Geschichten aus dem alten China: Die Kinder lieben und frühkindliche Erziehung

Yans Familienregeln besagen, dass die Kaiser und Heiligen in den alten Zeiten Chinas sicherstellten, dass ihre kleinen Kinder Respekt gegenüber ihren Eltern, Freundlichkeit, Etikette und Aufrichtigkeit von erfahrenen Erziehern vermittelt bekamen. Zwar ist die Erziehung einer kaiserlichen Familie nicht mit der einer durchschnittlichen Familie zu vergleichen. Dennoch fängt auch bei ihnen die Erziehung an, wenn die Kinder alt genug sind Glück und Wut empfinden zu können. Wenn die Eltern ihre kleinen Kinder darum bitten etwas zu tun oder ihnen verbieten etwas zu tun, gehorchen sie sofort und nach ein paar Jahren sind auch keine Sanktionen mehr von Nöten. Die Beziehung von Seiten der Eltern wird mit Würde und Liebe und auf Seiten der Kinder mit Respekt, der durch die Achtung und Ehrfurcht vor den Eltern entsteht, getragen.

Leider gibt es in der Welt viele Eltern, die nur wissen, wie sie ihre Kinder lieben, jedoch nicht wie sie sie erziehen sollten. Ohne Anleitung machen diese Kinder was sie wollen. Wenn sie einen Fehler begangen haben, werden sie von ihren Eltern weder gewarnt noch getadelt. Stattdessen werden sie noch gelobt und mit einem Lächeln positiv bestärkt. Mit diesem Verhalten wachsen die Kinder auf und denken, dass ihr Handeln richtig sei. Es besteht zudem die Gefahr, dass sie sich zu arroganten Charakteren entwickeln. Zu diesem Zeitpunkt ist die Entwicklung des Kindes beinahe irreparabel. Es wird schwierig für die Eltern, die Kinder zu Menschen mit Respekt zu erziehen - auch wenn körperliche Sanktionen angewendet werden. Stattdessen wird in den Kindern Wut entstehen, bis sie ihre Eltern anfangen zu hassen. Diese Kinder werden zu Erwachsene ohne Moralvorstellungen.

Konfuzius sagte immer: „Die Verhaltensweisen, die in der Kindheit geformt werden, sind wie Instinkte. Die Verhaltensweisen werden zur Menschennatur.“ Er wollte damit dass Gleiche über Erziehung ausdrücken. Ein Sprichwort besagt: „Die Erziehung eines Kindes soll in der frühesten Kindheit anfangen.“ Das ist sehr wichtig.

Shi Que hat schon immer King Zhuang aus dem Wei Land geraten: „Ich hörte, dass wenn ein Vater wirklich seine Kinder liebt, sollte er sie von Anfang an zu guten Menschen erziehen und sie nicht den bösen Pfad betreten lassen. Herrisches, luxuriöses, zügelloses und maßloses Verhalten bewirkt, dass sie den schlechten Pfad betreten. Wenn die Kinder diese vier Eigenschaften besitzen, liegt die Ursache meistens darin, dass die Eltern sie zu sehr verwöhnt haben.“

In den alten Zeiten haben viele Väter gewusst, wie sie ihre Kinder verhätscheln, aber nicht, wie sie sie erziehen sollten. Wenn solche Kinder aufwachsen, verletzten sie andere und zerstörten sich selbst. Es gibt viele solcher Beispiele. Wenn die Eltern ihre Kinder lieben, sollen sie sie zu vernünftigen Erwachsene erziehen. Wenn sie ihre Kinder lieben und sie dennoch auf dem Pfad des Bösen bringen, kann dies als Liebe betrachtet werden?

Eltern, die ihre Kinder verwöhnen, haben immer gesagt: „Die Kinder sind zu jung. Sie wissen nichts. Lasst uns warten bis sie älter werden und dann erst mit der Erziehung anfangen.“ Das ist mit dem Beispiel zu vergleichen, dass man einen verwachsenen Keimling pflanzt und wartet bis es aufwächst und sie versucht zu ernten. Es wird schwierig sein. Ein anderer Vergleich wäre, wenn man einen Vogel aus einem Vogelkäfig freilässt und sie dann versucht, wieder einzufangen. Oder einen Pferd erst freizulassen und dann versucht, hinter ihm herzujagen. Warum den Vogel und das Pferd nicht von vornherein drinnen behalten?

(von Sima Guangs Familienregeln)

Here is the article in English language:
http://en.clearharmony.net/articles/a32334-article.html

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