Praktizierende verhaftet – Polizei hat Geständnisse gefälscht

Shen Huanjiao aus der Stadt Xiantao ist am 26. Oktober 2018 an einem Bahnhof in der Stadt Wuhan angehalten worden. Die Polizei hatte sie durch ein Gesichtserkennungssystem als Falun-Dafa-Praktizierende [1] auf der Fahndungsliste identifiziert.

Man brachte Shen am Tag nach ihrer Verhaftung in das Untersuchungsgefängnis Qianjian. Ihr droht nun Strafverfolgung wegen ihres Glaubens.

Es wurde berichtet, dass die Polizei Shen ins Visier nahm, nachdem sie vor zwei Jahren den Verdacht gehabt hatte, dass Shen zusammen mit fünf anderen Praktizierenden Materialien über Falun Dafa in der Stadt Xiantao verteilt hatte.

Diese fünf Praktizierenden wurden im Dezember 2017 wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verurteilt. Zwei von ihnen sitzen mittlerweile eine Gefängnisstrafe ab. Drei wurden am 25. Dezember 2017 freigelassen, nachdem sie zu drei Jahren Haft mit drei Jahren Bewährung verurteilt worden waren.

Shen bestand darauf, dass sie nie an den Ort gegangen sei, an dem sie angeblich Falun-Dafa-Materialien mit diesen fünf Praktizierenden verteilt haben soll.

Zwei Beamte der Polizeistation Guanghua, Lin Weibo und Wang Yan, fälschten kurz nach der Verhaftung der fünf Praktizierenden Geständnisse und Unterschriften dieser Praktizierenden. In den Geständnissen hieß es, dass Shen bei ihnen gewesen sei und mit ihnen Materialien verteilt habe.

Shens Familie besuchte die fünf Praktizierenden in der Haft. Sie alle erklärten, dass sie der Polizei nie gesagt hätten, dass Shen am Tag ihrer Verhaftung mit ihnen zusammen gewesen sei, oder dass sie auf irgendwelchen „Geständnissen“ ihre Namen unterzeichnet hätten.

Die Polizei setzte Shen trotzdem auf ihre Fahndungsliste und nahm sie zwei Jahre später auf dem Bahnhof fest.

Während Shens Familie verlangte, dass die Zeugenaussagen auf Echtheit überprüft werden, informierte die Polizei sie am 8. November, dass sie die Untersuchung des Falles abgeschlossen und an die Staatsanwaltschaft Qianjiang weitergeleitet hätten.

Tage später teilten die beiden Polizisten, die vor zwei Jahren die Geständnisse gefälscht hatten, Shens Familie mit, dass Yang Dongmei, Shen einmal identifiziert habe, als sie sich eine Reihe von Bildern angesehen habe. Yang Dongmei ist eine der fünf Praktizierenden, sie ist mittlerweile auf Bewährung frei.

Shens Familie besuchte Yang, die sagte, sie habe Shen nie auf Fotos identifiziert.

Früherer Bericht:

Provinz Hubei: Fünf Personen wegen des Praktizierens von Falun Gong verurteilt


[1] Falun Dafa (auch Falun Gong genannt), eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode, wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt. Es verbreitete sich rasant und viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Gutherzigkeit und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Allerdings werden Praktizierende dieses Kultivierungswegs seit 1999 in China verfolgt.

 

Chinesische Version

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