Superhydrophobie oder: der Lotos-Effekt®
 

Superhydrophobie oder: der Lotos-Effekt®

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Die Lotosblume symbolisiert im Besonderen die Reinheit. Obwohl sie in Teichen mit schlammigem Untergrund wächst, sind ihre Blätter stets makellos sauber.

Der Lotos-Effekt ist eine Jahrtausende alte Erfindung der Natur. Wenn es regnet, lässt die Lotosblume allfällige Staub- und Schmutzpartikel mit dem Wasser von sich abperlen. Obwohl dieser Effekt schon lange bekannt ist, konnte erst in unserer Zeit eine Erklärung dafür gefunden werden. Herr Prof. Dr. Barthlott untersuchte die Blätter superhydrophober Pflanzen mit einem Rasterelektronenteleskop und entdeckte, dass für das Wegrutschen des Wassers die hügelige Mikrostruktur des Blattes verantwortlich ist. Sie verursacht, dass Wasser und Verschmutzungen eine schwache Anhaftungskraft auf der Blattoberfläche haben.

Da dieser Mechanismus ausschließlich auf einer physikalisch-chemischen Grundlage beruht, kann eine selbstreinigende Oberfläche technisch hergestellt werden. Als Herr Professor Barthlott seine Erkenntnisse veröffentlichen wollte, traf er auf einigen Widerstand:

„Unsere Ergebnisse widersprachen der üblichen Anschauung: „glatt ist gleich sauber“. Das hat dazu geführt, dass alleine der Versuch das zu publizieren, mehrfach abgelehnt wurde.“

- Prof. Dr. Barthlott

Von der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) erhielt Prof. Dr. Barthlott 1999 den Umweltpreis für seine Forschungen über den Lotoseffekt. Patente und Markennamen liegen heute bei der Firma Sto-AG. Die Lotus-Effect®-Technik wird bei der Herstellung von Fassadenfarben, Dachziegeln, speziellen Lacken und Folien angewandt.

Würdigung:
Das Bild der Lotosblume stammt aus dem Lotos-Teich des Botanischen Gartens der Universität Zürich. Die Verwendung des Bildes wurde schriftlich genehmigt.


Ein informatives Video von Arte zur Superhydrophobie und Herr Prof. Dr. Barthlott können Sie hier anschauen.

Video Superhydrophobie

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