Pensionierter Militäroberst zu Haft verurteilt – Tochter appelierte von den USA aus

Das Bezirksgericht in Qingdao verurteilte im August 2018 einen ehemaligen Militäroberst zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis, weil er Falun Dafa, (auch Falun Gong genannt) nicht aufgeben will. Seine Tochter appellierte von den USA aus an das kommunistische Regime Chinas, ihren Vater freizulassen. Sie lebt derzeit in San Francisco.

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Gong Piqi

 

26. Oktober 2017: Auf einer Kundgebung in San Francisco spricht Gong Xiaoyan über die Situation ihrer Familie.

Herr Gong Piqi, 63, ist pensionierter Oberst und ehemaliger stellvertretender Stabschef der Reserve-Artilleriebrigade der Provinz Shandong. Am 16. und 17. Oktober 2017 wurden er und seine Frau sowie zwanzig weitere Falun-Dafa-Praktizierende bei einer Massenverhaftung der Polizei in Qingdao, Provinz Shandong festgenommen.

Anschließend durchsuchte die Polizei sein Haus und beschlagnahmte viele seiner persönlichen Gegenstände, die mit Falun Dafa zu tun hatten, sowie 150.000 Yuan in bar (ca. 19.000 Euro).

Seine Frau Sun Dongxia wurde am nächsten Tag wieder freigelassen. Herrn Gong aber sperrte man ins Untersuchungsgefängnis Pudong in Jimo, Provinz Shandong.

Mehr als ein Jahr später, am 24. Mai 2018, verhandelte das Bezirksgericht Shibei in Qingdao Herrn Gongs Fall in einem provisorischen Gerichtssaal innerhalb der Haftanstalt.

Sein Anwalt wies darauf hin, dass der Staatsanwalt keine stichhaltigen Beweise habe, um seinen Mandanten anzuklagen. Dieser sei festgenommen worden, als er einen Freund besuchen wollte, der am Tag zuvor verhaftet worden war.

Im August 2018 verhängte der Richter eine siebeneinhalbjährige Haftstrafe – trotz der Verteidigung seines Anwalts und der unermüdlichen Bemühungen seiner Tochter in den USA, ihren Vater zu retten. Der Richter setzte außerdem eine Strafzahlung von 20.000 Yuan fest.

„Da war eine Stimme in mir, die mich rief ...“

1995 las Herr Gong zum ersten Mal das Hauptwerk von Falun Dafa, Zhuan Falun, von Li Hongzhi. Obwohl er von den tiefgründigen Prinzipien beeindruckt war, die im Buch erklärt werden, war er zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit, mit dem Praktizieren zu beginnen.

Als das kommunistische Regime Chinas 1999 die Verfolgung von Falun Dafa in Gang setzte, wusste Herr Gong als langjähriges Mitglied der Kommunistischen Partei, was die Praktizierenden erwartete. Dennoch traf er eine Entscheidung, die wichtigste in seinem Leben. „Ich wusste, was auf dem Spiel stand und was vor mir lag, wenn ich anfangen würde zu praktizieren. Andererseits war das, was ich durch das Praktizieren gewinnen würde, unbezahlbar. Da war eine Stimme in mir, die mich rief. Ich wusste, dass ich diese Entscheidung treffen musste – es war an der Zeit, meinen Weg zu gehen“, erzählte er.

Am 15. August 1999, etwa drei Wochen nach Beginn der Verfolgung, beschloss Herr Gong, Falun Dafa zu praktizieren. Kurz danach hörte er auf zu rauchen und zu trinken, seine Gesundheit verbesserte sich.

Standhaft trotz Schwierigkeiten

Fünf Jahre vergingen, bis auch er Opfer der Verfolgung wurde. Als das kommunistische Regime erfuhr, dass er Falun Dafa praktizierte, begann es, ihn unerbittlich zu verfolgen.

Das erste Mal wurde Herr Gong am 13. Mai 2005 verhaftet. Auch seine Frau wurde verhaftet. Damals musste sie für fünf Jahre ins Gefängnis, er aber wurde auf einen Militärstützpunkt gebracht. Dort setzte man ihn einer ständigen Gehirnwäsche aus. Auf verschiedene Weise versuchte man ihn zu zwingen, auf seinen Glauben zu verzichten.

Als er den Mitarbeitern der Gehirnwäsche-Einrichtung erklärte, wie das kommunistische Regime Falun Dafa verfolgt, schlug ein junger Beamter auf ihn ein. Das führte zu einer Verletzung seiner inneren Organe und zu Blutungen.

Aber sowohl Gehirnwäsche als auch körperliche Qualen konnten ihm nichts anhaben. Als das Militärpersonal das sah, drohte es ihm, seine Pension auszusetzen, ihn aus seiner regierungseigenen Wohnung zu werfen und ihn sogar ins Gefängnis zu stecken.

Aber nichts davon konnte Herrn Gong erschrecken. Schon damals, als er sich sechs Jahre zuvor für diesen Weg entschieden hatte, war er bereit, alles für seinen Glauben herzugeben.

Er verstand auch, dass die Beamten bei der Verfolgung mitmachten, weil sie von der Propaganda des Regimes getäuscht wurden und die Fakten über Falun Dafa nicht einordnen konnten.

So schrieb er einen Brief an seinen Vorgesetzten, um ihm die wahren Hintergründe der Verfolgung von Falun Dafa zu erklären. Er erklärte ihm, dass er ein guter Mensch sein wolle, indem er den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht folge.

Sein Vorgesetzter war von seinem Brief berührt, sodass Herr Gong nach sieben Monaten Haft nach Hause zurückkehren konnte.

Chinesische Version

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