Dokumentarfilm „Letter from Masanjia“ enthüllt Zustände in Chinas Arbeitslagern

Der preisgekrönte Film ist eine Würdigung unzähliger Menschen, die in China verfolgt wurden und bis heute inhaftiert sind
 

Menschen, die in demokratischen, unabhängigen Ländern leben, genießen die Grundfreiheiten des Glaubens, der Rede, der Versammlung und der Presse. Im kommunistischen China können jedoch Bürger inhaftiert und sogar getötet werden, weil sie versuchen, diese grundlegenden Menschenrechte auszuüben. Der preisgekrönte Dokumentarfilm Letter from Masanjia, der die dunklen Geheimnisse des Zwangsarbeitslagersystems in China beleuchtet, ist ein weiterer Beweis dafür, dass das Gras auf der anderen Seite nicht immer grüner ist.

Der Dokumentarfilm Letter from Masanjia basiert auf einer verzweifelten SOS-Botschaft. Julie Keith aus Oregon, USA, hat den Zettel mit der Botschaft in einer Schachtel mit Halloween-Dekorationen gefunden. Auf dem Zettel stand ein Hilferuf vom verstorbenen Sun Yi. Er war im berüchtigten Masanjia Zwangsarbeitslager in Shenyang, China, eingesperrt.

Nachdem Keith den Brief über die sozialen Medien veröffentlicht hatte, folgte eine Reihe von spannenden Ereignissen, die schließlich die anhaltende Verfolgung der spirituellen Gruppe Falun Dafa in China aufzeigten und schockierende Einblicke in die berüchtigten Zwangsarbeitslager Chinas gaben.

Den Trailer des Films anschauen:



Sun, ein Ingenieur aus Xi'an, China, begann 1997 mit Falun Dafa. Als die friedliche Meditationspraxis jedoch 1999 von der KPCh rechtswidrig verboten wurde, begann er, wie unzählige andere Falun-Dafa-Übende, daran zu arbeiten, diese Unterdrückung aufzudecken und die Glaubensfreiheit seiner Mitbürger wiederherzustellen. Er war dafür über ein Dutzend Mal ins Gefängnis gesperrt worden.

Nachdem die Nachricht von seiner SOS-Botschaft über die ganze Welt verbreitet wurde, nutzte Sun die Gelegenheit, die Brutalität des chinesischen Regimes weiter aufzudecken. Er riskierte wieder einmal sein Leben, während er die harte Realität filmte, wie es ist ein Menschenrechtsverteidiger in China zu sein. Sun nahm Videomaterial von seinem schweren Leben in China auf, während er von den Behörden überwacht wurde und interviewte andere ehemalige Masanjia-Häftlinge. Zusammen mit seiner Geschichte teilte Sun ebenfalls seine Zeichnungen mit der Welt, die den Missbrauch zeigen, den er selbst erlitten und im Arbeitslager beobachtet hat.

Regisseur Leon Lee war an der Geschichte von Sun interessiert, nachdem die Botschaft internationale Schlagzeilen gemacht hatte. Lee kontaktierte zuerst Keith, bevor er über sein persönliches Netzwerk von Aktivisten und Dissidenten eine Nachricht nach China schickte, dass er nach Sun suchte. Drei Jahre später lernte Lee schließlich Sun kennen und sie beschlossen, den Dokumentarfilm zusammen zu machen.

„Das ist der schwierigste Film, den ich bisher gemacht habe“, sagte Lee dem Publikum nach der Vorführung in einer Fragerunde, berichtete Epoch Times. „Zum Teil, weil ich wegen der früheren Filme, die ich gemacht habe, nicht nach China zurückkehren konnte, und zum anderen wusste Sun nicht, wie man eine Kamera benutzt, also mussten wir das hauptsächlich über Skype erledigen. Aber es war sein Mut und seine Entschlossenheit, die diesen Film wirklich möglich gemacht haben.“

„Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war Sun selbst noch in China. Er stand unter großem Druck und ging große Risiken ein“, sagte Lee.

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Regisseur Leon Lee spricht nach der Vorführung seines Films Letter from Masanjia am 3. September 2018 im ByTowne Cinema in Ottawa vor dem Publikum. (Foto: Jonathan Ren/NTD Television)


Nach Angaben der Epoch Times floh Sun im Dezember 2016 erfolgreich nach Indonesien. Im März 2017 traf er sich dort mit Julie Keith. Aber nur wenige Tage vor seinem 51. Geburtstag, am 1. Oktober, starb Sun unter verdächtigen Umständen in einem Krankenhaus in Bali.

Obwohl das Krankenhaus behauptete, dass Sun an Nierenversagen gestorben war, sagte seine Familie, dass er mit den Nieren nie Probleme hatte. Die Familienmitglieder sind besorgt über die Möglichkeit eines Verbrechens. Sie erklärten, dass das Krankenhaus keine konkreten Angaben zu seinem Tod gemacht habe, sondern das Personal damit beschäftigt war, seinen Körper so schnell es geht verbrennen zu lassen.

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Herr Sun Yi hält den SOS-Brief, den er geschrieben hat (mit freundlicher Genehmigung von Flying Cloud Productions)


„Der Film ist wirklich herzzerreißend“, sagte Paula Liu, eine Zuschauerin. Der Film hat sie bewegt, berichtet Minghui.org. „Mehr Menschen sollten kommen und sehen, was China wirklich tut. Ich denke, viele Menschen sollten das wissen und den Verfolgten helfen.“

Lee hofft, dass mehr Menschen die Geschichte des chinesischen Volkes verstehen können, indem sie die Geschichte von Sun verstehen. Er sagte: „Denn egal, welchen Hintergrund oder Glauben du hast, wenn du die Geschichte von Sun siehst, ich denke, du wirst von seinem Mut berührt sein.“

„Der wahre chinesische Geist ist das, was wir in Sun sehen können“, fügte er hinzu.

Selbstlos und furchtlos, Menschen wie der verstorbene Sun, Lee und Keith sind echte Helden. Letter from Masanjia ist ein Tribut an die Hunderttausenden, die in China zu Unrecht verfolgt und bis heute inhaftiert werden.

Quellen:

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