Europäische Falun-Dafa-Konferenz: "Bei der Arbeit mit den Medien bedingungslos nach innen schauen"

Ich begann im April 2004, für die Epoch Times zu arbeiten. Meine erste Aufgabe umfasste redaktionelle Arbeit. Dies war für mich eine einfache Arbeit, da ich sehr viel Wissen über traditionelle chinesische Sprache, alte chinesische Geschichten und Gedichte hatte. Ich war auch gut ausgebildet in vereinfachtem Chinesisch und moderner chinesischer Grammatik.

Ich bekam bald viel Lob von meinem Teamleiter und meinen Kollegen. Dies führte dazu, dass ich unbewusst Selbstgefälligkeit und Eitelkeit entwickelte. Eines Tages diskutierte ich mit einer Kollegin über etwas, was mit chinesischer Grammatik zu tun hat. Ich dachte, die Schreibweise, die sie benutzte, wäre inkorrekt, doch sie bestand darauf, dass diese richtig sei. Ich verbesserte den Satz, doch sie sagte, dass dies den ursprünglichen Sinn verändern würde. Wir konnten uns nicht einigen. Ich war verärgert und ging zum Fa-Lernen (Falun Dafa-Schriften des .

Ich las die „Erläuterung des Fa für die Falun Dafa-Betreuer in Changchun“, 1994.

Dort fragte jemand:

„Gibt es im Kosmos etwas, was vollkommen gleich ist?“

Der Meister antwortete darauf:

„Es könnte zwei gleiche Sachen geben, aber sehr, sehr selten, ich habe es noch nicht gesehen.“

Ich dachte, dass wenn der Meister es nicht gesehen hat, dann wird es nicht existieren. Doch der Meister antwortete: „Könnte es geben…“ und „… ich habe es noch nicht gesehen“.

Dabei erkannte ich meinen Stolz und meine Unbesonnenheit. Die chinesische Sprache ist so vielschichtig. Wie viel wusste ich wirklich? Ich war dickköpfig gewesen und hatte an meiner eigenen Meinung festgehalten. Daher überprüfte ich die Sätze meiner Kollegin ein weiteres Mal und mir wurde klar, dass sie zwar in einem seltenen Stil geschrieben, aber nicht falsch waren. Also benutzten wir am Ende ihre Original-Worte.

Mir wurde mal wieder bewusst, dass ich bescheiden und besonnen sein sollte, insbesondere wenn ich denke, dass ich in etwas gut bin. Es ist leicht, ein falsches Urteil zu fällen, wenn man eine zu hohe Meinung hinsichtlich der eigenen Fähigkeiten hat.

Anfang 2005 begann ich als Redakteurin für die globale Website der Epoch Times zu arbeiten. Die Webseite brauchte Personal, das 24 Stunden am Tag daran arbeitete. Damals mangelte es an Arbeitskräften und es gab so viele Dinge zu erledigen, dass die viele Arbeit sich wie ein Berg auftürmte. Wir konnten das ganze Jahr über keinen Tag freinehmen. Ich musste oft 8 oder 9 Stunden vor dem Computer sitzen, um die Dinge zu erledigen. Mein regelmäßiger Tagesablauf war vollkommen aus der Bahn geworfen. Nach und nach verbrachte ich immer weniger Zeit damit, das Fa (Gebot) zu lernen, die Übungen zu machen und aufrichtige Gedanken auszusenden.

Die Lektion kam beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken. Da ich bei meiner Arbeit Fristen einhalten musste, nahm ich dies oft als Ausrede das Aussenden der aufrichtigen Gedanken, zu dem sich alle Praktizierenden auf der Welt gemeinsam zu einem bestimmten Zeitpunkt auszulassen. Jedoch bemerkte ich nach und nach, dass all die Arbeit, die ich während der 15 Minuten des Aussendens der aufrichtigen Gedanken tat, danach noch einmal gemacht werden musste. Manchmal bestand ein Problem im Redaktionssystem oder aber die Verbindung zum Internet wurde unterbrochen und ich musste die Arbeit noch einmal machen. Obgleich es enttäuschend war, dachte ich, dass sei nur ein Zufall.

Eines Tages klingelte mein Wecker zum Aussenden der aufrichtigen Gedanken. Ich schaltete ihn aus und setzte meine Arbeit fort. Plötzlich wurde der Bildschirm meines Computers schwarz, so, als ob die Stromversorgung unterbrochen wurde. All meine noch nicht gespeicherte Arbeit ging dabei verloren.

Mir wurde schließlich klar, dass ich auf meine Kultivierung achtgeben sollte. Als ich mich mit den Lehren des Meisters beschäftigte, war der erste Artikel, den ich las „Der Vollendung entgegen“, in dem der Meister uns Folgendes sagt:

„Manche können sich bis heute noch nicht darauf konzentrieren, das Buch zu lesen, vor allem diejenigen, die für Dafa arbeiten, ihr könnt doch nicht mit irgendeiner Ausrede euer Nicht-Lesen des Buches und Nicht-Lernen des Fa verdecken. Selbst wenn du für den Meister, für mich, etwas tust, musst du das Fa auch jeden Tag mit einem ruhigen Herzen lernen, du sollst dich wirklich und solide kultivieren. Beim Lesen des Buches gebt ihr euch in Gedanken Phantastereien hin und die unzähligen Buddhas, Daos und Gottheiten im Buch schauen deinen lächerlichen und auch erbärmlichen Gedanken zu. Sie sehen, dass dich das Karma in deinen Gedanken böswillig kontrolliert und du auch noch am Irrtum festhältst und es nicht erkennst. Es gibt auch manche für Dafa Arbeitende, die eine lange Zeit das Buch nicht lesen und das Fa nicht lernen, wie können sie denn so die Arbeit des Dafa gut erledigen? Ihr habt unabsichtlich großen Schaden verursacht, der nur sehr schwer wieder gut zu machen ist. Die Lektionen sollten dazu dienen, dass ihr reifer werdet. Die einzige Methode, um zu vermeiden, dass die alten bösen Mächte eure Lücken in euren Gedanken ausnutzen, ist, häufiger und fleißiger das Fa zu lernen.“ (Zitatende)

Daher passte ich meinen Zeitplan an, so dass sich jeden Morgen, bevor ich den Computer einschaltete, das Fa lernte und die fünf Übungen praktizierte. Ich hörte auf, bewusst das Aussenden der aufrichtigen Gedanken zu verpassen. Seitdem hat mein Computer keine Probleme mehr. Nach einer Weile verbesserte sich meine Leistungsfähigkeit entscheidend. Die Arbeitsbelastung ist zwar die gleiche, doch mein Geist ist jetzt klar und schnell.

Seit September 2007 arbeitete ich mit anderen Praktizierenden gemeinsam in einem Büro. So war ich oft mit der Praktizierenden A zusammen. Ihre Art und Weise, wie sie dachte, war offensichtlich anders als die meinige und manchmal sogar das komplette Gegenteil. Die Dinge, die sie wichtig fand, waren für mich unwichtig; was mir aber wichtig war, spielte für sie hingegen keine Rolle. Obwohl ich im Geiste der Zusammenarbeit ihren Vorschlägen zustimmte, war ich oft unzufrieden und gekränkt. So sammelte ich immer mehr von diesen negativen Gedanken über sie in mir an und diese entwickelte sich langsam zu einem Hindernis.

Der Meister sagt in der „Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in der Schweiz“, 1998:

„Ich kann im höchsten Ausmaß auf alles, was ich habe, verzichten, deshalb kann ich das alles lösen.“ (Zitatende)

Plötzlich erleuchtete ich, dass ich zu sehr an meiner eigenen Denkweise festhielt. Meine Abneigung gegenüber der Praktizierenden A beruhte darauf, dass ich es als ihre Lücken betrachtete, wenn sie Dinge anders als ich erledigte.

Nachdem ich dieses Hindernis erkannt hatte, änderte ich meine Denkweise. Ich verwendete nicht mehr meine eigenen Anschauungen, um die Praktizierende A zu beurteilen. Bald bemerkte ich, dass all die Lücken, die ich bei der Praktizierende A als problematische wahrnahm, genau die Lücken waren, mit denen ich selbst Probleme hatte und in denen ich mich verbessern musste.

Zum Beispiel trat ich immer einen Schritt zurück, wenn ich bei der Arbeit auf Schwierigkeiten stieß. Die Praktizierende A ging jedoch einen Schritt nach vorn, weil das einzige Ziel darin besteht, die nötige Arbeit zu erledigen, ganz gleich wie schwierig sie auch sein mag. Ich dachte immer, dass sie zu extrem sei. Und wenn ich mit ihr arbeitete, fühlte ich mich unter großen Druck gesetzt. Jetzt glaube ich, dass der Grund, warum ich bei Schwierigkeiten einen Schritt zurücktrat, daran lag, dass ich an meinen eigenen Gefühle anhaftete und ich diese mehr schätzte, als die Arbeit zu vollenden. Meine Priorität als Praktizierende besteht jedoch in dem ständigen Loslassen von Anhaftungen. Nachdem ich mich selbst korrigiert hatte, verbesserte sich meiner Arbeitsleistung und ich erzielte immer bessere Ergebnisse.

Die Größe unseres Teams wuchs und die Probleme, mit denen ich konfrontiert wurde, wurden immer komplizierter. Neue Teammitglieder trugen verschiedene Denkweisen und Arbeitsstile bei. Jeder hatte eine starke Persönlichkeit. Es war sehr schwierig, meine eigenen Gefühle zurückzuhalten und mit anderen zusammenzuarbeiten, und so stiegen zunehmend die Anforderungen an meine Xinxing.

Der Meister sagt in der „Fa-Erklärung auf der europäischen Fa-Konferenz“,1998:

„Merkt euch meine Worte: Ganz gleich, ob es an dir liegt oder nicht, musst du in dir selbst suchen und du wirst Probleme finden. Falls diese Sache absolut nichts mit dir zu tun hat, und du damit keinen Eigensinn zu beseitigen hast, wird sie nur ganz selten bei dir auftauchen. Hast du kein solches Herz, wird kein Konflikt verursacht. Ich muss die Verantwortung für deine Kultivierung tragen. Jedes Mal, wenn dir ein Konflikt begegnet, bei dir auftaucht, oder zwischen euch vorkommt, hat es sehr wahrscheinlich mit dir zu tun und es gibt bestimmt Dinge, die du beseitigen sollst.“ (Zitatende)

Wenn die Atmosphäre im Team sehr intensiv wurde, beruhigte ich mich und schaute nach innen. Ich dachte, dass meine Arbeit im Büro den Aufgaben einer Assistentin gleiche. Wenn ich meine Arbeit gut machte, könnten sich die Mitpraktizierenden, die in der vorderster Front stehen, auf das Schlachtfeld konzentrieren. Doch ich musste mich selber noch mehr von meinen Anhaftungen lösen. Deshalb begann ich, ganz geduldig die Denk- und Arbeitsweise eines jeden einzelnen Teammitgliedes zu verstehen. Dann versuchte ich mein Bestes, um sie zu unterstützen. Bald wurde mein Beitrag von allen anerkannt.

Im August 2015 wurde ich in eine andere Abteilung versetzt. Die Arbeitsanforderungen, die Umgebung und die Mitarbeiter veränderten sich sehr. Ich kam von einem professionell ausgebildeten Team zu einem neuen Team mit mangelhaften Fähigkeiten. Am Anfang fühlte ich mich sehr unbehaglich. Nach und nach kam es zu Beanstandungen.

Der Meister lehrt uns in „Berichtigung“, 1996:

„Wenn die Probleme aufgetaucht sind, sucht nicht nach dem Schuldigen.“ (Zitatende)

Mir wurde klar, dass wenn man sich bei den eigenen Problemen die Zeit nimmt, sich zu beschweren, diese Zeit besser dafür nutzen sollte, um die Situation zu verändern. Man kann nicht erwarten, dass man von Dingen profitiert, ohne etwas dafür zu tun, dass sie verbessert werden.

Bald nachdem ich begonnen hatte, mit dem neuen Team zu arbeiten, tauchte ein Problem auf: Es war zwar nicht mein Fehler, doch der Teamleiter gab mir die Schuld. Ich war in diesem Moment sehr ärgerlich und wollte einen Weg finden zu beweisen, dass es nicht mein Fehler war. In der Vergangenheit bestand ich darauf klarzustellen, wer bei Schwierigkeiten die Schuld dafür trug. Wenn ich falsch lag, würde ich die Verantwortung dafür übernehmen. Wenn es nicht mein Fehler war, würde ich die Beschuldigung nicht akzeptieren.

Nachdem ich mich beruhigt hatte, bemerkte ich zwei Dinge, die nicht dem Fa entsprachen. Eine war mein Konkurrenzdenken. Ursprünglich dachte ich, dass ich diese Anhaftung nicht hätte, jedoch war sie in Wirklichkeit sehr ausgeprägt. Das andere war, dass ich die Nachsicht nicht gut praktizierte.

Als ich das nächste Mal mit einem Mitpraktizierenden einen Xinxing-Konflikt hatte, war ich drauf und dran zu explodieren. Obgleich ich mich dazu zwang, mich zurückzuhalten und einen Schritt zurückzutreten, ohne ein Wort zu sagen, wuchs der Ärger tief in mir.

Der Meister sagt in „Was bedeutet Nachsicht“, 1996:

„Wut, sich ungerecht behandelt fühlen und Nachsicht üben unter Tränen gehört zur Nachsicht eines gewöhnlichen Menschen, der an Bedenken festhält. Überhaupt keine Wut entstehen lassen und sich nicht ungerecht behandelt fühlen, das ist die Nachsicht eines Kultivierenden.“ (Zitatende)

Dadurch erkannte ich, dass meine Nachsicht genau die vom Meister beschriebene „Wut, sich ungerecht behandelt fühlen und Nachsicht üben unter Tränen“ war. Deshalb überlegte ich, wenn ich einen Schritt zurücktrat und den Konflikt nicht verschlimmerte, würde die Prüfung vorbei gehen, doch dies ist nicht die richtige Einstellung, um sie zu bestehen. Die richtige Einstellung, um die Prüfung der Nachsicht zu bestehen, erfordert einen ruhigen und klaren Geist ohne Wut und Einwände.

Ich fragte mich, ob ich das Problem aus der Perspektive des Mitpraktizierenden betrachtet hatte. Daraufhin begriff ich, dass ich mich nur um meinen eigenen Standpunkt kümmerte und die andere betroffene Person nicht richtig verstand oder akzeptierte. Ein wahrer Kultivierender sollte nicht seine eigenen Gefühle beachten, sondern zuerst an die Gefühle des anderen denken. Ich sollte im Inneren nach meinen eigenen Lücken suchen und Wege finden, sie zu überwinden, um anderen keinen Schaden zuzufügen. Wenn ich so denke, habe ich keine Beschwerden über Mitpraktizierende in meinem Herzen. Stattdessen tut es mir leid, die Gefühle der Mitpraktizierenden unabsichtlich verletzt zu haben.

Der Leiter meines neuen Teams hoffte, dass ich im Bereich Management helfen könnte, doch das lag mir nicht. Lange Zeit hatte ich ruhig hinter den Kulissen gearbeitet, ich wollte keine leitende Position. Ich hielt mich immer für die Art von Mensch, der mit dem Strom schwimmt und der sich damit wohl fühlt. Doch der Teamleiter übertrug mir immer wieder Managementaufgaben. Für eine Weile fühlte ich mich im Herzen unwohl und fand es schwierig.

Als ich mich darüber mit einem Mitpraktizierenden austauschte, wurde ich daran erinnert, dass dies eine Manifestation meines Strebens nach Komfort war. Ich stimmte vom Kopf her zu, doch vom Gefühl her weigerte ich mich, dies zuzugeben und ich antwortete: „Ich werde es nicht gut machen, wenn es mir nicht gefällt. Wenn ich es nicht gut machen kann, tue ich es lieber gar nicht. Es ist besser, mit dem Strom zu schwimmen.“ Ein Praktizierender fragte: „Wie kannst du wissen, dass du es nicht gut machen kannst, ohne es probiert zu haben? Wie kannst du sagen, dass es der richtige Zustand ist, ohne Ambitionen mit dem Strom zu schwimmen? Wie können wir mit dem Strom schwimmen, wenn die alten Mächte immer wieder verschiedene Methoden benutzen, um uns bei der Errettung der Menschen zu stören? Wie viele Lebewesen warten darauf, dass wir sie erretten? Wie können wir keinen Ehrgeiz haben?“

Ich war sprachlos. Wenn ich mir meine eigenen Gedanken ansah, so hatte ich nach Komfort gestrebt und war nicht gewillt gewesen, Verantwortung zu übernehmen. Gewöhnliche Menschen streben nach einem warmen und komfortablen Leben. Doch ich bin kein gewöhnlicher Mensch. Mein Lebenswerk ist das Gegenteil. Bei der Arbeit im Management steht man vielen komplizierten Herausforderungen gegenüber und muss damit zurechtkommen und man muss mehr hergeben. Doch wir tun alles, was wir können, damit wir mit unseren Medien ein besseres Ergebnis erzielen, so dass wir weitere Lebewesen erretten können. All die harte Arbeit lohnt sich also. Als ein Jünger des Meisters besteht der Sinn unseres Lebens darin, weitere Lebewesen zu erretten. Wie können wir zögern, unsere Energie und Zeit dort einzusetzen, wo immer es gerade nötig ist?

Nachdem ich so viele Dinge durchgemacht hatte, entdeckte ich, dass ein Kultivierender die Antworten in sich selbst finden kann, wann immer Probleme auftreten.

Das Meister lehrt uns in „Kultivierende sind immer einbezogen“, 1996:

„Für einen Kultivierenden ist jede Plage unter den gewöhnlichen Menschen ein Hindernis, das zu überwinden ist und jedes Lob eine Prüfung." (Zitatende)

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