Rechtlosigkeit in Chinas Bezirksgericht: Falschaussagen fabriziert, traumatisierte 70-Jährige wurde zur Entlassung des Anwalts gedrängt

Beamte des Bezirksgerichts Hecheng suchten eine 70-jährige Bürgerin der Stadt Huaihua fünf Tage vor ihrem Gerichtstermin im Untersuchungsgefängnis auf. Sie drängten Yin Lanying dazu, ihren Anwalt zu entlassen und sich schuldig zu bekennen. im Gegenzug würde sie ein geringeres Strafausmaß zu erwarten haben. Traumatisiert von der Verfolgung und aus Angst vor einer langen Gefängnisstrafe, willigte Yin ein.

Yin war bereits zuvor wiederholt wegen ihres Glaubens verhaftet worden. Zwischen 2008 und 2011 saß sie drei Jahre lang im Gefängnis, weil sie Informationen über Falun Dafa weitergegeben hatte.

Ihr Anwalt besuchte sie am 13. Dezember 2018, einen Tag nach ihrem Treffen mit den Gerichtsbeamten. Yin änderte ihre Meinung und entschied, sich doch von ihrem Anwalt vertreten zu lassen.

Etwa zur gleichen Zeit wandte sich das Gericht an Yins Schwester, die den Anwalt beauftragt hatte. Man versprach, Yin sofort nach der Anhörung freizulassen, wenn ihr Anwalt entlassen würde und keine anderen Verwandten oder lokalen Falun-Dafa-Praktizierenden an der Anhörung teilnehmen würden. Dann drohten die Gerichtsbeamten, Yin zu drei Jahren Gefängnis zu verurteilen, sollte ihre Schwester darauf bestehen, den Anwalt zu behalten.

Die eingeschüchterte Schwester entließ den Anwalt noch am selben Tag. Sie war die einzige Verwandte, die am 17. Dezember 2018 an der Anhörung teilnahm.

Mehrere lokale Falun-Dafa-Praktizierende, die an der Anhörung teilnehmen wollten, wurden vor dem Gerichtsgebäude festgehalten. Polizisten filmten und verhörten sie.

Nach zwei Stunden vertagte der Richter die Verhandlung, ohne ein Urteil zu verkünden. Yin brachte man zurück ins Untersuchungsgefängnis der Stadt Huaihua, wo sie seit ihrer Festnahme am 9. Oktober 2017 inhaftiert war.

Yins Schwester ging am Tag nach der Anhörung zum Komitee für Politik und Recht, da sie herauszufinden wollte, warum der Richter sein Versprechen nicht gehalten hatte, Yin freizulassen.

Die dortigen Beamten sagten, dass sie zusammen ihr Urteil besprechen und in fünf Tagen eine Entscheidung treffen würden. „Wenn Sie mit dem Urteil nicht einverstanden sind, können Sie Berufung einlegen“, meinten sie.

Als dieser Artikel verfasst wurde, befand sich Yin immer noch in Haft. Unklar ist, ob das Gericht mittlerweile ein Urteil gefällt hat.

 

Chinesische Version

Texte und Informationen von dieser Website können mit Quellenangabe grundsätzlich weiterverwendet werden.