Share on facebook
Share on twitter
Share on telegram
Share on google
Share on email
Share on print

Im Jahr 2020: Über 15.000 Falun-Dafa-Praktizierende wegen ihres Glaubens verfolgt

Auch als China im Jahr 2020 von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffen wurde, setzte die herrschende Kommunistische Partei Chinas (KPCh) die Verfolgung von Falun Dafa [1] fo

Die Pandemie hielt die KPCh nicht von der Verfolgung von Falun Dafa ab

Nach von Minghui erfassten Daten wurden im Jahr 2020 insagesamt 6.659 Praktizierende verhaftet und 8.576 schikaniert. Während die Anzahl der Verhaftungen ähnlich hoch war wie im Vorjahr (6.109), gab es 2020 einen 2,4-fachen Anstieg bei den Schikanen im Vergleich zu den 3.582 Fällen im Jahr 2019.

Von den insgesamt 15.235 Praktizierenden, die 2020 ins Fadenkreuz der Verfolger gerieten, wurden bei 3.588 Praktizierenden die Wohnungen durchsucht und 537 wurden in Gehirnwäsche-Einrichtungen gebracht.

Außerdem wurden 622 Praktizierende wegen ihres Glaubens zu Gefängnisstrafen verurteilt (einige von ihnen waren unter den 6.659 Verhafteten im Jahr 2020) und weitere 83 starben im Jahr 2020 im Zuge der Verfolgung, worüber wir in gesonderten Berichten ausführlich berichtet haben.

Aufgrund des landesweiten Lockdowns nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie wurden im Januar 2020 die wenigsten Verfolgungsvorfälle gemeldet. In den folgenden Monaten nahmen die Verfolgungen jedoch stetig zu, mit einem leichten Spitzenwert im April und einer größeren Spitze im Juli.

Höchstwerte im April und Juli sind seit Jahren typisch, da die Behörden die Unterdrückung oft um zwei heikle Daten herum intensivieren – den 25. April und den 20. Juli. Ungefähr 10.000 Falun-Dafa-Praktizierende appellierten am 25. April 1999 friedlich vor dem Nationalen Berufungsbüro in Peking, und die KPCh begann offiziell die Verfolgung von Falun Dafa knapp drei Monate später, am 20. Juli.

Während der Abriegelung in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wurden viele Praktizierende ins Visier genommen, weil sie sich verstärkt darum bemühten aufzudecken, dass die KPCh beim Ausbruch des Coronavirus ähnliche Vertuschungstaktiken wie bei der Verfolgung anwendete.

Eine Frau in der Provinz Hunan war gezwungen, von zu Hause wegzuziehen, nachdem die Behörden herausgefunden hatten, dass sie Plakate mit QR-Codes aufgehängt hatte, die zu ausländischen Websites mit unzensierten Informationen über die Pandemie führten. Ein Arzt in der Provinz Ningxia wurde zweimal verhaftet, zuerst im März und dann im Juni, weil er Informationsmaterialien verteilt hatte. Auch ein neunjähriges Mädchen in der Provinz Hubei blieb nicht von Schikanen verschont, nachdem die Polizei sie dabei beobachtet hatte, wie sie in ihrer Nachbarschaft Informationen aufhängte.

Die massive „Null-Fälle“-Kampagne zur Schikane

Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte begannen die Schikanen die Anzahl der Verhaftungen zu übersteigen, was auf die landesweite „Null-Fälle“-Kampagne zurückzuführen war. Ähnlich wie bei der „An-die-Tür- klopfen”-Kampagne im Jahr 2017 und der sogenannten „Banden-Razzia“-Kampagne im Jahr 2018, die die Praktizierenden wegen ihres Glaubens ins Visier nahmen, besuchten Behördenvertreter in der neuen „Null-Fälle“-Kampagne jeden Praktizierenden auf der schwarzen Liste der Regierung und versuchten, sie zu zwingen, Falun Dafa abzuschwören.

Die ersten Schikanen im Rahmen der „Null-Fälle“-Kampagne, die das ganze Land erfasste, wurden im März 2020 in der Provinz Guizhou registriert. Es wurde berichtet, dass das Komitee für Politik und Recht in Guizhou eine Anordnung erließ, alle Praktizierenden zwischen 2020 und 2023 vollständig „umzuerziehen“. Die Anordnung basierte auf einem Dokument (Nr. 101), das vom Zentralkomitee für Politik und Recht in Peking herausgegeben wurde. Es hatte den Titel „Über die Problematik der Verringerung der Anzahl der Falun Dafa-Praktizierenden“.

Bei der Verfolgung von Falun Dafa spielte das Komitee für Politik und Recht [2] eine zentrale Rolle bei der Vermittlung der Verfolgungspolitik.

Das Büro 610 [3] und das Komitee für Politik und Recht wiesen kommunale Beamte und die Polizei an, die Praktizierenden zur Unterwerfung zu zwingen. Bei Widerspruch steckten die Behörden die Praktizierenden in Gehirnwäsche-Einrichtungen und drohten ihren Familienmitgliedern mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, wenn sie die Praktizierenden nicht zur Aufgabe ihrer Praxis überreden würden. In den Provinzen Guangdong und Hainan setzten die Behörden Belohnungen von 100.000 Yuan (13.000 Euro) für die Anzeige eines Falun-Dafa-Praktizierenden aus.

Einige Polizeibeamte schikanierten die Familienangehörigen der Praktizierenden und drohten, ihren Kindern eine Hochschulausbildung zu verweigern, um sie gegen die Praktizierenden aufzubringen.

In den letzten beiden Monaten des Jahres 2020 nahmen die Schikanen weiter zu. Während zwischen März und Oktober durchschnittlich 706 Vorfälle pro Monat gemeldet wurden, waren es im November und Dezember mit 1.285 beziehungsweise 1.358 fast doppelt so viele. Außerdem wurden im November und Dezember mehr Praktizierende in Gehirnwäsche-Einrichtungen gebracht, wobei der monatliche Durchschnitt von 40 im März und Oktober auf 110 in den letzten beiden Monaten des Jahres anstieg.

Die Schikanefälle im November und Dezember 2020 stellten eine fünf- und 6,7-fache Steigerung gegenüber 2019 dar.

Flächendeckende Verfolgung

Die Verfolgungen im Jahr 2020 fanden in 304 Städten in 29 Provinzen und regierungsunmittelbaren Städten statt. Hebei führte die Liste mit den meisten verfolgten Personen (2.373) an, gefolgt von Heilongjiang, Shandong, Jilin, Sichuan und Liaoning. Die siebte Provinz Hubei, das Epizentrum der Pandemie, verzeichnete insgesamt 589 Fälle. Achtzehn weitere Provinzen registrierten ebenfalls dreistellige Verfolgungszahlen (von 105 bis 480). Die restlichen vier Provinzen meldeten zwischen 4 und 87 Vorfälle.

Im Jahr 2020 wurden auch mehr ältere Praktizierende ins Visier genommen. 2020 wurden 1.188 (7,8 Prozent) Praktizierende verhaftet oder schikaniert, die älter als 65 Jahre waren. Das waren doppelt so viele wie im Jahr 2019 (583). In der Altersgruppe der 70- bis 80-Jährigen wurden im Jahr 2020 419 Praktizierende verhaftet. Siebzehn waren über 90 Jahre alt, wobei der älteste 94 Jahre alt war.

Im Jahr 2020 wurden viele verhaftete Praktizierende brutal gefoltert und mindestens sechs starben infolgedessen. Eine Frau starb in Polizeigewahrsam vier Tage nach ihrer Verhaftung am 13. Mai. Eine andere Frau starb Stunden nach ihrer Verhaftung am 18. Juni. Zwei weitere weibliche Praktizierende wurden Tage nach ihrer Verhaftung Ende Juni totgeprügelt.

Ein männlicher Praktizierender, der einst für elf Jahre inhaftiert gewesen war, starb eineinhalb Monate nach seiner Verhaftung im August. Ein weiterer männlicher Praktizierender starb im Oktober an den Folgen von Folter in der Haft, zwei Monate nachdem er bei einer Gruppenverhaftung festgenommen worden war.

Die 15.235 verhafteten Praktizierenden kamen aus allen Gesellschaftsschichten, unter ihnen waren 320 Akademiker und Fachkräfte wie College-Professoren, Gymnasiallehrer, Anwälte, Ärzte, Ingenieure, Künstler, Journalisten, Dolmetscher, Autoren und Tänzer.

Ein 25-jähriger Fotograf, der erst vor kurzem mit Falun Dafa angefangen hatte, wurde verhaftet, weil er Flugblätter über Falun Dafa verteilt hatte. Eine 77-jährige Frau wurde verhaftet, nachdem sie in einem Bus aufgezeichnet worden war, als sie mit Leuten über Falun Dafa sprach. Andere wurden verhaftet, weil sie gemeinsam die Lehre von Falun Dafa studierten.

Neben den Schikanen wurden im Laufe des Jahres Dutzende von Gruppenverhaftungen gemeldet. Darunter waren 18 Praktizierende in der Stadt Jieyang in der Provinz Guangdong, die am 14. Juni verhaftet wurden, über zehn Praktizierende in der Stadt Xi’an in der Provinz Shaanxi, die am 26. Juli verhaftet wurden, 21 Praktizierende in der Stadt Changsha in der Provinz Hunan, die am 27. Oktober verhaftet wurden, und über 80 Praktizierende in der Stadt Hegang in der Provinz Heilongjiang, die zwischen dem 11. und 13. Dezember verhaftet wurden.

Besonders erwähnenswert ist, dass drei der Praktizierenden, die am 26. Juli in Xi’an verhaftet wurden, über 80 Jahre alt waren, vier waren Ende 70, und einer war um die 60.

Eine Großfamilie in der Stadt Kunming in der Provinz Yunnan wurde zweimal innerhalb von sieben Tagen um das Mittherbstfest am 1. Oktober verhaftet, das ein traditioneller Feiertag für Familientreffen ist.

Zusätzlich zu den Verhaftungen und der Folter in der Haft wurde das tägliche Leben vieler Praktizierender massiv beeinträchtigt, ihre persönliche Sicherheit, ihre Geschäftstätigkeit und ihre Gesundheit waren gefährdet.

Einem Ingenieur, der aufgrund seines Glaubens von seinem Arbeitgeber entlassen wurde, wurde eine Wohnung verweigert und er wurde kurz nach seiner Entlassung aus einer zweijährigen Haftstrafe zwangsumgesiedelt. Eine Ärztin im Ruhestand wird weiterhin in Gewahrsam gehalten, obwohl bei ihr Lungenkrebs diagnostiziert worden ist.

In einigen Fällen wurden nicht nur die Praktizierenden selbst wegen ihres Glaubens ins Visier genommen, sondern auch ihre Familienangehörigen, die ebenfalls schikaniert, verhaftet und verhört wurden. Dem vierjährigen Enkel einer Praktizierenden wurde die Aufnahme in den Kindergarten verweigert, weil seine Großmutter sich weigerte, Falun Dafa abzuschwören.

Der Sohn einer Praktizierenden wurde auf der Polizeiwache als Geisel festgehalten, nachdem sie der Verhaftung entkommen war. Die Klinik des Sohnes einer anderen Praktizierenden wurde gewaltsam geschlossen, nachdem sie sich geweigert hatte, eine Erklärung über den Verzicht auf Falun Dafa zu unterschreiben.

Ein junger Mann, der seit seiner Kindheit die Verfolgung seiner Eltern miterlebt hatte, war am Boden zerstört, als er seinen Vater durch die Verfolgung verlor, nachdem dieser zuletzt mit seiner Mutter verhaftet worden war. Jetzt bemüht sich der junge Mann um Gerechtigkeit für seine Mutter, die seitdem in Haft ist und der eine Gefängnisstrafe droht.

Einige Praktizierende haben jahrzehntelange Inhaftierung und Folter erlitten, bevor sie erneut wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Eine Frau in der Stadt Yinchuan, Provinz Ningxia, wurde erneut verhaftet, nachdem sie 13 Jahre lang inhaftiert war. Ein anderer Mann in der Stadt Hegang in der Provinz Heilongjiang, der 15 Jahre in Haft verbracht hatte, wurde Mitte Dezember bei einer Polizeirazzia festgenommen.

Ganzer Bericht

Chinesische Version

Das Neueste

Archiv