Europäische Konferenz zum Erfahrungsaustausch in Paris: "Unser wahres Selbst finden und die Arrangements der alten Mächte ablehnen"

Respektvolle Grüße an den Meister,

Grüße an die Mitpraktizierenden,

ich möchte heute über ernste Angelegenheiten sprechen, die mir erst kürzlich klar wurden, in der Hoffnung, dass sie anderen Praktizierenden in derselben Situation helfen können.

Seitdem ich 1998 mit der Kultivierung von Falun Dafa begonnen habe, konnte ich während den Übungen nicht aufhören zu denken. Ich wusste, dass der Meister in Bezug auf die Ausführung der Übungen sagte:

„…am besten an gar nichts denken.“ (Zhuan Falun)

Am Anfang schenkte ich dem keine große Aufmerksamkeit, aber dann geriet ich in diese Situation.

Ich habe die Übungen immer genossen. Wenn meine Gedanken relativ ruhig waren, war ich in der Lage, klar zu sehen und sogar Lösungen für Probleme zu finden, die während meiner Arbeit für die Dafa-Projekte oder in meinem täglichen Leben auftauchten. Faktisch war der Zustand, in dem ich mich befand, nicht weit entfernt vom „unbewusst häretisches Fa üben“, den der Meister im Zhuan Falun beschreibt. Von Zeit zu Zeit nickte ich während der Meditation ein oder war beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken oder beim Fa-Lernen unkonzentriert.

Letztendlich realisierte ich, dass ich den alltäglichen Dingen zu viel Aufmerksamkeit schenkte. Sogar, wenn ich die vom Meister geforderten drei Dinge erledigte, wurde ich von menschlichen Vorstellungen geleitet, anstatt meine eigene Kultivierung an die erste Stelle zu setzen und zu versuchen, mein wahres Selbst wiederzufinden.

Es war, wie der Meister in Zhuan Falun II sagt:

„Dein Selbst ist dein ursprüngliches Selbst, es bleibt unverändert. Aber die Menschen bilden leicht eine Anschauung, wenn sie Dinge verstehen lernen, und diese Anschauung ist nicht das Selbst … Diese Anschauungen lenken die Menschen nicht nur ein Leben lang, sondern für immer. Erst wenn es Veränderungen gibt, werden sie beseitigt. Wenn diese Anschauungen immer stärker werden, hat ein Mensch sein Selbst wirklich nicht mehr.“

Nachdem ich die Worte des Meisters viele Male gelesen hatte, verstand ich, dass ich die menschlichen Vorstellungen als Teil meines Selbst angesehen hatte. Diese Vorstellungen waren tief in mir vergraben. Ich konnte menschliche Zuneigungen und Vorstellungen nicht von meinem wahren Selbst unterscheiden. Sogar, wenn wir die wahren Umstände erklären, häufig das Fa lernen, bestimmte Dinge verstanden haben und beim Sprechen über die Fa-Prinzipien recht redegewandt sind, ist das unzureichend, solange unsere menschlichen Vorstellungen stark sind.

In den vergangenen Jahren der Kultivierung hatte ich den Eindruck voranzukommen. Ich fühlte mich so, als würde ich in einer Muschel stehen, von der aus ich die Außenwelt durch ihre transparenten Wände hindurch beobachten konnte, ohne sie zu verlassen. Diese Schale bestand aus menschlichen Vorstellungen, die mir erlaubten, einige Fa-Prinzipien zu verstehen, aber sie hinderten mich daran, so zuverlässig in meiner Kultivierung zu sein, wie ich es sein sollte, um schnell auf höhere Ebenen zu gelangen. Um dies zu erreichen, brauchen wir eine Veränderung – wir müssen uns von solch einer Schale befreien.

Der Meister sagte:

„Wenn ihr die menschlichen Prinzipien nicht ändern wollt, die schon seit Jahrtausenden in euren Knochen eingeprägt sind, könnt ihr die menschliche Schale auf der Oberfläche nicht abschütteln und die Vollendung nicht erlangen.“ (Wachsame Worte, 1996, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Als Praktizierende wissen wir, dass wir an das Fa glauben und nach ihm leben müssen. Wir wissen, dass jeder unserer Gedanken auf dem Fa basieren sollte. Wir sollten zu jeder Zeit alles beurteilen, wann wir gegen die höchsten Prinzipien von Zhen, Shan, Ren handeln und wann wir starke, aufrichtige Gedanken haben. Das ist etwas, über das wir häufig sprechen, ich aber habe es nicht unbedingt in die Tat umgesetzt.

Meiner Meinung nach besteht einer der wichtigsten Schritte, um die „menschliche Logik zu ändern“ und aus der Schale der Vorstellungen herauszukommen, in dem Verzicht auf den stärksten menschlichen Eigensinn, nämlich der Vorstellung von Leben und Tod. Ich denke, dass sie wie ein eisernes Tor ist, das die menschliche Ebene von den höheren Ebenen trennt. In der Tat hat diese menschliche Vorstellung von Leben und Tod nichts mit uns zu tun.

Der Meister sagte:

„Dein gesamtes Leben ist gleichzeitig aus mikroskopischsten bis zu oberflächlichen Teilen zusammengesetzt. Dein Leben besteht deshalb nicht nur aus oberflächlichen Zellen, nicht aus dieser einen Schicht. Wenn vom menschlichen Leben die Rede ist, ist von der Oberfläche her gesehen nur eine Haut entzogen worden. Bei der Wiedergeburt wird die Haut erneut ausgewechselt. Aber das wahre Du kann unmöglich unter der Erde verfaulen. Die Erde kann kein Atom auflösen, sie kann nicht einmal ein Molekül auflösen.“ (Was ist ein Dafa-Jünger, 29.08.2011)

So wie ich es sehe, bedeutet das Durchbrechen der Vorstellungen von Leben und Tod die wirkliche Öffnung des Weges zu einer aufrichtigen Kultivierung. Ich denke, wenn wir eines Tages durch dieses Tor gehen, wird es für uns einfacher sein, andere Meinungen zu beseitigen, unreine Gedanken, die von den alten Mächten in unsere Gedanken gesetzt wurden, so wie die alten Mächte äußerst genau alle Details unseres Kultivierens und Praktizierens vorher festgelegt haben, sogar unsere Gedanken.

Der Meister sagte:

„Selbst jede einzelne Bewegung und Handlung, jedes Wort, jede Tat, sogar eine Frage, die du überlegst, ist nicht so simpel. Später werdet ihr sehen, dass alles bis ins Detail geplant ist. Es wurde nicht von mir arrangiert, sondern von solchen alten Mächten.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Florida in den USA, 29.12.2001)

Der Meister sagte auch:

„Natürlich, alles was von den alten Mächten arrangiert ist, erkennen wir nicht an. Ich als Meister erkenne es nicht an, natürlich erkennen die Dafa-Jünger es auch nicht an … Das bedeutet nicht, dass man die von den alten Mächten arrangierten dämonischen Schwierigkeiten anerkannt hat und dass man versucht, unter den von ihnen arrangierten dämonischen Schwierigkeiten es irgendwie gut zu machen, so ist das nicht. Wir verneinen sogar das Auftauchen der alten Mächte selbst und alles, was sie arrangiert haben, auch ihre Existenz erkennen wir nicht an.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz 2004)

Er erklärte auch:

„Das Einzige, was du machen kannst, ist, die alten Mächte nicht zu akzeptieren. Du kannst das System, das sie arrangiert haben, nicht ändern. Der Meister kann es ändern, darf es aber nicht. Denn es ist jetzt schon so weit gekommen, dass alles zerstört würde, wenn dieses System zerstört würde. Alles würde dann zerstört.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz im Westen der USA 2015)

Wenn alles in der menschlichen Welt von den alten Mächten zuvor festgelegt worden ist, bis zu jedem Gegenstand, jeder Bewegung und jeder Sequenz, ist es wichtig, sich dessen bewusst zu sein und jede einzelne Aktion und jeden einzelnen Gedanken zu kultivieren. Nur durch die konsequente Identifizierung unserer schlechten Gedanken und Handlungen sowie durch die aufrichtige Kultivierung sind wir in der Lage, sie zu eliminieren und die Arrangements der alten Mächte abzulehnen, um uns selbst zu verbessern und zu entwickeln.

Schon früher erinnerte ich mich an eine Stelle im Zhuan Falun: „Der gesamte Kultivierungsprozess …“

Und ich kämpfte mit mir selbst, um die Manifestationen meiner verschiedenen Eigensinne zu beseitigen. Ich versuchte nicht, dies oder das zu tun, nicht auf diese oder jene Weise zu handeln. Aber wenn ich dachte, einen Eigensinn losgeworden zu sein, und eine Seite umschlug, bemerkte ich, dass der gleiche Eigensinn schon bald wieder zurückkam. Während ich hauptsächlich die wichtigsten Manifestationen eines Eigensinns, einer Handlung beseitigte, gab ich dem Gedanken weniger Aufmerksamkeit, der die Wurzel eines Eigensinns war.

Letztendlich verstand ich, dass wir nicht eine Handlung beenden müssen, sondern den Gedanken – um ihn aus unserem Verstand zu streichen. Denn ein Gedanke ist ebenfalls materiell, eine Substanz, die von den alten Mächten in uns gelegt wurde. Wenn Gedanken über Ärger, Stolz oder Lust erscheinen, handelt es sich um die „schlechten Substanzen“, welche den von den alten Mächten verursachten Eigensinn hervorrufen. Wir müssen diese Gedanken ablehnen und ablegen.

Der Meister sagte:

„Du musst vor allem die schlechten Gedanken weg kultivieren. Du kannst diese schlechten Dinge beseitigen, weil du sie nicht als dein Selbst anerkennst … Wenn du es mit dem Dafa beurteilst, dann ist es kein schlechter Gedanke von dir. Wenn du dies schaffen kannst, dann kannst du schon unterscheiden: „Oh, dieser Gedanke ist nicht gut, er muss beseitigt werden, weg damit. Ich soll nicht so denken.“ Das an sich ist schon die Beseitigung.“… Die schlechten Gedanken werden Schicht für Schicht beseitigt. Aber ihr sollt das richtig verstehen.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz im Westen der USA, 1999)

Seitdem die alten Mächte komplexe Arrangements für jeden Praktizierenden getroffen haben, sobald unsere Gedanken nicht im Dafa sind, werden unsere Gedanken den Arrangements der alten Mächte folgen. Wenn wir unsere Gedanken nicht mit dem Dafa vergleichen, werden wir nicht in der Lage sein, zwischen unserem wahren Selbst und den von den alten Mächten arrangierten Eigensinnen zu unterscheiden. Andererseits, wenn unsere Gedanken im Dafa sind, ist es genau das, was es uns erlaubt, diese Vorstellungen abzulegen und so die Arrangements der alten Mächte zu negieren.

Nachdem ich die Wichtigkeit eines jeden Gedanken verstanden hatte, begann ich, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. Überdies bemerkte ich, dass wenn mein Herz und meine Gedanken nicht ruhig sind, der erste Gedanke, der erscheint, von menschlichen Vorstellungen und Störungen stammt, die von den alten Mächten verursacht worden sein können.

Der Meister sagte:

„Allerdings zeigt sich ein ruhiges Herz darin, dass man trotz vieler Störungen immer noch sehr ruhig bleibt. Es gibt nicht jene Aufregung und das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden wie bei den gewöhnlichen Menschen usw.“ (Fa-Erklärung in San Francisco 2005)

Folglich ist es wichtig, in allen Situationen ein ruhiges Herz zu bewahren, um in der Lage zu sein, klar zu erkennen, ob mein Denken dem Dafa entspricht, ob er meinem wahren Selbst entspringt oder anderen Dingen entstammt. Wenn der Gedanke nicht gut ist, muss er sofort abgelehnt, eliminiert werden.

Wenn wir das nicht immer schaffen, können wir uns einen Moment Zeit nehmen, um vor dem Schlafengehen zu prüfen, was wir tagsüber gemacht haben. Wenn wir herausfinden, dass wir im Laufe des Tages etwas gedacht oder gemacht haben, das nicht dem Dafa entspricht sondern den Arrangements der alten Mächte, sollten wir das erkennen und das nächste Mal beseitigen.

Ich möchte meinen Bericht mit einem Gedicht des Meisters beenden:

Solide kultivieren:

„Fa lernen, Fa erhalten,

Das Lernen vergleichen, kultivieren vergleichen,

Jede Tat danach richten

Das erreichen ist kultivieren. “

(07.10.1994, in: Hong Yin I)

So wie ich es verstehe, bedeutet: „Jede Tat danach richten …“ ebenfalls, seine Gedanken zu prüfen und daraus Handlungen entsprechend dem Fa abzuleiten. Durch wiederholte Reflexion und wiederholtes Korrigieren können wir dem Fa jeden Tag näherkommen und uns immer mehr den Prinzipien des Universums angleichen.

Danke dem Meister! Danke den Mitpraktizierenden!

Texte und Informationen von dieser Website können mit Quellenangabe grundsätzlich weiterverwendet werden.