Anekdoten über Kaiser Taizong aus der großen Tang Dynastie und seinen Premierminister Wei Zheng

Kaiser Taizong aus der großen Tang Dynastie
Kaiser Taizong aus der großen Tang Dynastie und sein Premierminister Wei Zheng waren das berühmteste und bewundernswerteste Paar von Herrscher und Ratgeber. Wei Zheng war bekannt für seine aufrichtigen Rückmeldungen und konstruktive Kritik an Kaiser Taizong, wie dies die Leser in vielen historischen Büchern finden können. Deshalb möchte ich sie hier nicht noch einmal wiederholen. Stattdessen möchte ich einige der interessantesten Anekdoten über sie erzählen.

Niemand würde über Kaiser Taizong und Wei Zheng sprechen, ohne die berühmte Herrschaft von Zhenguan (Bezeichnung für die Epoche von Kaiser Taizong) zu erwähnen. Kaiser Taizong wurde Kaiser im Alter von 29 Jahren und änderte die Bezeichnung der Ära in Zhenguan. Unter seiner Regierungszeit wurde die berühmte Herrschaft von Zhenguan eingerichtet. Während dieser Zeit, so wird erzählt, bestand keine Notwendigkeit für die Menschen, nachts die Haustüren zu verschließen und Gegenstände, die auf der Straße zurückgelassen wurden, blieben von anderen unberührt. Der Wohlstand dieser Dynastie und die Herrschaft von Kaiser Taizong und seiner renommierten Beamten verkörperten den Höhepunkt von traditioneller Herrschaft, welche zukünftige Generationen nachzuahmen anstrebten. Kaiser Taizong etablierte ein vortreffliches politisches System, in dem die Regierung in die Ministerien für Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit aufgeteilt wurden. In Begriffen von Humanressourcen, richtete Kaiser Taizong ein System ein, um die tugendhaftesten und qualifiziertesten Regierungsbeamten einzustellen. Das bewundernswerteste an Kaiser Taizongs Verwaltung ist, dass sich der Kaiser und seine Spitzenbeamten der Verwirklichung von Kaiser Taizongs Vision einer rechtschaffenen Herrschaft über das Land widmeten.

Kaiser Taizong und sein königliches Kabinett besprachen wichtige Angelegenheiten und wurden sich einig, bevor sie Entscheidungen in die Tat umsetzten. Deshalb, sobald eine Entscheidung getroffen war, gab es eine strenge Verpflichtung und Unterstützung von Seiten seines königlichen Kabinetts und der Hofuntertanen. Wei Zheng war vermutlich der Beste in dem königlichen Kabinett. Wei Zheng diente Kaiser Taizong siebzehn Jahre lang, bevor er dahinschied. Laut geschichtlicher Aufzeichnungen ging Wei Zheng hinsichtlich seiner Integrität niemals Kompromisse ein. Selbst wenn Kaiser Taizong wegen seiner ehrlichen Rückmeldung oder Kritik beleidigt war, zeigte Wei Zheng keinerlei Furcht oder Zurückhaltung. Schließlich beruhigte sich Kaiser Taizong immer wieder und hörte sich seine Kommentare mit offenem Ohr an. Kaiser Taizong entschied sich, auf die Vernunft zu hören und Wei Zheng entschied sich dafür, aufrichtig zu sein. Bis zum heutigen Tage können ihre Interaktionen als das beste Vorbild für heutige Politiker dienen.

Wei Zheng tat seine Meinung nicht nur in Angelegenheiten der Regierungsverwaltung kund. Er versuchte auch, Kaiser Taizongs Privatleben in die richtige Richtung zu dirigieren. Ein Beispiel: Kaiser Taizong war ein sehr leidenschaftlicher Jäger. Er interessierte sich sehr für das Spiel mit einer Art von Jagdfalken. Er hatte sogar ein persönliches Tierhaus für seine Sammlung von Jagdfalken. Eines Tages nahm Kaiser Taizong seine Jagdfalken auf einen Ausflug mit. Als er wiederkehrte, seufzte er: „Warum nur scheint die Zeit so rasch zu entschwinden, wenn ich mit meinen Jagdfalken spiele? Da ist niemals genug Zeit dafür!“ Offensichtlich war Kaiser Taizong bereits nach Jagdfalken süchtig geworden.

Einmal bekam Kaiser Taizong einen Jungfalken. Er war von dieser kleinen Kreatur sehr angetan und spielte mit dieser, als Wei Zheng ihn plötzlich verspottete. Sofort verbarg er den Jungfalken in einem seiner Ärmel und setzte sich aufrecht hin. Unglücklicherweise hatte Wei Zheng bereits bemerkt, dass Seine Majestät sehr oft seine Zeit beim Spielen mit seinen Lieblingstieren verschwendete, also fasste er den Entschluss, Kaiser Taizong eine Lektion zu erteilen. Absichtlich dehnte er die Zeit ihrer Unterhaltung aus. Als Wei Zheng schließlich wegging, nahm Kaiser Taizong den Jungfalken sofort aus seinem Ärmel. Doch wie auch immer, es war zu spät. Der Jungfalke war bereits erstickt! Nach diesem Vorfall wendete der Kaiser für den Rest seines Lebens niemals mehr Zeit auf, um mit Jagdfalken zu spielen!

Einmal entschloss sich Kaiser Taizong, am Berg Zhong’nan auf die Jagd zu gehen. Als Wei Zheng den Plan seiner Majestät vernahm, eilte er an den Eingang des Palastes und wartete darauf, bis Kaiser Taizong herauskam. Er hatte die Absicht, Kaiser Taizong zu überreden, die zeitraubende Jagd fallen zu lassen. Er wartete eine lange Zeit, doch Kaiser Taizong erschien nicht. Schließlich betrat er den Palast und bat darum, Kaiser Taizong besuchen zu dürfen. Er erblickte Kaiser Taizong in Jagdkleidung, doch er erweckte nicht den Anschein, als ob er irgendwohin ginge. Wei Zheng ging zu ihm und fragte: „Ich habe gehört, Eure Majestät gingen zum Berg Zhong’nan auf die Jagd. Warum gehen Sie nicht weg?“ Lächelnd antwortete der Kaiser: „Ich wollte das tun, doch ich wusste, Sie würden kommen und mich davon abhalten, deshalb entschied ich, letzten Endes nicht auf die Jagd zu gehen. Sie können sich nun beruhigen und nach Hause gehen!“ Wei Zheng verbeugte sich vor Kaiser Taizong und verließ den Palast mit einem fröhlichen Lächeln auf seinem Gesicht.

Kaiser Taizong war ein sehr ambitionierter und gewissenhafter Herrscher. Oft lud er Wei Zheng ein, ihn in seinem Zimmer zu besuchen, um wichtige Angelegenheiten persönlich mit ihm durchzusprechen. Wei Zheng war ein weiser Mann mit großen Einsichten. Kaiser Taizong war geistig sehr offen, doch es war nicht einfach, den herben Anmerkungen Wei Zhengs immer zu zuhören. Einmal, als Kaiser Taizong von einer Kabinettsitzung in die Palasthalle zurückkehrte, sah er ganz erbost und ärgerlich drein, erzählte Kaiserin Changsun: „Früher oder später werde ich diesen Bauernlümmel umbringen!“ Besorgt erkundigte sich die Kaiserin: „Von wem sprechen Sie, Eure Majestät?“ „Wei Zheng! Immer widerspricht er mir und bringt mich vor allen Menschen in Verlegenheit!“ Kaiserin Changsun verließ den Raum, nachdem sie die Bemerkung Kaiser Taizongs gehört hatte. Als sie wieder zurückkam, war sie formell gekleidet. Sie gratulierte Kaiser Taizong und erläuterte: „Ein Untertan wird nur dann seine aufrichtige Meinung kundtun, wenn der Kaiser weise und geistig aufgeschlossen ist. Ich möchte Eurer Majestät gratulieren, ein Kabinettsmitglied zu haben, das sich Ihnen nicht zu widersprechen fürchtet, weil es ein Beweis für die geistige Offenheit Eurer Majestät ist!“ Kaiser Taizong beruhigte sich langsam, als er der Kaiserin Worte vernommen hatte. Er begann sich, Wei Zhengs Integrität und moralischen Charakters zu erinnern und sein Herz war voller Respekt für ihn. Einmal kommentierte Kaiser Taizong: „Eine Menge Leute sind der Meinung, Wei Zheng sei ein direkter und taktloser Mensch, ich aber meine, dies seien seine besonderen Reize.“

Wei Zheng war ein sehr ernster Mann und liebte es nicht, zu spaßen. Deshalb machte es Kaiser Taizong Spaß, ihn zu foppen. Kaiser Taizong kam zu Ohren, dass Wei Zheng eine Abneigung gegen in Essig eingelegten Bleichsellerie hatte. Er entschloss sich, ihn damit zu ärgern. Er lud Wei Zheng zu einem Bankett und ließ einen Gang in Essig eingelegten Bleichsellerie auftragen. Wirklich, das Gerücht hatte seine Richtigkeit. Wei Zhengs Augen funkelten, als er den eingelegten Sellerie erblickte und er beendete das ganze sofort. Kaiser Taizong grinste und sagte zu ihm: „Einmal erzählten Sie mir, Sie hätten keinerlei Anhaftungen mehr. Nun habe ich ihre Anhaftung an in Essig eingelegten Bleichsellerie entdeckt!“ Wei Zheng sagte: „Wenn Eure Majestät keine größeren Ambitionen hat, als die trivialen Angelegenheiten Ihrer Untertanen zu erforschen, bleibt mir keine andere Wahl, als zu Ihrer Zufriedenstellung, meine Vorliebe für eingelegten Bleichsellerie zu entwickeln.“ Wei Zheng antwortete auf sehr respektvolle und demütige Weise, deutete aber dennoch an, dass er eigentlich viel größere Erwartungen in Kaiser Taizong setze. Als Kaiser Taizong dies gehört hatte, verstummte er für eine lange Zeit und blickte wiederholt zum Himmel und seufzte. Das deswegen, weil er die großen Erwartungen in Wei Zhengs Worten erkannt hatte und er von der aufrichtigen Loyalität Wei Zhengs und der Hingabe an das Land, sehr berührt war.

Wei Zheng lieferte mit seiner kompromisslosen Integrität, seinem Mut, seiner Vision und Weisheit einen großen Beitrag zur Zhenguan Herrschaft. Als Wei Zheng starb, wohnte Kaiser Taizong persönlich seinem Begräbnis bei und brach in Tränen aus. Er setzte die täglichen Kabinettsitzungen fünf Tage lang aus, um seinen Verlust von Wei Zheng zu betrauern. Später, als er die täglichen Sitzungen in der königlichen Halle wieder aufnahm, sagte er zu dem versammelten Hof der Untertanen: „Stellt eine Kupferplatte als Spiegel vor mir auf und ich kann meine Robe zurechtrücken. Stellt die Vergangenheit als Spiegel vor mich hin und ich kann die alarmierenden Zeichen des Aufstiegs und des Zerfalls einer Gesellschaft erkennen. Einen Menschen als Spiegel zu haben, der meine Schwachstellen reflektiert, so kann ich meine Fehler berichtigen. Ständig behalte ich diese drei Spiegel, um mich davor zu bewahren, Fehler zu begehen. Nun, wo Wei Zheng verschieden ist, habe ich einen Spiegel verloren!“

Tugendhafte und weise Untertanen, waren während der Herrschaft von Zhenguan im Überfluss vorhanden, besonders Minister. Kaiser Taizong hatte eine starke Gruppe von Ministern. Nahezu alle von ihnen sind berühmte Minister in der chinesischen Geschichte. Unter all den Ministern in der Tang Dynastie, wurde Wei Zheng als der beste Minister der chinesischen Geschichte verehrt. Es scheint so, als hätten Gottheiten die besten Talente arrangiert, um Kaiser Taizong zu dienen. Es waren die vereinten Bemühungen von Kaiser Taizong und seinem tugendhaften, talentierten königlichen Kabinett, welche die beste Herrschaft in der chinesischen Geschichte hervorbrachten – die Herrschaft von Zhenguan.

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http://en.clearharmony.net/articles/a27245-article.html

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