Deutsche Fa-Konferenz zum Erfahrungsaustausch: "Kultivierung und Fa-Bestätigung auf der Arbeit"

Sehr geehrter Meister, sehr geehrte Mitpraktizierende,

im September 2015 habe ich das Fa erhalten und ungefähr ein halbes Jahr später habe ich meine Arbeit begonnen, die ich bis heute in Vollzeit als meine hauptberufliche Tätigkeit ausübe. Insoweit kann ich sagen, dass ein Großteil der Zeit meiner bisherigen Kultivierung auf diesen Arbeitsplatz gefallen ist. Hier möchte ich euch von einigen Erfahrungen berichten, die ich bei meiner Kultivierung auf der Arbeit und bei der Fa-Bestätigung auf der Arbeit sammeln konnte.

Aller Anfang ist schwer

Schon am Anfang meiner Berufstätigkeit hatte ich das Verständnis, dass es etwas zu bedeuten hat, dass ich mich in der Phase der Fa-Bestätigung befinde und die Menschen hier sicherlich eine Schicksalsverbindung mit mir haben. Insoweit habe ich die Verantwortung auch bei mir gesehen, den Menschen dort die wahren Umstände über die Verfolgung von Falun Gong zu erklären.

Ich bin von Natur aus ein eher offener und kommunikativer Typ und kann schnell Verbindungen zu Menschen herstellen, auch um die wahren Umstände zu erklären. Doch am Anfang meiner Tätigkeit hat mich meine Angst vor Gesichtsverlust daran gehindert, gezielt anzusprechen, was Falun Gong ist und die Hintergründe der Verfolgung zu erklären.

So habe ich zwar oft in Gesprächen gesagt, dass ich meditiere, Qigong praktiziere und mich sehr für die chinesische Kultur interessiere und auch an Mahnwachen gegen Menschenrechtsverletzungen in China teilnehme, – aber dabei den Namen Falun Gong auszusprechen habe ich mich nicht getraut. Gedanken tauchten auf, wie: „Was ist, wenn sie etwas Schlechtes gehört haben, es glauben und deshalb denken, dass du komisch bist, – so als neuer und junger Kollege?“

An einem Tag saß ich zusammen mit zwei Kollegen beim Kaffeetrinken. Das Thema fiel wieder mal auf China und die Missstände im Allgemeinen, die dort herrschen. Ich hatte dieses Mal sehr stark den Wunsch, auch direkt das Thema Falun Gong zu besprechen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich etwas mehr getraut habe, weil die Runde der Kaffeetrinker an diesem Tag sehr klein war. Doch so richtig wusste ich nicht, wie ich den Bogen zu Falun Gong bekommen konnte. Als eine kurze Stille in der Runde war, fragte mich dann auf einmal einer meiner Kollegen: „Sie als China-Experte, was halten Sie eigentlich von Falun Gong?“

Wie aus der Pistole geschossen sagte ich sofort: „Oh, Falun Gong ist sehr gut!“ Und direkt als ich das sagte, wiederholte der fragende Kollege positiv: „Ah, sehr gut also!“ Und sofort darauf sagte ich: „Das mache ich auch.“ Daraufhin guckten mich die beiden etwas zurückhaltend an. Ich erklärte ihnen, was Falun Gong für mich bedeutet, und warum die negative Bedeutung für mich in Bezug auf Falun Gong überhaupt nicht zutreffend ist.

Nach diesem Gespräch fing es dann in meinem Kopf aber wieder richtig an, mit meiner Angst vor Gesichtsverlust zu spielen. Die Gedanken wollten dem Kollegen ausweichen, und ich fühlte mich ihm gegenüber sehr unwohl. Doch anstatt diesen Gedanken nachzugehen, entschloss ich mich, über meinen Schatten zu springen und gegen Feierabend noch einmal den Kollegen in seinem Büro zu besuchen. Ich sagte zu ihm, falls er noch irgendwelche Fragen zu Falun Gong hätte, könne er jederzeit gerne auf mich zukommen. Er bedankte sich für das Angebot und sagte, dass er prinzipiell sehr offen sei und es auch gut fände, mal Meinungen mit anderen Blickweisen zu begegnen, dadurch würden auch Gespräche interessanter.

Der Meister sagt im Zhuan Falun, im Kapitel „Kultivierungswahnsinn“, Lektion 6:

„Kaum bekam er Angst, schon fiel er wieder herunter. Angst ist auch ein Eigensinn.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, Seite 327)

 

Im Nachhinein habe ich verstanden, dass ich den ängstlichen und zweifelnden Gedanken nicht nachgehen soll und dass es mir helfen kann, mit Aufrichtigkeit über meinen Schatten zu springen und dass die Probleme – auch wenn sie nur in meinem Kopf bestehen – dadurch gelöst werden können.

Wir befinden uns in jedem Moment bei der Fa-Berichtigung

Mein Arbeitsplatz ist bei uns in der Firma allgemein als äußerst schwierig bekannt, manch einer bezeichnet ihn als „Schleudersitz“, da alle, die vor mir auf dieser Position waren,  nicht lange geblieben sind: mal ein paar Wochen, mal wenige Monate, der längste hatte es ein Jahr geschafft. Dies liegt insbesondere an Konflikten mit der Leiterin des Bereichs, die auch als äußerst schwierig bekannt ist – manche Bereiche verweigern sogar die Arbeit mit ihr. So ist aber auch im Unternehmen weithin bekannt, dass ich der Erste bin, der seit fast drei Jahren immer noch da ist.

Einmal sagte ein Kollege: „Sie sind der lebende Beweis dafür, dass ihre Philosophie funktioniert!“, womit er Falun Gong meinte. Dadurch habe ich verstanden, dass ich diesem Menschen, der sich sehr an Fakten orientiert, durch meine Ausdauer, mein ruhiges Verhalten und meine Ausgeglichenheit über die lange Zeit die Wahrheit über Falun Gong gezeigt habe. Dadurch habe ich auch verstanden, dass die Leiden, die ich ertrage, zwar immer mit mir zu tun haben, dass dieses Ertragen aber auch anderen Lebewesen direkt Nutzen bringen kann.

Die Übungen machen – ruhig und ausgeglichen

Einmal kam eine Kollegin zu mir und sagte: „Sie sind immer so ruhig und ausgeglichen, das kommt bestimmt von Ihren Übungen, die Sie immer machen. Haben Sie nicht Lust, das auch mal mit uns hier auf der Arbeit zu machen? Das kann uns sicherlich auch helfen!“. Zuerst sagte ich, dass ich darüber nachdenken will. Doch direkt danach wusste ich, dass dies eine Chance war, die mir der Meister gegeben hat und dachte: „Ja, das ist ein Weg, den ich gehen will!“ Und sofort spürte ich eine sehr starke Energie an meinem ganzen Körper. Daraufhin wurde neben den Sportangeboten auch ein Qigong angeboten, woraufhin wir uns einmal die Woche nach Feierabend trafen und ich den Kollegen und Kolleginnen die Übungen zeigen und mit ihnen über Falun Gong sprechen konnte. Auch konnte ich denjenigen, die für die Sportkurse und das Thema Gesundheit bei uns zuständig sind, die wahren Umstände erklären.

Dadurch bekam ich auch die Chance, auf einem Gesundheitstag des Unternehmens Falun Gong vorzustellen, die Übungen zu zeigen und über die Verfolgung zu berichten. Ein Kollege, der an diesem Tag Fotos für das Intranet machte und alle Veranstaltungen besuchte, kam später auf mich zu und sagte: „Das war einfach so toll, ich konnte gar keine Fotos machen, die Musik und die Atmosphäre – das war einfach was ganz Besonderes“. Er sagte weiter, dass er auch gerne die Übungen lernen möchte, so lud ich ihn zu unserem wöchentlichen Termin ein. Mehrere Kolleginnen berichteten davon, dass sie viel mehr Energie und Elan für die Aufgaben verspürt hätten, als sie nach dem Praktizieren noch weiter gearbeitet hatten.

Für die Lebewesen zählt jeder Gedanke

Leider ist die wöchentliche Übungsgruppe nach einiger Zeit wieder eingeschlafen. Kurz vor meiner Reise in die USA im Jahr 2017 hatte ich keinen guten Tag und hatte keine Lust, anderen etwas zu zeigen oder viel zu sprechen. Ich hatte den Gedanken: „Kann auch sein, dass heute keiner kommt, dann mache ich die Übungen eben alleine!“ … Nun ja, und natürlich ist dann auch keiner gekommen.

Allerdings wurde ich einige Zeit später wieder von einer anderen Kollegin angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, die Übungen zu zeigen. Und so startete der zweite Anlauf und es kamen wieder neue Personen, denen ich die Übungen zeigen und die wahren Umstände erklären konnte.

Wie auch zuvor, schickte ich an Interessierte die Internetadressen mit den Übungen und sagte, dass das Wesentliche die innere Kultivierung ist. Es waren sehr interessierte Personen dabei, doch leider habe ich es nicht gut gemacht. Ich hatte den Gedanken:  „Ich darf es nicht zu hoch erklären, sonst können sie es vielleicht nicht verstehen oder sogar noch auf die Propaganda der KP stoßen und verwirrt werden!“… Und so hat sich die Gruppe nach und nach wieder aufgelöst.

Als ich nach innen sah, fand ich wieder die Angst vor Gesichtsverlust, welche die Lücke ermöglichte, dass ich diese Gedanken annahm und nicht zuerst mit Barmherzigkeit an die Kollegen dachte.

Vor kurzem kam ich beim Mittagessen mit einer anderen Kollegin sehr gut ins Gespräch über Kultivierung. Sie wusste schon, dass ich Falun Gong praktiziere und sprach mich darauf an. Sie war sehr interessiert; so gab ich ihr die Internetadresse, empfahl ihr die Bücher „Falun Gong – der Weg zur Vollendung“ und „Zhuan Falun“ und bot ihr auch an, die Übungen zu zeigen. Ich erkannte bei mir wieder die Gedanken,  hervorgerufen durch meinen Eigensinn, dass Sie es vielleicht dann doch nicht verstehen würde. Doch dieses Mal korrigierte ich meine Gedanken sofort, indem ich dachte: „Sie wird es schon verstehen, wenn sie es verstehen soll.“ Ich sagte ihr auch, dass sie mich gerne ansprechen kann,  falls sie irgendwelche Fragen hat oder etwas nicht versteht, da diese Art der asiatischen Kultur hier oftmals fremd ist und manchmal nicht verstanden wird. Sie antwortete, dass sie sich auch schon mit traditioneller chinesischer Medizin beschäftigt und daher insgesamt schon ein Verständnis dafür habe.

An dem Tag, an dem ich diesen Bericht schrieb, telefonierte ich wieder mit ihr. Sie war sehr erfreut, sagte, sie wäre schon auf der Homepage gewesen und hätte auch schon die Übungen zuhause gemacht. Wir verabredeten uns für die Übungen, und ich habe auch wieder mehrere Personen angeschrieben, die vorher schon mal dabei gewesen waren.

Ich wünsche mir, dass es noch weitere Chancen für Lebewesen gibt. Dieses Mal möchte ich es besser machen, denn ich bin mir bewusster darüber geworden, was meine Gedanken sind und wie mächtig sie sein können und welche Gedanken nicht zu mir gehören.

Der erste Gedanke bei der Fa-Berichtigung

Der Meister erklärt im Zhuan Falun, im Kapitel „Die Xinxing erhöhen“:

„Wir sagen, Gutes oder Schlechtes entspringt einem einzigen Gedanken. Der Unterschied in diesem einzigen Gedanken bringt auch unterschiedliche Folgen mit sich.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, Seite 248)

 

Im Rahmen einer internen Promotion-Aktion kam eine Kollegin auf mich zu. Es sollten Poster von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gedruckt werden, die für das Unternehmen intern werben. Sie sagte „…. Und da haben wir an Sie gedacht!“. Insgesamt sollten mehrere Personen fotografiert und jeweils einzeln auf einem Poster abgebildet werden. Diese Poster sollten bundesweit an allen Standorten des Unternehmens aufgehängt werden. Mein erster Gedanke war: „Das kann sicher gut für die Fa-Berichtigung sein“. Ich sah es als ein Arrangement für mich an und so willigte ich ohne zu zögern ein. Die Fotos, die als Portraits von mir gemacht wurden, fand ich allerdings nicht so geeignet für den Zweck, den ich mir gedacht hatte. Ich hatte nämlich den Gedanken, dass es passender wäre, wenn ich im Lotussitz und meditierend abgebildet werden würde. So könnte an jedem Standort ein Bild gezeigt werden, das im Gedächtnis bleibt und wenn ich darauf angesprochen würde, könnte es direkt einen Anknüpfungspunkt zur Erklärung der wahren Umstände bieten.

Einen Tag später sprach ich mit der Kollegin, die für die Gestaltung der Poster zuständig war. Sie sagte zu mir: „Du meditierst doch auch, willst Du nicht so ein Foto von dir dafür benutzen?“ So kam es, dass ich auf dem Plakat im Lotussitz meditierend im Anzug gekleidet an allen Standorten in Deutschland zu sehen war.

Nach der Poster-Aktion kam eine Führungskraft einer höheren Position zu mir und fragte mich nach Falun Gong. So konnte ich ihr Falun Gong vorstellen, mit ihr über Kultivierung sprechen und ihr später noch eine Minghui-Broschüre mitbringen.

Hieran habe ich wieder einmal gesehen, dass mein tägliches Verhalten, direkt das Fa bestätigen kann. Ich denke, wenn ich im Alltag zeige, wie gut Falun Gong ist, können andere im Herzen verstehen, was es ist.

Ich habe hierdurch auch erkannt: Wenn ich den aufrichtigen und barmherzigen Wunsch habe, dann kommt es ganz von selbst, so wie es richtig ist, weil der Meister mir immer helfen und mir alles Nötige geben wird.

Konflikte mit der Vorgesetzten

Natürlich gibt es bei mir auf der Arbeit auch reichlich Konflikte. Am besten finde ich die Konflikte, bei denen ich trotz eines sehr emotional geladenen Gegenübers ruhig bleiben kann. Mein Herz bewegt sich dann nur am Anfang kurz oder auch gar nicht, so dass ich auf alles sachlich und korrekt antworten kann. Selbst wenn mein Gegenüber vielleicht zehn Minuten wirklich geladen ist und ich ruhig antworte, kommt irgendwann der Punkt, an dem sich mein Gegenüber auf einmal beruhigt. Das zeigt mir auch wieder, dass die Kultivierung im Dafa auch einen direkten positiven Einfluss auf andere Lebewesen haben kann.

Der Meister sagt im Zhuan Falun, im Kapitel „Die Umwandlung des Karmas“, Lektion 4:

„Damit wir uns bei der Umwandlung des Karmas gut beherrschen können und die Dinge nicht wie die alltäglichen Menschen verderben, sollen wir im Alltag ein barmherziges Herz und einen harmonischen, ruhigen Herzenszustand bewahren. Wenn du dann plötzlich auf Probleme stößt, kannst du gut damit umgehen. Wenn dein Herz immer so harmonisch und barmherzig ist, hast du eine Pufferzone, einen Spielraum zum Nachdenken, wenn die Probleme plötzlich auftauchen.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, Seite 230)

 

Allerdings ist das bei mir nicht immer der Fall, in letzter Zeit sogar etwas weniger. Ich bleibe äußerlich zwar ruhig und kann mich beherrschen, aber innerlich beschwere ich mich oft und streite. Mir ist auch bewusst, dass ich mich in diesen Konflikten noch besser erhöhen kann. In letzter Zeit habe ich allerdings den Eindruck, dass ich schlecht bis gar nicht daraus zurücktreten kann. Mein Kampfgeist will sich gegen Ungerechtigkeit und Schikane wehren. Doch ich weiß auch, ich soll es leichtnehmen und wirklich dankbar sein. Vielleicht spitzt es sich auch gerade noch zu, weil ich den letzten Teil mit dieser Person begleichen soll, da ich neue Aufgaben in dem Unternehmen zugewiesen bekommen habe und nicht mehr lange auf der Position sein werde.

Es gibt vieles was ich noch besser machen möchte auf der Arbeit. Insbesondere, möchte ich meine Einstellung gegenüber meiner Vorgesetzten berichtigen und sie wirklich mit Barmherzigkeit betrachten. Abschließen möchte ich gerne mit dem Jingwen von unserem verehrten Meister aus Essentielles für weitere Fortschritte II:

Wahre Natur sehen

Dafa standhaft kultivieren, das Herz unbewegt

Ebene erhöhen, das Grundlegende

Vor Prüfungen, die wahre Natur sehen

Kultiviert zur Vollendung, Buddha, Dao, Gottheit

 

Li Hongzhi

08.05.1999

 

Vielen Dank Meister!

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