Ein chinesischer Reporter erinnert sich an die wenig bekannten Pressekonferenzen, die von Falun Gong Praktizierenden nach dem 20. Juli 1999 gehalten wurden

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Augenzeugenbericht

Als am 25. April 1999 die Falun Gong Praktizierenden am Zhongnanhai (Regierungssitz in Peking) appellierten, schickten alle wichtigen Medienanstalten aus Peking Reporter, um darüber zu berichten. Es waren viele Reporter dort. Trotzdem wurde in diesen Tagen in den nationalen Medien nicht über das Ereignis berichtet, was in der chinesischen Mediengeschichte sehr seltsam anmutet.

Die Falun Gong Praktizierenden erzählten den Reportern, dass sie sich wegen des Vorfalles in Tianjin am Zhongnanhai versammelt haben, bei dem Falun Gong Praktizierende zum Büro einer Zeitung gegangen waren, um dort wegen eines verleumderischen Artikels die Wahrheit klarzustellen - dort aber wurden sie geschlagen und eingesperrt. Die Praktizierenden kamen zum Zhongnanhai, um den Beamten über diese Vorfälle zu berichten, mit der Hoffnung, eine Umgebung herstellen zu können, in der es ihnen möglich sei frei zu praktizieren. [Anmerkung: für genauere Informationen siehe http://www.clearwisdom.net/emh/articles/2002/6/8/22897.html]Die Reporter erfuhren, dass Falun Gong eine Praktik ist, die die Menschen lehrt gut zu werden und ihnen hilft ihre Krankheiten zu heilen und fit zu bleiben. Die Reporter bemerkten, dass die Praktizierenden ruhig und friedvoll waren und in perfekter Ordnung still entlang der Strasse standen. Viele der Reporter wollten schnell in ihr Büro zurückkehren um gleich einen Bericht zu schreiben, doch allen wurde von ihren Vorgesetzten mitgeteilt, dass es nicht erlaubt sei.

2 oder 3 Tage später wurde in den Medien eine einfache Geschichte publiziert, die mit den Tatsachen nichts zu tun hatte. Darin hieß es: "Falun Gong hat gemeinschaftlich die Staatsbeamten am Zhongnanhai angegriffen; das ist ein ernstes politisches Ereignis." Allen Reportern wurde mitgeteilt, es sei keine Berichterstattung über Falun Gong erlaubt. Deshalb herrschte in den Medien in den beiden Monaten zwischen dem 25. April und dem 20. Juli ungewöhnliches Schweigen über die Geschehnisse am Zhongnanhai.

Ein Schleier senkt sich herab

Am 20. Juli 1999 ließ das Zentrale Propagandaministerium den Medien die Notiz zukommen, Falun Gong sollte als politische Organisation bezeichnet werden. Seit diesem Tag publizierten alle chinesischen Medien einen Falun Gong verleumdenden Artikel nach dem anderen.

Reporter mussten ihre anderen Arbeiten beenden und erhielten den Auftrag durch das Land zu reisen und "Fälle" zu finden. Die meisten dieser "Fälle" wurden von den lokalen Regierungen bestimmt. Der Grund dieser Berichterstattung war, Fälle zu sammeln um Falun Gong schlecht zu machen und zu verleugnen. Es gab Fälle, wo behauptet wurde, jemand hätte keine Medizin einnehmen dürfen und sei deshalb gestorben, Fälle in denen Familienangehörigen nicht erlaubt wurde Medizin zu nehmen, Beispiele für negative Konsequenzen aufgrund des Praktizierens, Fälle von Wahnsinn u.s.w. Zu dieser Zeit erhielt fast jeder Reporter eine Kopie von ZHUAN FALUN (Hauptwerk des Falun Gong)von seinem Vorgesetzten, gleichzeitig wurde ihm die schlechte Propaganda des Jiang Regimes eingeflößt. Reporter wurden dazu angehalten sofort kritisierende Artikel zu schreiben, und geheime Interviews mit Falun Gong Praktizierenden waren verboten. Die Geschichten, ihr Inhalt und ihre Personen wurden von der Regierung vorgegeben. Aus diesem Grund war es sehr schwierig Interviews mit Falun Gong Praktizierenden zu führen.

In den Fällen auf die ich traf, sah ich die Umstände nicht so wie sie von der Regierung propagiert wurden. Ich konnte nichts falsches daran erkennen, dass Menschen sich durch Kultivierung gesund erhielten und zu besseren Menschen wurden. Wollte man einen Bericht dieser Art veröffentlichen, war es nicht möglich.

Über einen ziemlich langen Zeitraum wusste die Bevölkerung nichts über die Verfolgung von Falun Gong. All ihre Informationen entnahmen sie aus den gefälschten Medienberichten. In China gab es nie Pressefreiheit. In China sind die Medien das Sprachrohr der Staatsbeamten.

Das Erwachen aus einem Alptraum

In der Zeit vom Oktober bis November 1999 erwachten die Falun Gong Praktizierenden langsam aus einem Albtraum. Sie setzten ihr Leben aufs Spiel als sie damit begannen den Menschen und der Regierung die Wahrheit zu sagen, und den Medien und der Öffentlichkeit über die Verfolgung zu berichten. Sie suchten sich Reporter von denen sie hofften, dass sie objektiv und fair über die Verfolgung berichten würden. Zu dieser Zeit waren sie schon Opfer der Verfolgung, aber das war niemandem auf der Welt bekannt.

Es gab keine Medienagentur die es wagte, die Wahrheit zu berichten. Chinesischen Journalisten war es niemals gestattet eine freie Berichterstattung auszuüben. Auch wegen der Gehirnwäsche fühlten sich die Reporter dazu verpflichtet die sogenannten Beispiele zu interviewen, die "umgewandelt" und gezwungen worden waren mit der Kultivierung aufzuhören. Als wir hörten, dass Falun Gong verfolgt wird, glaubte es keiner von uns.

Zu dieser Zeit luden die Falun Gong Praktizierenden viele chinesische und ausländische Reporter zu ihren Pressekonferenzen ein, in denen sie die Verfolgung der Falun Gong Praktizierenden zum Thema machten. Wir konnten damals nicht glauben, dass Menschen die an ihrem Glauben festhielten verfolgt werden. Wir waren schockiert als wir die Wahrheit erfuhren. Doch falls jemand es wagte darüber zu berichten, wurde er als Symphatisant von Falun Gong bezeichnet und er oder sie wurde bestraft.

In diesem Zeitraum hielten Falun Gong Praktizierende über mehrere Monate geheime Pressekonferenzen ab. Eine nach der anderen, an Orten wie Mentougou in Peking, in einer Fabrik in Tianjin, in Shijiazhuang (Provinz Hebei), Shenyang, Jinzhou, usw..Die Staatsbediensteten griffen nicht nur Falun Gong an, sondern auch seine Symphatisanten. Journalisten, die mit Falun Gong symphatisierten, und diejenigen die versuchten objektiv über Falun Gong zu berichten, wurden auch in verschiedenem Ausmaß verfolgt.

Eine besondere Erfahrung

Am 2. November 1999 war ich zu einer geheimen Pressekonferenz von Falun Gong Praktizierenden in Mentougou, Peking eingeladen. Die Konferenz fand in einer Wohnung statt. Zwei Falun Gong Praktizierende sprachen; ein anderer Praktizierender blieb draußen um Wache zu stehen. Dies war eine sehr besondere Pressekonferenz.

Die beiden Falun Gong Praktizierenden zeigten den Journalisten mehr als 30 Fotos. Es waren Fotos von Verfolgten, zu schrecklich, um sie anzusehen. Einige hatten Schnitte und Blutergüsse überall am Körper, manche waren bis zur Behinderung gefoltert worden, manche waren mit Blut bedeckt. Die Namen und Adressen der Verfolgten standen unten oder auf der Rückseite der Fotos. Die beiden Praktizierenden zeigten ruhig die Fotos und sagten, dass sich die Journalisten Namen und Adressen notieren sollten und dann die Opfer und ihre Familien besuchen sollten, um einen objektiven und fairen Bericht zu schreiben. Alle anwesenden Journalisten waren schockiert von den schlimmen Zuständen der Opfer, und sie waren beeindruckt von der ruhigen, vernünftigen Haltung der Falun Gong Praktizierenden.

Die Pressekonferenz wurde erfolgreich abgeschlossen, und die Journalisten hielten alle Informationen fest. Doch unter dem großen Druck berichteten einige der Anwesenden ihren Chefs und brachten die Teilnehmer dadurch in Schwierigkeiten. Manche verloren ihren Arbeitsplatz, einige wurden unschuldig inhaftiert, manche wurden einzeln verhört; manche der Journalisten werden seitdem vermisst. Mir blieb keine Wahl, ich konnte der ungesetzlichen Festnahme nur dadurch entkommen, dass ich Frau und Kind verließ, und wohnsitzlos außerhalb der Stadt lebe.

Heute, drei Jahre später, sitze ich da und lese ZHUAN FALUN gewissenhaft durch. Immer wieder befreit es mein Herz von Sorgen und es verleiht mir eine Ruhe, die ich zuvor nie besaß. Auch wenn ich nicht ganz verstehe was Kultivierungspraxis ist, Falun Dafa ist wundervoll "Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht" sind wundervoll!

Originaltext auf Englisch unter:
http://www.clearwisdom.net/emh/articles/2003/3/15/33333.html
Original vom: 15.03.2003
Übersetzt am: 01.04.2003