3.628 Falun-Dafa-Praktizierende in der ersten Jahreshälfte 2018 verhaftet oder angegriffen

Mit Beginn des 19. Jahres der Unterdrückung von Falun Dafa (auch Falun Gong genannt) durch das kommunistische Regime bestätigte Minghui.org weitere 3.628 Praktizierende, die wegen ihres Glaubens ins Visier der Verfolger gerieten.

Laut Informationen der Redaktion wurden 2.392 Falun-Dafa-Praktizierende verhaftet und 1.236 schikaniert. Außerdem wurden 71 Praktizierende in Gehirnwäsche-Einrichtungen gesperrt. Bei 1.097 der genannten Personen wurden die Wohnungen von der Polizei durchsucht.

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Am 14. März 2018 durchsucht die Polizei die Wohnung von Li Jing in der Provinz Jilin. Li wird danach in das Untersuchungsgefängnis Changchun Nr. 4 gebracht.


Im Zuge dieser Hausdurchsuchungen wurden von der Polizei in Summe 930.302 Yuan (ca. 120.000 Euro) in bar erbeutet. Das Geld wurde entweder direkt aus der Wohnung entnommen oder durch Verhängung von Geldbußen eingetrieben.

Aus der Wohnung der Praktizierenden Liu Lanchun, Provinz Shandong, wurden 190.000 Yuan (ca. 24.320 Euro) in bar und viele andere wertvolle persönliche Gegenstände, von der Polizei mitgenommen.

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Erpresstes Geld nach Provinzen aufgegliedert


Zielgruppe der Verfolgung waren insbesondere 244 Praktizierende ab 65 Jahren. 52 von ihnen waren über 80. Die älteste Praktizierende war die 89-jährige Mutter von Cao Limei. Sie wurde am 17. Januar 2018 zusammen mit der 68-jährigen Cao verhaftet. Die beiden Praktizierenden aus Jinan, Provinz Shandong, wurden bei der Verteilung von Informationsblättern über Falun Dafa verhaftet. Die Mutter ließ man zwar am selben Abend wieder frei, die Polizei hielt Cao allerdings für weitere zehn Tage im Untersuchungsgefängnis fest.

Die betroffenen Praktizierenden stammen aus unterschiedlichen Lebensbereichen und Berufen. Viele arbeiteten als Ärzte, Ingenieure, Buchhalter, Lehrer und Manager.

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Schikanen in den ersten sechs Monaten 2018

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Verhaftungen und Schikanen in den ersten sechs Monaten 2018 nach Provinzen aufgegliedert


Vergleicht man die Anzahl an Verfolgungsfällen in den ersten Halbjahren von 2017 und 2018 scheint es im Jahr 2018 eine Abnahme der Verfolgung gegeben zu haben. In einigen Regionen jedoch betrieben Regierungsbeamte die Verfolgungspolitik unbeirrt weiter. 2017 war geprägt von der sogenannten „Anklopf-Aktion“, bei der es zu 10.869 Verhaftungen und Einschüchterungsversuchen kam.

Die Provinzen Shandong, Hebei, Liaoning, Heilongjiang und Jilin führten auch 2018 die traurige Statistik mit Verhaftungen und Berichten über Schikanen an. In Shandong gab es sogar doppelt so viele Fälle wie in anderen Provinzen.

Verfolgungspolitik „von oben“ und Massenverhaftungen

Als die Unterdrückung von Falun Dafa begann, erließ Jiang Zemin, der damalige Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, die Anweisung, „den Ruf der Praktizierenden zu zerstören, sie finanziell zu ruinieren und körperlich zu vernichten“.

Jiangs Rückendeckung und seine Verfolgungspolitik „von oben“ motivierte viele Beamte, die Kampagne mitzumachen. Im Gegenzug erhielten sie finanzielle Leistungen oder Beförderungen.

Einige Beamte haben inzwischen jedoch aufgehört, sich an der Verfolgung zu beteiligen. Grund dafür sind die jahrelangen friedlichen Bemühungen der Falun-Dafa-Praktizierenden innerhalb und außerhalb Chinas, der Verfolgung Einhalt zu gebieten. Dadurch ließ die Verfolgung in einigen Regionen nach. Die Verfolgungspolitik selbst wurde jedoch nicht beendet und in manchen Regionen ist die Intensität der Unterdrückung weiterhin hoch.

In mehreren Provinzen kam es in der ersten Hälfte des Jahres 2018 sogar zu Massenverhaftungen von Praktizierenden. So wurden vor dem SCO-Gipfel in Weifang, Provinz Shandong im April und Mai 163 Praktizierende verhaftet (Provinz Shandong: 163 Verhaftungen vor SCO-Gipfel in Qingdao – Falun-Gong-Praktizierende sollen am Petitionieren gehindert werden). Sun Qisheng, der Leiter des Komitees für Politik und Recht in Weifang, griff Falun Dafa am 27. März 2018 in lokalen Fernsehsendungen an und verleumdete es vor Beginn der Massenverhaftungen und Schikanen.

Zudem verstärkte die Polizei die Überwachung und Schikanen gegen die Praktizierenden in der gesamten Provinz Shandong. Die Aktion diene der „Aufrechterhaltung der Stabilität“ vor und während des Gipfels, hieß es. Man verhaftete 203 Falun-Dafa-Praktizierende, als sie nach Qingdao reisen wollten, um dort während der Veranstaltung zu appellieren. Die Aktion wurde von den Behörden in der Provinz Jilin durchgeführt.

In der Provinz Heilongjiang wurden in der ersten Hälfte des Jahres 2018 insgesamt 175 Praktizierende verhaftet, 17 von ihnen am 19. April 2018 in Harbin. Die Polizei brach in die Wohnungen der Praktizierenden ein und beschlagnahmte ihr gesamtes Material über Falun Dafa. Wie die Praktizierenden von einem Beamten erfuhren, hatte der neue Gouverneur der Provinz Heilongjiang Wang Wentao die Massenverhaftungen befohlen. Wang habe befürchtet, sie würden nach Peking gehen, um zum Jahrestag des historischen friedlichen Appells vom 25. April zu demonstrieren, so der Polizist.

Anhaltende Verfolgung

Viele Praktizierende, die in der ersten Hälfte des Jahres 2018 verhaftet oder schikaniert wurden, stehen auf der schwarzen Liste der Regierung. Sie wurden in den letzten 19 Jahren wiederholt verfolgt.

Chinesische Version

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