Provinz Jilin: Bericht einer mutigen Frau: Durch jahrelange Folter und giftige Injektionen mehrmals in Lebensgefahr

Ich bin Sun Shuying, 64, und arbeitete früher in einer Autofabrik im Nordosten Chinas. Weil ich an Falun Dafa glaube, wurde ich sieben Mal verhaftet und für zehn Jahre inhaftiert. Die Schläge und die grausame Folter, die ich in der Haft erlebt habe, brachten mich fast um.

Bevor ich 1998 Falun Dafa zu praktizieren begann, hatte ich viele gesundheitliche Probleme, einschließlich einer Zentralen Nervenkompression. Als ich Falun Dafa praktizierte, erholte ich mich innerhalb von 18 Tagen. Dafa hat mein Leben gerettet, dafür bin ich sehr dankbar.

Für Gerechtigkeit appelliert

Im Jahr 1999 begann Jiang Zemin, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas, seine Verfolgungskampagne gegen Falun Dafa.

Darauf ging ich zur Stadtverwaltung Changchun, um mich für Falun Dafa einzusetzen. Ich wurde 18 Tage lang in der Polizeistation inhaftiert und dort geschlagen.

Anschließend wollte ich in Peking für Falun Dafa appellieren. Am Bahnhof in Changchun wurde ich aufgehalten, verhaftet und für 15 Tage eingesperrt. Beim zweiten Mal wurde ich wieder in Changchun aufgehalten und verhaftet. Aus Protest trat ich für 18 Tage in einen Hungerstreik, danach wurde ich freigelassen.

Bei meinem dritten Versuch, im November 1999, schaffte ich es nach Peking. Ich hielt auf dem Platz des Himmlischen Friedens ein Spruchband hoch mit „Falun Dafa ist gut“. Ein Polizist trat mich so fest, dass ich umfiel und mehrere Meter weit weggeschleudert wurde.

Das Polizeiamt von Changchun setzte 30.000 Yuan (ca. 4.290 €) [1] Belohnung aus, um meinen Aufenthaltsort ausfindig zu machen. Mir blieb keine andere Wahl als unterzutauchen. Ich ging in die Innere Mongolei.

Zwangsarbeitslager: Gefoltert bis an die Schwelle des Todes

Am 21. Juni 2001 wurde ich beim Verteilen von Informationsmaterialien über Falun Dafa und die Verfolgung verhaftet. Die Polizisten beschlagnahmten von mir 7.000 Yuan.

In der Polizeistation in der Inneren Mongolei durfte ich mich nicht setzen. Die Polizisten schlugen mir ins Gesicht, auf den Kopf und auf die Augen. Sie packten mich an den Haaren und schlugen mich mit dem Gesicht mehrmals gegen eine Wand. Ich durfte acht Tage lang nicht schlafen. Am achten Tag war ich äußerst schwach und konnte kaum meine Augen offen halten.

Ein Polizist sprang in die Luft und trat mir mit Wucht in die Brust. Nach dem Tritt fiel ich zu Boden, rang nach Luft und konnte meine Gliedmaßen nicht mehr spüren. Es dauerte ziemlich lange, bis ich mich wieder konzentrieren konnte.

Als der Polizeichef sah, dass mein Zustand lebensbedrohlich war, ließ er die Schläge einstellen.

Später brachte man mich nach Changchun zurück. An einem geheimen Ort wurde ich von Polizisten rund um die Uhr geschlagen. Später folterten sie mich noch grausamer. Sie fesselten meine Hände auf den Rücken und zwangen mich, meine Beine durchzustrecken und nach vorne zu beugen. Dann drückten sie meine Hände gerade nach oben und nannten es „Flugzeug fliegen“.

Ich schwitzte sehr stark, konnte nicht sprechen und fühlte mich dem Tode nahe. Eine Polizistin sah, dass etwas nicht stimmte, und beendete die Folter.


Folterdarstellung: Flugzeug fliegen

Später brachten sie mich in die Haftanstalt Tiebei und sperrten mich dort in einen Eisenkäfig ein. Ich rief allen Polizisten, die die Haftanstalt besuchten, zu: „Falun Dafa ist gut!“ Dafür bestrafte mich der Gefängnisdirektor.

Die Wärter legten einen 30 kg schweren Eisenblock auf mich, fesselten meine Füße in Eisenschuhen, hängten mir eine Eisenkette um den Hals und fesselten meine Hände hinter meinem Rücken mit einer weiteren Eisenkette. Ich konnte mich überhaupt nicht bewegen und musste gefüttert werden.

Die Behörden verurteilten mich zu zwei Jahren Zwangsarbeitslager. Sie brachten mich in das Zwangsarbeitslager Heizuizi in Changchun.

Aus Protest gegen die Folter trat ich in einen Hungerstreik. Die Wärter ließen mich von acht Häftlingen zwangsernähren. Sie drückten mich auf eine Bank und eine Gefangene (sie wog über 90 Kilo) setzte sich auf meinen Magen. Sie steckten einen Schlauch durch meine Nase, konnten mich aber nicht ernähren.

Die Wärter schockten mich auch viele Male mit elektrischen Schlagstöcken.

Am chinesischen Neujahr 2012 hatte ich plötzlich starke Bauchschmerzen. Man brachte mich in ein Krankenhaus und diagnostizierte bei mir Nierensteine und Harnstauungsniere, die bei nicht korrekter Behandlung zu Nierenversagen führen kann. Ich erhielt Infusionen, aber auch nach zehn Stunden ließen die Schmerzen nicht nach. Dann wurde ich ohnmächtig. Ein Arzt öffnete meine Augenlider und sagte, ich würde sterben. Um 2:30 Uhr nachts wurde meine Schwester angerufen, damit sie mich nach Hause holte.

Zu Hause praktizierte ich weiter Falun Dafa und erholte mich letztendlich wieder.

Haftanstalt: Giftige Substanzen gespritzt

Im Jahr 2005 wurde ich erneut verhaftet.

In der Polizeistation der Ersten Automobilgruppe, meiner damaligen Arbeitsstelle, wurde ich drei Tage lang geschlagen. Durch die Tritte der Polizisten war meine linke Wade schwer verletzt. In dieser Zeit durfte ich keine Toilette benutzen.

Schlussendlich erlitt ich einen Herzinfarkt und die Polizisten brachten mich eilig zur Behandlung ins Krankenhaus. Später brachte man mich in die Haftanstalt Nr. 3 von Changchun zurück.

Aus Protest gegen die Folter trat ich erneut in einen Hungerstreik. Ich wurde von den Wärtern zwangsernährt. Danach fiel mein Blutdruck auf null; die Wärter gerieten in Panik und brachten mich ins Krankenhaus.

Die Ärzte befürchteten, dass ich sterben würde und lehnten meine Aufnahme ab. Aber die Polizisten zwangen sie, mich aufzunehmen.

Danach kamen Polizeiärzte. Ich erhielt 18 Tage lang Infusionen, dabei schwoll mein Körper sehr stark an. Ich hörte die Leute sagen, dass eine andere Person nach den Infusionen verrückt geworden war, weil sie die Schmerzen nicht mehr ertragen konnte. Sie hatte Selbstmord begangen.

Weil ich sehr stark an Gewicht zunahm, wusste ich, dass die Infusionen auch giftige Substanzen enthielten. Ich zog die Nadel heraus.

Nach einer Untersuchung sagte der Polizeiarzt zu einer Mitgefangenen: „Fett sein wird sie nicht umbringen. Doch sie hat sehr viele rote Punkte am Rücken. So eine Nesselsucht kann lebensbedrohlich sein.“

Viele Mitgefangene appellierten an die Wärter, die Infusionen zu beenden, worauf die Polizeiärzte die Behandlung abbrachen. Mein gesamter Körper war rot und geschwollen und juckte extrem.

Gerichtsverhandlung: Mund zugeklebt und in den Gerichtssaal getragen

Am 29. Dezember 2005 war der erste Anhörungstermin vor dem Bezirksgericht Luuyuan. Sobald ich das Gericht batrat, rief ich: „Falun Dafa ist gut!“. Mehrere Polizisten kamen und klebten mir den Mund mit einem Klebeband zu.

Die zweite Anhörung fand am 2. Juni 2005 statt. An diesem Tag war mein Herzschlag nicht zu spüren und ich war äußerst blass. Trotzdem wurde die Anhörung nicht verschoben. Sie legten mir eine Infusion, fuhren mich im Krankenwagen zum Gericht und trugen mich in den Gerichtssaal.

Als sie mich in die Haftanstalt zurückbrachten, war wieder kein Herzschlag festzustellen.

Gefängnis: Gelähmt und dem Tode nahe

Das Gericht verurteilte mich zu zehn Jahren Gefängnis. Am 21. Juni 2006 wurde ich in das Gefängnis Heizuizi in Changchun gebracht.

Die Wärter befahlen den Häftlingen, mich dazu zu bringen, meinen Glauben aufzugeben. Die Häftlinge drückten mich auf den Boden und schlugen mich. Erst als sie müde wurden, hörten sie auf damit.

Meine Haut juckte noch sehr stark. Die Wärter befahlen den Häftlingen, meinen Körper mit Salzwasser, scharfem Chilipulver und Essig einzureiben, was unerträglich schmerzhaft war.

Die Häftlinge verboten mir fünf Tage lang, die Toilette zu benutzen. Dann zwangen sie mich, 49 Tage am Stück zu stehen mit nur einer Stunde Schlaf pro Tag. Am Ende konnte ich meine Augen nicht mehr offenhalten, mein Gehirn funktionierte nicht mehr und ich konnte nicht mehr klar sehen.

Mein Körper war von Blasen und Infektionen bedeckt. Nicht einmal die Gefängnisärztin wusste, wie sie es behandeln sollte. Sie warnte mich, dass ich bald sterben könnte.

Ich sagte, dass es mir gut gehen würde, wenn man mich freilassen würde, doch die Beamten weigerten sich.

Dann bat ich sie, durch Schröpfen das Gift aus meinem Körper zu holen, eine Behandlungsmethode der traditionellen chinesischen Medizin. Die Ärztin machte das drei Mal. Die Prozedur war zwar schmerzhaft, aber wirkungsvoll.

Eines Tages spürte ich große Schmerzen in der Wirbelsäule, so als würde ich mit einer Nadel gestochen. Ich konnte mich nicht mehr bewegen und war auf andere angewiesen, um mich im Bett umzudrehen.

Trotzdem hielt ich an meinem Glauben an Falun Dafa fest und sagte mir, dass alles gut werden würde. Da ich noch meine Hände bewegen konnte, probierte ich solange, bis ich meinen Körper ein bisschen vorwärts ziehen konnte. Später wurde der Energiefluss in meinem Rücken frei und ich konnte mich wieder besser bewegen.

Die Wärter boten mir an, mich zur medizinischen Behandlung freizulassen, wenn ich eine Erklärung unterschriebe, dass ich Falun Dafa aufgeben würde. Ich weigerte mich.

Im Jahr 2014 – nach achteinhalb Jahren Haft – ließ man mich aus dem Gefängnis frei.

Verhaftet und freigelassen

Gemeinsam mit einer Mitpraktizierenden mieteten wir ein Haus in einem Dorf. Durch das Praktizieren der Falun Dafa-Übungen wurde ich wieder vollständig gesund.

Am 17. Juli 2014 wurden wir erneut verhaftet. Da bei mir ein Schlaganfall, Hirnversagen und Zerebralparese diagnostiziert wurde, ließen mich die Polizisten wieder frei.

Aber sie kamen oft zu mir, um mich zu schikanieren und so tauchte ich wieder unter.

Familie zerbrochen

Meine wiederholten Verhaftungen brachten meiner Mutter sehr viel Kummer. Sie machte sich ständig Sorgen um mich und konnte nicht gut schlafen. Sie starb während ich im Gefängnis war.

Meine ältere Schwester war so erschüttert über den Tod unserer Mutter, dass sie depressiv und krank wurde. Sie starb ebenfalls.

Mein Mann wurde von der Polizei so eingeschüchtert und bedroht, dass er die Scheidung beantragte. Die Polizisten sagten mir, dass ich ins Gefängnis käme, sobald ich Ansprüche auf das Haus oder Geld verlangen würde. In dem Gerichtsurteil wurde unser gesamtes Vermögen meinem Mann zugesprochen.

Aus Angst vor den Schikanen der Polizei wagte es meine Schwiegertochter nicht, mich nach meiner Entlassung bei ihrer Familie wohnen zu lassen. Mein Sohn mietete mir vier Mal eine Wohnung. Irgendwann ging ich dann weg und schlug mich alleine durch.

[1] Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeiters beträgt in den Städten Chinas monatlich umgerechnet etwa 300,- €

Englische Version:
http://en.minghui.org/html/articles/2017/4/1/162691.html

Chinesische Version:
http://www.minghui.org/mh/articles/2017/3/14/长春孙淑英遭迫害九死一生-344168.html

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