Aus Angst, dass Frau Mu im Gefängnis sterben könnte, setzten die Wärter der Haftanstalt sie vor der Tür ab

Am 10. Juli 2018, als Frau Mu Yongxia dem Tod nahe war, setzte man sie vor dem Eingang der Haftanstalt in Daqing ab.

Frau Mu ist eine 70-jährige pensionierte Lehrerin aus der Provinz Heilongjiang. Sie wurde am 16. März 2018 verhaftet und drei Monate lang gefangen gehalten. Am Tag der Festnahme wollte sie einen Zug nehmen, um ihre etwa 80-jährige Schwester zu besuchen, die sich nicht mehr selbst versorgen kann. Der Haftbefehl für die Festnahme wurde erst 13 Tage später ausgestellt. 

Die Ereignisse im Einzelnen

Ein Beamter der Polizeistation Xizhan hielt Frau Mu an einem Sicherheitskontrollpunkt in Daqing West an. Bei der Ausweiskontrolle erschien Mus Name auf dem Handy des Beamten auf einer schwarzen Liste. Sie war dort gelistet, weil sie Falun Gong praktiziert [1]. Der Beamte durchsuchte ihren Koffer. Auf der Wache verhörte er sie und erstellte ein falsches Verhörprotokoll. Dann übergab er sie der Polizeidirektion von Ranghulu. Die dortigen Beamten arbeiteten mit der Polizeistation Xizhan zusammen und erstellten ihrerseits einen weiteren falschen Verhörbericht, der mit dem auf der Wache erstellten Bericht übereinstimmte. Dann forderten sie Frau Mu auf, das Protokoll zu unterschreiben. Mutig strich Frau Mu das Protokoll durch und schrieb „ungültig“ und „erfunden“ darüber.

Bis Mitternacht wurde Frau Mu auf der Polizeistation festgehalten und dann ins Untersuchungsgefängnis der Stadt Daqing gebracht. 

In dieser Stresssituation entwickelte Frau Mu Symptome eines Herzproblems; sie bekam Bluthochdruck, Schwindel, Krämpfe und Druck in der Brust, sodass sie kaum atmen konnte und an Rückenschmerzen litt. Sie wurde mehrmals in die Klinik gebracht, wo sie Sauerstoff bekam. Das Untersuchungsgefängnis wollte sie zur medizinischen Behandlung freilassen, aber die Polizei stimmte dem nicht zu. Die Familie suchte deshalb verschiedene Dienststellen auf, um Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung zu erwirken, aber ohne Erfolg.

Frau Mus Magen-Darm-System funktionierte plötzlich gegen Mitte Juni nicht mehr. Sie litt unter Übelkeit und konnte weder essen noch trinken. Sie war schwindelig und hatte negative Reaktionen auf alle Medikamente, die ihr gegeben wurden. Mehrmals wurde sie ins Krankenhaus gebracht, aber nichts half.

Am 9. Tag konnte sie immer noch kein Essen und Trinken aufnehmen. Das Gericht forderte von ihrer Familie 20.000 Yuan [2] als Kaution für ihre Freilassung. Das konnte sich die Familie nicht leisten.

Das Personal des Untersuchungsgefängnisses hatte Angst, dass Frau Mu sterben könnte und man sie dafür verantwortlich machen würde. Das Personal des Untersuchungsgefängnisses hatte Angst, dass sie sterben könnte, also ließen sie sie am Nachmittag des 10. Juli vor dem Tor des Untersuchungsgefängnisses der Stadt Daqing zurück.

 

Chinesische Version

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