Insassinnen Frau Meng, ihren Glauben aufzugeben. „Wenn du weiterhin so hier stehst, wirst du sterben. Eine andere wurde gelähmt, nachdem sie lange Zeit hier gestanden hatte“, sagte eine der Insassinnen.

Weil sie in ihrem Glauben standhaft blieb, wurde Frau Meng auch der Schlaf entzogen. Die Insassen weckten sie, wenn sie eindöste. Einmal hielt ein Wärter einen voll aufgeladenen elektrischen Schlagstock vor sie hin und fragte: „Wirst du aufhören, Falun Dafa zu praktizieren?“ Als sie nicht nachgab, trat der Zellenleiter einige Male auf Frau Meng ein. Die Wärter brachten sie später in die Erste Abteilung, wo die Insassen Uniformen nähen mussten.

[1] Falun Dafa, auch Falun Dafa genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und verbreitete sich rasant. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.

Chinesische Version


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