Augenhöhlenbruch durch Schläge der Polizei – Ehepaar verhaftet

Ein Bewohner aus Songyuan wurde in der Provinzhauptstadt Changchun weniger als zehn Tage, nachdem er dorthin gezogen war, um nach Arbeit zu suchen, verhaftet. Ein Polizist schlug ihm so heftig ins Gesicht, dass er stark blutete und eine gebrochene Augenhöhle erlitt. Seine Frau wurde Wochen später verhaftet, weil sie versuchte, seine Freilassung zu erwirken.

Herr Li Guojun wurde ins Visier genommen, weil er sich weigerte, auf Falun Gong zu verzichten, eine spirituelle Praxis, die vom kommunistischen Regime Chinas verfolgt wird. Er stand seit Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 unter Beobachtung.

Verhaftung von Herrn Li

Herr Li war gerade erst am 13. September 2017 um 20.00 Uhr heimgekommen, als etwa sieben Polizeibeamte von der Polizeiwache Minkanglu aus der Stadt Changchun einbrachen und ihn verhafteten.

Ein Beamter nahm Herrn Li mit in die Küche und schlug ihm ins Gesicht. Sofort floss Blut aus seinem rechten Auge und tropfte auf den Boden.

Blutflecken auf dem Küchenboden in Herrn Li's Mietwohnung.

Herr Li wurde desorientiert, aber erst um 15.00 Uhr des nächsten Tages brachte ihn die Polizei in das Krankenhaus für einen CT-Scan. Das Untersuchungsgefängnis in Changchun lehnte es ab, Herrn Li aufzunehmen als sie feststellten, dass die Untersuchung darauf hinwies, dass seine rechte Augenhöhle gebrochen war.

Anstatt den Mann freizulassen, brachte ihn die Polizei ins Gefängniskrankenhaus Xinkang. Sie erzählten den dortigen Ärzten, dass Herr Li sich verletzte, als er versuchte, vor der Polizei davonzulaufen.

Die Ehefrau von Herrn Li, Frau Wang Shuhua, die immer noch in der Stadt Songyuan lebt, wurde nicht über seine Verhaftung informiert. Nachdem sie nichts von ihrem Mann gehört hatte, suchte sie überall nach ihm und fand ihn schließlich im Gefängniskrankenhaus. Frau Wang wurden Besuche bei ihrem Mann untersagt.

Schwester und Frau ebenso inhaftiert

Die Schwester von Herrn Li und Frau Wang reisten am 12. Oktober nach Changchun, um seine Freilassung zu beantragen. Sie wurden für zwei Tage auf der Polizeiwache von Minkanglu festgehalten. Die Schwester von Herrn Li wurde danach freigelassen, und Frau Wang wurde für weitere 15 Tage im Untersuchungsgefängnis Weizigou festgehalten. Die Handys der beiden Frauen wurden beschlagnahmt.

Frau Wangs Wohnung wurde von der Songyuan Polizei geplündert. Ende Dezember 2017 wurde gegen sie ein formeller Haftbefehl ausgestellt.

In der Zwischenzeit wurde der Fall ihres Mannes an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Nanguan weitergeleitet, und er wird wegen seines Glaubens angeklagt.


Chinesische Version

Texte und Informationen von dieser Website können mit Quellenangabe grundsätzlich weiterverwendet werden.