Geschichten aus alter Zeit: Zitate aus dem Buch „Vorbilder für die Welt“ von Yuan Cai

Yuan Cai, auch Yuan Junzai genannt, wurde in Xinan (jetzige Stadt Changshan, Provinz Zhejiang) in der Song Dynastie im alten China geboren. Im ersten Jahr von Xinglong war er bei der kaiserlichen Prüfung der Dritte und diente als Ankläger oder Staatsanwalt. Einmal war er auch der Bürgermeister der Grafschaft Leqing und bekannt für seine Integrität und Geradlinigkeit. Um die ansässigen Bürger zu erziehen und den moralischen Standard der allgemeinen Öffentlichkeit zu erhöhen, schrieb er im fünften Jahr von Kaiser Xiao der Song Dynastie, „Suxun“ (bedeutet „Unterricht für die allgemeine Öffentlichkeit). Die Menschen sollten lernen wie sie sich in der Gesellschaft verhalten und miteinander umzugehen haben.

Später wurde das Buch in „Shifan“ (bedeutet Vorbilder für die Welt) umbenannt und wurde auch „Shifan von Hr. Yuan“ genannt. Es wurde weit verbreitet und hatte einen tiefgreifenden Einfluss. Es wurde das erste Buch, das an vielen privaten Schulen als Pflichtlektüre zu lesen war. Während des Verlaufs der Geschichte wurde das Buch von Intellektuellen hochgeschätzt. Ich zitiere hier einen Teil des Inhaltes, um den Lesern einen Geschmack der göttlichen Kultur Chinas zu vermitteln. Denn in der chinesischen Kultur wurde der Himmel respektiert, die Menschen fügten sich ihrem Schicksal, die Moral und der Respekt allem gegenüber wurde für wichtig gehalten. Auf diese Weise können wir den Standard begreifen, nach dem die früheren Menschen gelebt haben. (Anmerkung: Die Überschriften der Abschnitte wurden vom Autor hinzugefügt)

Man sollte andere respektvoll behandeln, ganz gleich ob sie reich oder arm, vornehm oder gewöhnlich sind

In dieser Welt gibt es Menschen, die nicht jeden mit gleichem Respekt behandeln können. Sie behandeln Menschen entsprechend ihrem Reichtum und Status und unterteilen sie in Klassen. Begegnen sie einer reichen oder vornehmen Person, werden sie sehr höflich sein. Je reicher und hochrangiger die Person ist, umso demütiger werden sie ihr gegenüber sein. Treffen sie auf einen Mitmenschen, der arm ist und von niedrigerem Rang, werden sie arrogant sein und auf ihn herunterblicken. Selten helfen sie Menschen der unteren Klassen oder kümmern sich um sie. Wir sollten wissen, dass der Reichtum anderer Menschen nichts zu unserem Ruhm beitragen kann und anderer Leute Armut unsere Schande auch nicht vergrößern kann. Warum also unser Verhalten entsprechend dem finanziellen oder sozialen Status anderer verändern? Eine Person mit hohem moralischem Charakter und hoher Weisheit würde niemals auf diese Weise handeln.

Einer vornehmen oder gewöhnlichen Klasse anzugehören, ist alles vorherbestimmt

Der moralische Charakter einer Person ist völlig unabhängig von seiner Position. Eine Person mit höherem moralischem Charakter ist nicht notwendigerweise reich oder vornehm; und eine Person mit einem schlechten moralischen Charakter hat auch nicht immer ein schlechtes Schicksal. Wäre das der Fall, sollten Menschen wie Konfuzius und Yan Hui (ein bevorzugter Schüler von Konfuzius) Premierminister gewesen sein und keiner der Premierminister der vergangenen Geschichte könnte korrupt gewesen sein.

Was wir tun müssen ist, unseren moralischen Charakter zu kultivieren; es geht nicht darum, irgendein bestimmtes Ziel hinsichtlich Gewinn oder Eigeninteresse zu erreichen. Andernfalls würde man in seiner Kultivierung nachlassen, sobald einmal das angestrebte Ziel nicht erreicht wird. Man würde dann seinen anfänglichen Glauben verändern und sich in einen schlechten Menschen verwandeln.

In diesen Tagen gibt es viele unwissende Menschen in dieser Welt, die reich sind und auch viele die intelligent sind, aber sehr arm. Dies ist alles vom Himmel bestimmt und wir müssen nicht nach einer Begründung dafür suchen. Wenn man dieses Prinzip kennt und es friedlich annehmen kann, erspart einem das viel Angst und Bemühen.


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