Provinz Guangdong: Nach Aufhebung des ursprünglichen Urteils jetzt erneut vor Gericht

Die Falun-Gong-Praktizierende und Englischlehrerin Wang Lilin kommt aus der Stadt Shenzhen in der Provinz Guangdong. Beamte der Polizeiwache Nanzhen im Bezirk Baoan in der Stadt Shenzhen nahmen sie am 25. Mai 2016 wegen ihres Glaubens fest. Am 27. Dezember 2016 verurteilte das Bezirksgericht Baoan Wang zu 18 Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 1.000 Yuan (ca. 130 EUR) [1].

Wang legte Berufung ein. Darin berief sie sich auf die in der chinesischen Verfassung garantierten Glaubensfreiheit. Das Mittlere Gericht in Shenzhen hob das Urteil auf, weil es keine offene Verhandlung gegeben hatte. Die Verordnung für eine offene Verhandlung erfordert, dass allen beteiligten Parteien mindestens drei Tage davor das Verhandlungsdatum, der Ablauf und der Ort bekanntgegeben wird. Dem war nicht entsprochen worden.

Die Neuverhandlung wurde für März 2017 anberaumt.

Wiederaufnahmeverfahren von Wangs Fall

Wang stand am 5. Mai 2017 erneut vor dem Bezirksgericht Baoan. Um 9:00 Uhr positionierten sich etliche Polizisten vor dem Gerichtsgebäude und hielten ihre Verwandten und Freunde ab, die Anhörung zu besuchen. „Freiwillige“ durften jedoch in den Gerichtssaal, wogegen Wangs Anwalt protestierte. Nach der Verhandlung wurden diese „Freiwilligen“ für ihren Besuch bezahlt.

Wang erklärte bei der Verhandlung, dass es kein Verbrechen sei, Falun Gong zu praktizieren oder an Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht, den Prinzipien von Falun Gong, zu glauben.

Wangs Anwalt fragte: „Sind Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht nicht die Essenz der chinesischen Kultur? Ist es nicht gut, diesen Prinzipien zu folgen?“

Ihr Anwalt erklärte, dass sie unbestreitbar unschuldig sei und gab eine Beschreibung von ihr ab: „Wang ist 40 Jahre alt und wurde in der Stadt Weifang in der Provinz Shandong geboren. Sie schloss ein Studium für Architektur an der Universität Harbin ab und zog nach Shenzhen, um dort zu arbeiten. Von ihren Kollegen wird sie sehr respektiert.

Das Praktizieren von Falun Gong liegt im Bereich der Religion“, erklärte der Anwalt. „Falun Gong kann helfen, gesund zu werden und die Moral zu erhöhen. Keine dieser Dinge schädigt die Gesellschaft. Wang gehört keiner Organisation an und wird auch von keiner Organisation benutzt. Welches Gesetz oder welche Regel hat sie gebrochen? Somit kann das Verbrechen, eine Kultorganisation zu benutzen, um das Gesetz zu unterminieren, nicht bewiesen werden.“

Er erwähnte auch, dass seit 2016 viele Fälle von Falun-Gong-Praktizierenden im ganzen Land abgewiesen worden seien. Er fände es angebracht, Wang für nicht schuldig zu erklären und sie freizulassen.


[1] Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters beträgt in den Städten Chinas monatlich umgerechnet etwa 300 EUR.

Englische Version:
http://en.minghui.org/html/articles/2017/5/28/164033.html

Chinesische Version:
http://www.minghui.org/mh/articles/2017/5/10/原判被撤销-深圳女教师王利林再次被非法开庭-347418.html

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