Vor Gericht eines schweren Verbrechens angeklagt – Anordnung vom „Büro 610“

Herr Luan Nin ist 59 Jahre alt und hat schon die Schrecken der Kulturrevolution erlebt. 1999 begann die Verfolgung von Falun Gong. Als Zuständiger für einen Übungsplatz  wurde er damals schwer verfolgt und misshandelt. Dieses Jahr geriet er wieder in die Fänge der Behörden, weil er Briefe mit Informationen über Falun Dafa verschickte.  Sein Fall wurde an das Mittlere Gericht in Yinchuan weitergeleitet.

Hier ist seine Geschichte – chronologisch und im Detail.

Der Polizei gemeldet und festgenommen

Herr Luan Ning ging im Februar 2017 zu einem Postamt im Bezirk Xingqing, um Briefe zu versenden. Nachdem er gegangen war, öffneten die Postbeamten seine Briefe und fanden heraus, dass sie Informationen über Falun Dafa enthielten. Daraufhin meldeten sie ihn bei der Polizei. Die begann Herrn Luan heimlich zu überwachen und ihm zu folgen.

Am 27. August 2017 nahmen sie ihn gegen 8 Uhr morgens fest, als er auf dem Weg zur Arbeit war.

Über zehn Personen durchsuchten später seine Wohnung. Darunter waren Ma Tao von der Polizeiwache Jiefangxijie, Ma Zili und Jia Yonghong von der Polizeibehörde Xingqing, und mehrere Personen vom lokalen Einwohner-Komitee. Sie durchsuchten auch seinen Arbeitsplatz und das Haus seiner Schwiegereltern. Was sie fanden waren Falun-Dafa-Bücher und Informationsmaterialien, die sie allesamt beschlagnahmten.

Dann brachten sie Herrn Luan ins Untersuchungsgefängnis Yinchuan, wo er jetzt schon seit über einem Jahr inhaftiert ist.

Mitte Dezember 2017 bestätigte die Bezirksstaatsanwaltschaft Xingqing offiziell seine Verhaftung.

Im Februar 2018 gab die Bezirksstaatsanwaltschaft den Fall wegen unzureichender Beweise an die Polizeibehörde zurück und forderte weiteres belastendes Material an. Am 20. März 2018 wurde schließlich sein Fall beim Bezirksgericht eingereicht.

Vor Gericht eines schweren Verbrechens angeklagt – Anwalt plädiert auf nicht schuldig

Gleich nach seiner Verhaftung hatte Luans Familie einen Anwalt eingestellt, der das „Rechtsgutachten“, einen „Antrag zur Freilassung auf Kaution im Vorfeld des Prozesses“ und einen „Antrag auf Freilassung oder Änderung der Art der Inhaftierung“ einreichte.

Im Juni 2018 fand eine Anhörung vor dem Bezirksgericht statt. Der Anwalt plädierte auf nicht schuldig und forderte Herrn Luans Freilassung und die Einstellung aller Anklagen.

Bisher wurden Falun-Dafa-Praktizierende in der Regel immer gemäß Artikel 300 des Strafgesetzbuches unter die Anklage „Verwendung einer Sekte zur Untergrabung des Gesetzesvollzugs“ gestellt. Die Polizei von Xingqing und die Bezirksstaatsanwaltschaft stellten Luan jedoch unter die Anklage „Untergrabung der Staatsgewalt“, also eines schwereren Verbrechens. Das hatte das örtliche „Büro 610“ so angeordnet. Der einzige vorliegende Beweis war der Versand von Informationsmaterialien über Falun Dafa und der Besitz von Geräten, um solche Materialien herzustellen. In Wirklichkeit waren es die Mitarbeiter der Post, die durch das illegale Öffnen der Briefe und die Anzeige bei der Polizei ein Verbrechen begangen hatten und seine Meinungsfreiheit beeinträchtigt.

Vor kurzem wurde sein Fall an das Mittlere Gericht weitergeleitet, da das Bezirksgericht Xingqing keine Befugnis hat, einen solchen Fall zu verhandeln.

Ab 1999: Als Zuständiger für einen Übungsplatz besonders schwer verfolgt

Herr Luan hatte sich schon geweigert, Falun Dafa aufzugeben, als das kommunistische Regime Chinas die Verfolgung von Falun Dafa in Gang setzte. Das war 1999.

Da Herr Luan damals Zuständiger für einen Übungsplatz der Falun-Dafa-Praktizierenden war, wurde er schwer verfolgt. Drei Mal verhafteten sie ihn und sperrten ihn in eine Gehirnwäsche- Einrichtung. Er verlor seine Arbeit, zwei Mal steckten sie ihn für eine dreijährige bzw. vierjährige Haftzeit ins Gefängnis und durchsuchten vier Mal seine Wohnung.

Während seiner Haft wurde Herr Luan unter anderem verhört, getreten, geschlagen, geohrfeigt, gefesselt und an Heizungsleitungen aufgehängt. Er musste schwere Arbeiten in Landwirtschaft und Bauwesen durchführen und schwere Ziegel tragen.

Des Weiteren wurde sein Kopf gegen eine Wand geschlagen. Er musste für lange Zeit vorgebeugt stehen, stundenlang auf einem kleinen Hocker sitzen, sie ließen ihn nicht schlafen, fesselten ihn und stellten ihn auf den Kopf.

Herrn Luans Leiden bereitete auch seiner Familie viel Kummer. Seine Mutter, Lu Chanhua, starb drei Tage nach seinem zweiten Prozess. Er konnte sie vor ihrem Tod nicht mehr sehen.

An der Verfolgung beteiligte Personen:

Luo Jian, Leiter des Büros 610, Polizeibehörde Ningxia: +86-13995106419

Wang Yan, Beamter der Polizeiwache Jiefangxijie: +86-13995188082

Wang Haibin, Leiter des Bezirksgerichts Xingqing, Stadt Yinchuan

Hu Bing, Leiter der Bezirksstaatsanwaltschaft Xingqing

Lu Weidong, Leiter des Mittleren Gerichts der Stadt Yinchuan: +86-13995112777

Wei Hongyu, Leiter der öffentlichen Verfolgungsabteilung, Staatsanwaltschaft der Stadt Yinchuan: +86-951-5926879

Luans Kultivierungsweg

Der heute 59-jährige Luan war früher in der Personalabteilung der Autonomen Region Ningxia beschäftigt gewesen.

Als Jugendlicher hatte er die große Kulturrevolution erlebt. Das soziale Chaos hatte seine Gedanken über das Leben und die Gesellschaft völlig verwirrt. So suchte er nach Informationen über spirituelle Themen und Kultivierung.

Über zehn Jahre lang praktizierte er andere Qigong-Arten, bevor er anfing, Falun Dafa zu praktizieren. Obwohl die anderen Qigong seine körperliche Verfassung verbessert hatten, spürte er, dass er keine weitere Verbesserung erwarten konnte.

Im Januar 1996 sah er sich die Videos von Meister Li Hongzhi an und lernte die Übungen. Dann kaufte er die Bücher Falun Dafa (Einführungsbuch) und Zhuan Falun (Hauptwerk). Er las beides und begann sofort, Falun Dafa zu praktizieren. Nicht lange danach wurde er gesund.

Indem er Falun Dafas Prinzipien – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – befolgte, verbesserten sich seine Moral und seine sozialen Beziehungen.

Im Januar 1997 meldete er sich freiwillig, um armen Bauern zu helfen, die in abgelegenen ländlichen Gebieten leben. Er bestand darauf, mit ihnen zu essen und zu leben und half, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Dafür erhielt er im selben Jahr die Auszeichnung „Vorbildlicher Mithelfer für unterentwickeltes Landleben“ und wurde zum stellvertretenden Direktor des Bildungszentrums ernannt. Im folgenden Jahr erhielt er eine weitere Auszeichnung als „Vorbildlicher Arbeiter“ in der Personalabteilung der Autonomen Region Ningxia.

Durch sein ehrenhaftes Verhalten beeinflusste er andere Kollegen, von denen einige auch begannen, Falun Dafa zu praktizieren.

Chinesische Version

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