Geschlagen und unter Drogen gesetzt – Frau erzählt ihre wahre Geschichte
 

Geschlagen und unter Drogen gesetzt – Frau erzählt ihre wahre Geschichte

Frau Jiang Xianfeng musste bereits nach einem Monat Haft ins Krankenhaus gebracht werden. Sie wurde am 21. Juli 2016 verhaftet, weil sie Falun Gong [1] praktiziert. Die Behörden führten einen Schauprozess in ihrem Krankenzimmer durch und sie wurde zu eineinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Frau Jiang wurde am 22. Januar 2017 ins Frauengefängnis von Longquanyi gebracht. Dort wurde sie von Häftlingen gefoltert, die darauf bedacht waren, Punkte für eine Haftverkürzung zu sammeln.

Sie entwickelte hohen Blutdruck und Pankreatitis und wurde während ihrer Haft dreimal ins Gefängniskrankenhaus gebracht. Sie verließ das Gefängnis abgemagert.

Nachstehend ist Frau Jiangs persönlicher Bericht über die Folter, die sie im Gefängnis ausgesetzt war.

Andauernde Folter im Gefängnis

Ich wurde im Gefängnis rund um die Uhr von Insassen überwacht. Weil ich mich weigerte, auf Falun Gong zu verzichten, erlaubten sie mir nicht, zu duschen, mich umzuziehen oder sogar Toilettenpapier zu benutzen, wenn ich mich erleichterte.

Die Insassen zwangen mich, jeden Tag von 5 bis 24 Uhr zu stehen. Später verlängerten sie die Zeit auf 2 Uhr morgens, bevor sie mich schlafen ließen. Meine Beine schwollen an, und ich musste meine Hose um den Unterschenkel abschneiden, um noch hineinzupassen.

Nur zwei Monate nach der Inhaftierung, wurde ich in das Gefängniskrankenhaus eingeliefert.

Heftige Schläge und Gehirnwäsche

Nachdem ich das Gefängniskrankenhaus verlassen hatte, zwangen mich die Insassen wieder jeden Tag für lange Stunden zu stehen. Sie zeichneten einen kleinen Kreis um meine Füße. Wann immer ich meine Füße aus dem Kreis bewegte, schlugen sie mich und misshandelten mich verbal. In der Zwischenzeit zwangen sie mich, mir Propagandavideos anzusehen, die Falun Gong verleumden.

Einige Insassen versuchten, mich zu zwingen, meine Fingerabdrücke auf ein Dokument zu drücken, das Falun Gong verleumdet. Als ich mich weigerte, mit ihnen zusammenzuarbeiten, klebten sie das Papier an meine Kleidung oder mein Bett, um mich zu demütigen.

Strafgefangene erhielten Anreize, mich „umzuerziehen"

Als alle ihre Methoden es nicht schafften, mich einer Gehirnwäsche zu unterziehen und „umzuerziehen" [2], begannen sie eine weitere Runde mit Misshandlungen.

Die Insassen fingen an, mir dreimal täglich nervenschädigende Medikamenten zu verabreichen. Sie gaben mir nur eine Mahlzeit mit sehr wenig Essen und erlaubten mir nicht, Wasser zu trinken. Kurz darauf erkrankte ich an Pankreatitis und wurde zum zweiten Mal ins Gefängniskrankenhaus geschickt.

Als das Wetter wärmer wurde, zwangen sie mich, Winterkleidung zu tragen und eine dicke Bettdecke zu benutzen, wenn ich schlief. Eine Gefangene trat mich jede Nacht um 4 Uhr so lange, bis sie erschöpft war. Dann schlief sie wieder ein.

Mit dem Angebot der Haftverkürzung für eine gelungene „Umerziehung" der Falun Gong-Praktizierenden, haben die Insassen alle möglichen Methoden angewandt, um mich zu foltern. Einige spuckten mich an, andere zogen an meinen Haaren, andere schlugen meinen Kopf gegen eine Wand und einige gossen eiskaltes Wasser auf meinen Kopf und erlaubten mir nicht, die Kleidung zu wechseln, nachdem ich völlig durchnässt war.

Eine neue Gefangene trat jeden Tag in meine Rippen und meinen Bauch, sowie meine Taille, wo ich einen Knochenbruch aus einer früheren Gefangenschaft hatte. Sie bat mich auch, ihr dafür zu danken, dass sie mich nicht zu Tode schlug. Bald darauf wurde ich zum dritten Mal ins Gefängniskrankenhaus geschickt.

Am 21. Januar 2018 wurde ich nach einem Jahr ununterbrochener Folter endlich aus dem Gefängnis entlassen.

---------------------------------------

[1] Falun Dafa (auch Falun Gong genannt) ist ein buddhistischer Kultivierungsweg, der von Lehrer Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt wurde. Es verbreitete sich rasant und viele Menschen konnten durch ein Leben im Einklang mit den Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. In China wird Falun Gong jedoch seit 1999 durch das kommunistische Regime verfolgt.

[2] „Umerziehung“ ist eine übliche Taktik im Versuch, Falun Gong-Praktizierende dazu zu bringen, ihren Glauben zu widerrufen.

Chinesische Version

Texte und Informationen von dieser Website können mit Quellenangabe grundsätzlich weiterverwendet werden.