Mutter stirbt kurz nach Haftaussetzung für medizinische Behandlung – Sohn an ihrem Totenbett verhaftet

Eine Falun Gong-Praktizierende aus Lanzhou wurde wegen ihres Glaubens inhaftiert. Als ihr Leben in Gefahr war, wurde sie zur medizinischen Behandlung freigelassen. Sieben Wochen später starb sie. Ihr Sohn wurde an ihrem Totenbett verhaftet, da die Polizei vermutete, dass er in der Zeit des 19. Volkskongresses nach Peking gehen würde, um für seine Mutter Gerechtigkeit zu erwirken.

Inhaftierung und Haftaussetzung für medizinische Behandlung

Frau Sheng Chunmei und ihr Ehemann, Herr Chen Deguang, wurden am 6. November 2011 verhaftet, weil sie sich weigerten, auf Falun Gong zu verzichten - eine spirituelle Disziplin, die vom chinesischen kommunistischen Regime verfolgt wird. Am 9. August 2013 wurden sie zu jeweils neun Jahren Gefängnis verurteilt.

Frau Sheng wurde im Frauengefängnis der Provinz Gansu schwer gefoltert, und ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide. Sie litt an Gallenblasenentzündung, Bluthochdruck und Diabetes, aber das Gefängnis lehnte ihren Antrag auf Haftaussetzung für eine medizinische Behandlung wiederholt ab. Sie fiel im Mai 2017 ins Koma und wurde in die Notaufnahme geschickt. Trotzdem teilte die Gefängnisbehörde ihrer Familie mit, dass sie nicht krank genug sei, um eine Haftaussetzung für eine medizinische Behandlung bewilligt zu bekommen.

Es vergingen noch einige Monate und Frau Sheng stand kurz vor dem Tod. Am 23. August wurde sie schließlich auf Bewährung entlassen. Sie starb am 12. Oktober im Alter von 65 Jahren, während ihr Mann im Gefängnis Lanzhou inhaftiert bleibt.

Festnahme am Totenbett der Mutter

Frau Shengs Totenwache wurde im Bestattungsinstitut von Hualinshan gehalten. Herr Wang, neuer Leiter der Staatssicherheit Honggu und Huang Zongjun, stellvertretender Leiter der Staatssicherheit, handelten auf Befehl und verhafteten mit drei ihrer Beamten Herrn Chen bei der Totenwache seiner Mutter. Sie brachten ihn zur Polizeibehörde des Bezirks Honggu, wo sie ihn bis 23 Uhr in jener Nacht verhörten.

Die Polizei schickte Herrn Chen anschließend in das Drogenrehabilitationszentrum der Stadt Lanzhou. Er blieb bis zum 27. Oktober inhaftiert, dem Ende des Volkskongresses.

Im Vorfeld des 19. Volkskongresses zur Zielscheibe der Staatssicherheit

Als der 19. Parteitag am 18. Oktober eröffnet werden sollte, erließ die Stadtverwaltung von Lanzhou einen Beschluss, alle Einheimischen daran zu hindern, nach Peking zu gehen, um dort zu appellieren.

Herr Chen wurde zur Zielscheibe der Polizei, weil die Polizei befürchtete, dass er um den 19. Parteitag herum nach Peking gehen würde, um Gerechtigkeit für seine Mutter zu erwirken.

Er hatte geplant, am 15. Oktober nach Peking zu fliegen, um an einer dreitägigen Schulung seines Arbeitgebers teilzunehmen. Da Chinas Fluggesellschaften verpflichtet sind, alle drei Tage die Fluginformationen der Passagiere den Behörden zu melden, sah die Polizei von Lanzhou den Namen von Herrn Chen auf der Liste der Flugblätter auftauchen und vermutete, dass er nach Peking gehen würde, um für seine Mutter zu appellieren.


Chinesische Version

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