„Umerziehungs-Methoden“ im Binhai Gefängnis, Tianjin

Mindestens 22 Bewohner von Tianjin werden zurzeit im örtlichen Gefängnis Binhai festgehalten. Die Gefängnisbehörden haben verschiedene Methoden eingesetzt, um die inhaftierten Falun-Gong-Praktizierenden zu zwingen, ihren Glauben aufzugeben.

Zu den inhaftierten Falun-Gong-Praktizierenden gehören: Zhou Xiangyang, Hua Lianyou, Ma Jian, Liu Haibin, Huang Liqiao, Liu Baolin, Feng Qingyu, Wang Shulin, Liu Jincheng, Sun Jianyue, Zhang Jinshui, Wang Yushi, Shi Fuhua, Zhang Hongju, Fang Keshan, Zhang Jian, Yuan Jinliang, Li Wen, Gao Zhiyong, Zhang Ziwen, Zhang Jun und Xiong Huifeng.

Es gibt noch weitere Praktizierende im Gefängnis, aber ihre Identität muss noch in Erfahrung gebracht werden.

Methoden der Umerziehung:

Gefängnisbehörden laden „Umerziehungs-Experten“ aus Peking ein

Im November 2015 luden die Gefängnisbehörden einen „Umerziehungs-Experten" aus Peking ein, um an Falun-Gong-Praktizierenden zu arbeiten. Der „Experte" wies die Wärter an, jeden Praktizierenden in eine separate Zelle zu sperren, in der mehrere Häftlinge rund um die Uhr die Praktizierenden beobachten sollten. Die Praktizierenden durften fünfzehn Tage lang nicht schlafen.

Einige Praktizierende brachen unter dem Schlafentzug zusammen und schrieben gegen ihren Willen eine Aussage, dass sie auf Falun Gong verzichten würden. Der „Experte" und das Gefängnis sprachen dann von „Erfolg“ bei der Umerziehung der Praktizierenden.

Körperliche Bestrafung

Anfang Dezember 2017 führten die Strafvollzugsbehörden die Körperstrafe bei den Praktizierenden ein. Die Wärter beklebten die Wände der Zellen der Praktizierenden mit Plakaten, die Falun Gong verleumdeten. Sie zwangen die Praktizierenden, für lange Zeit mit gesenkten Kopf gegen die Wand zu stehen. Als die Wärter der stehenden Folter überdrüssig wurden, befahlen sie den Praktizierenden, lange Zeit auf einer kleinen Bank zu hocken.

Gehirnwäsche

Während sie den Praktizierenden körperliche Schmerzen zufügten, zwangen die Wärter sie auch, sich Verleumdungen von Falun Gong anzusehen, anzuhören und solche Materialien zu lesen. Die Praktizierenden waren auch gezwungen, ihre Gedanken regelmäßig niederzuschreiben.

Zwangsernährung bei Hungerstreik

Vier der Praktizierenden befinden sich seit mehreren Jahren im Hungerstreik.

Herr Hua Lianyou wurde am 24. April 2012 zu sieben Jahren Haft verurteilt. Aus Protest trat er in einen Hungerstreik. Ende Jänner 2016 wurde er auf Bewährung entlassen. Am 14. April 2016 wurde er wieder ins Gefängnis zurückgebracht und befindet sich seitdem in einem weiteren Hungerstreik.

Herr Zhou Xiangyang wurde ebenfalls unrechtmäßig zu sieben Jahre Haft verurteilt. Er befindet sich seit fast drei Jahren im Hungerstreik.

Herr Liu Haibin wurde am 2. September 2015 zu 4 Jahren Haft verurteilt. Er begann einen Hungerstreik am 30. April 2016.

Herr Ma Jian, dessen Urteil unbekannt ist, befindet sich ebenfalls im Hungerstreik.

Die vier Praktizierenden werden regelmäßig zwangsernährt. Herr Liu und Herr Ma wurden mehrmals in kritischem Zustand in die Notaufnahme gebracht. Das Gefängnis hat sich geweigert, ihre Haft zur medizinischen Behandlung auszusetzen.

Chinesische Version

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