Europarat verabschiedet Resolution zur Verurteilung der Verbrechen von totalitären kommunistischen Regimen

Am 25.1.2006 bei seiner parlamentarischen Versammlung in Strassburg, Frankreich, verabschiedete der Europarat eine Resolution zur Verurteilung der Verbrechen, die von totalitären kommunistischen Regimen begangen wurden. Der Europarat betonte, dass die Resolution praktisch angewendet werden soll.

Der Europarat verabschiedet Resolution zur Verurteilung der Verbrechen von totalitären kommunistischen Regimen

Nach Angaben eines VOA Berichtes vom 27. Januar 2006 hat die parlamentarische Versammlung des Europarats (PACE), in der Parlamentarier aus 46 europäischen Ländern zusammen kommen, eine Resolution verabschiedet, die zum ersten Mal in der Geschichte die Verbrechen, die von totalitären kommunistischen Regimen begangen wurden aufs Schärfste verurteilt. Diese Verurteilung Europas von Verbrechen, die von totalitären kommunistischen Regimen begangen wurden, ähnelt der scharfen Verurteilung des Naziregimes (in Nürnberg) vor einem halben Jahrhundert.

Die Resolution drängt die ehemaligen osteuropäischen kommunistischen Länder dazu, ihre Lehrbücher zu modifizieren und Gedenkstätten für die Opfer von totalitären kommunistischen Regimen zu schaffen.

Die Resolution wurde auf der Grundlage des Berichtes über "die Notwendigkeit für internationale Verurteilung der Verbrechen von totalitären kommunistischen Regimen" beschlossen, welcher von Göran Lindblad, einem Mitglied der schwedischen parlamentarischen Delegation des Europarates verfasst wurde.

Der Bericht listet Verbrechen von totalitären kommunistischen Regimen auf

Der Bericht listet die Verbrechen auf, die von totalitären kommunistischen Regimen begangen wurden, und deutet an, dass die kommunistischen Diktaturen von Anfang an durch massive Menschenrechtsverletzungen charakterisiert wurden. Um Macht zu gewinnen und zu behalten, sind die kommunistischen Regime über individuelle Ermordungen und Massakern [auf begrenzte Orte] hinausgegangen und haben kriminelle Aktivitäten in das herrschende System integriert. Wenn es als notwendig betrachtet wurde, haben kommunistische Regime Terror benutzt, um ihre Macht zu halten, wie man an der Tschechoslowakei 1968, an Polen 1971, 1976 und 1981 oder an China 1989 sieht.

Der Europarat stellte in seiner Resolution heraus, dass die Verbrechen, die von totalitären kommunistischen Regimen begangen wurden, sich je nach Kultur, Land und historischer Zeit unterscheiden. Sie schließen mit ein: individuelle und kollektive Tötungen und Exekutionen, Tod in Konzentrationslagern, Verhungern, Deportationen, Folter, Zwangsarbeit, Verfolgung gegen ethnische Minderheiten und religiöse Gläubige, Entzug der Glaubensfreiheit, Meinungsfreiheit, Gedankenfreiheit, Pressefreiheit und andere Verbrechen.

Die Anzahl der Opfer in China übersteigt die der Opfer in allen anderen Ländern

Nach konservativen Schätzungen teilen sich die Anzahl der Opfer unter totalitären kommunistischen Regimen nach Land und Region folgendermaßen auf: Sowjetunion: 20 Millionen Opfer, China: 65 Millionen, Vietnam: eine Million, Nordkorea: 2 Millionen, Kambodscha: 2 Millionen, Osteuropa: eine Million, Lateinamerika: 150.000, Afrika: 1,7 Millionen, Afghanistan: 1,5 Millionen.

Der Bericht besagt, dass es seit Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Ende des Kalten Krieges 15 Jahre her ist und die Aufdeckung von zahlreichen Archiven zeigt, dass es zwischen Kommunismus und Nationalsozialismus keinen essentiellen Unterschied gibt. Beide Ideologien verkünden den Aufbau einer "perfekten" Gesellschaft und die Notwendigkeit, alle Hindernisse hinweg zu fegen. Beide totalitären Regime verwenden ähnliche Methoden, um ihre Macht aufrechtzuerhalten, zum Beispiel das Organisieren von Jugendgruppen, politische Propaganda in Schulen, militärische Kontrolle der Gesellschaft, Kult-ähnliche Verehrung von Führungspersönlichkeiten, Entzug der Meinungsfreiheit, Verfolgung ihrer Gegner mit jeden erdenklichen Mitteln.

Göran Lindblad, der Autor des Berichtes, erwähnte insbesondere die sozialen Charakteristika von totalitären Regimen in seiner Rede während der Debatte über die Resolution im Europarat. Er sagte, dass unter totalitären Regimen individuelle Rechte und Werte nicht existierten. Wenn wir gegenwärtig in einer totalitären Gesellschaft wären, wäre die heutige Debatte unmöglich. Alle Gesellschaften unter totalitären Regimen existieren im Terror. In solchen Gesellschaften können Einzelpersonen ihre Gedanken nicht frei ausdrücken, weil sie wissen, dass sie bestraft werden, wenn sie dies tun.

Die Verurteilung der Verbrechen von totalitären Regimen hat eine praktische Bedeutung

Die Resolution zur Verurteilung der Verbrechen von totalitären kommunistischen Regimen, die PACE verabschiedete, betont insbesondere seine praktische Bedeutung, weil: "Die kommunistischen Regime immer noch in einigen Ländern der Welt aktiv sind, und die Verbrechen, die unter diesen Regimen begangenen wurden, immer noch stattfinden."

Göran Lindblad sagte, dass wir ähnliche Phänomene im heutigen China sehen können, welches unter einem totalitären kommunistischen Regime steht. Das Regime benutzt schlimme Methoden bei Dissidenten, wie bei den Falun Gong Praktizierenden oder religiösen Menschen.

Göran Lindblad drückt aus, wenn sich immer mehr Menschen gegen das Regime stellen und die Gruppe von politischen Dissidenten größer wird, dass dies zeige, dass der Widerstand gegen das Regime stärker wird. Dies sei ein gutes Phänomen.

Gründliche Aufarbeitung der Verbrechen von totalitären kommunistischen Regimen

Da dieses Jahr der 15. Jahrestag seit dem Zusammenbruch der osteuropäischen totalitären kommunistischen Regime ist, glaubt der Europarat, dass dies eine gute Gelegenheit ist, eine gründliche Aufarbeitung der Verbrechen von totalitären kommunistischen Regimen durchzuführen. Vorher hat die internationale Gemeinschaft niemals eine umfassende, gründliche Überschau und Untersuchung der Verbrechen geleistet, die im Namen des Klassenkampfes und der proletarischen Diktatur begangen wurden, noch hat die internationale Gemeinschaft eine Verurteilung der Verbrechen von totalitären kommunistischen Regimen öffentlich gemacht, wie es dies bezüglich der Naziverbrechen getan wurde. Deshalb hat die Öffentlichkeit kein ausreichendes Verständnis über diese Verbrechen, und einige Kommunistische Parteien, die noch nicht ihre Verbrechen in der Geschichte aufgearbeitet haben,. sind immer noch in einigen Ländern legal.

Der Europarat glaubt, dass die Aufarbeitung der Geschichte eine Voraussetzung ist, um vorzubeugen, dass sich die Geschichte wiederholt, und eine öffentliche Verurteilung ist eine Referenz für Kommunistische Parteien in postkommunistischen Zeiten. Die Resolution ruft dazu auf, dass den Opfern von kommunistischen Regimen und ihren Familien moralische Wiedergutmachung zukommen solle. Sie ruft auch die osteuropäischen Länder dazu auf, ihre Schulbücher zu ändern und Monumente für die Opfer von totalitären kommunistischen Regimen zu bauen.

Here is the article in English language:
http://en.clearharmony.net/articles/a31217-article.html

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