Nach Operation in Koma - trotzdem keine Haftaussetzung

Seit Mai 2016 befindet sich Herr Hu Guojian in Koma. Nach mehreren Monaten im Krankenhaus wurde er trotz seines vegetativen Zustandes aus dem Krankenhaus entlassen und wieder ins Gefängnis gebracht, wo er die restliche Haftstrafe abbüßen sollte. Zu diesem Zwecke hat das Gefängnis extra medizinisches Personal eingestellt, das sich um Herrn Hu kümmern soll.


Hu Guojian ist eilig vom Gefängnis ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem er plötzlich ins Koma gefallen war.

Wie kam es zu dem Koma-Zustand?

Am 26. Mai 2016 wurde Herr Hu eilig ins Krankenhaus gebracht, nachdem er im Gefängnis Benxi plötzlich das Bewusstsein verloren hatte. Die Ärzte stellten eine schwere Gehirnblutung fest und operierten ihn. Seit der Operation ist er nicht mehr zu Bewusstsein gekommen.

2015 war Herr Hu verhaftet worden, weil er Informationsmaterialien über die Verfolgung von Falun Gong verteilt hatte. Daraufhin hatte man ihn zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Als ihn seine Frau am 23. Mai 2016 im Gefängnis Benxi besuchte, hatte er fast die Hälfte seines Körpergewichts verloren. Er war abgemagert, hatte Symptome eines Schlaganfalls und Schwierigkeiten beim Laufen.

Hus Familie bemühte sich um eine Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung.

Hus Angehörigen suchten die Polizei auf, die Haftanstalt, die Staatsanwaltschaft und das Gericht, um für ihn eine Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung zu erwirken. Doch keine der genannten Stellen wollte ihnen helfen.

Die Verfolgung von Herrn Hu ist für die Familie ein großes Unglück. Seit dem Beginn der Verfolgung von Falun Gong im Jahr 1999 saß Herr Hu insgesamt zwölf Jahre lang im Gefängnis. Um die Familie zu versorgen und ihr Kind großzuziehen, musste seine Frau viel Verantwortung alleine tragen.

Seine Frau erinnert sich an die Not der Familie

„Im Jahr 2000“, erzählt sie, „als mein Mann zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde, war unser Sohn erst drei Jahre alt. Er hatte schreckliche Angst und hat so sehr geweint, dass seine Stimmbänder dabei schwer geschädigt wurden. Als er in die Grundschule kam, beschrieb er seiner Lehrerin in einem Brief seine Verzweiflung angesichts der Gefängnisstrafe seines Vaters. Es brach mir das Herz, als ich davon erfuhr.

Diese zehn Jahre waren wirklich sehr schwer für uns. Da ich keine besonderen Fähigkeiten und keine hohe Bildung habe, hatte ich einen schlecht bezahlten Job und musste viel arbeiten. Mein Einkommen reichte kaum, um meine Familie zu versorgen.

Wir lebten in einer knapp 30 Quadratmeter großen Wohnung, für die ich damals kaum Möbel anschaffen konnte. Ich sehnte mich jeden Tag nach der Rückkehr meines Mannes. Und als er schließlich freigelassen wurde und in so einer schrecklichen Verfassung vor uns stand, waren wir alle entsetzt und am Boden zerstört.

Jetzt ist mein Mann wieder im Gefängnis und liegt im Koma. Unser Sohn, der mittlerweile auf die Universität geht, fragt mich immer nach ihm. Zu all dem kommt hinzu, dass ich mich um meine bettlägerige Schwiegermutter kümmern muss. Ich sage mir oft, dass ich stark sein muss, weil mich meine Familie braucht.“


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