Sich von der Bequemlichkeit befreien

In letzter Zeit war mein Kultivierungszustand nicht besonders gut. Ich schaute nach innen und stellte fest, dass ich es lieber etwas bequemer haben wollte. In den vergangenen Jahren dachte ich oft: „Müde? Mach' einfach eine Pause!”

Anstatt diesen Gedanken loszulassen, gab ich mich ihm hin. Wenn morgens der Wecker klingelte, stellte ich den Alarmknopf ab und schlief einfach weiter. So übte ich nicht jeden Tag.

Es war fast so, als hätte ich zwei Stimmen in meinem Kopf: Die eine sagte, dass ich eine fleißige Praktizierende sein sollte, und die andere sagte, dass ich eine Pause machen sollte.

Obwohl ich wusste, dass mein Kultivierungszustand nicht gut war, konnte ich mich nur schwer davon befreien.

Auch in den Wintermonaten schaffte ich es nicht, die Übungen zu machen, weil ich Angst vor der Kälte hatte. Als ich nach innen schaute, bemerkte ich, dass mein Hauptbewusstsein meinen Körper kaum mehr kontrollierte.

Der Meister sagte:

„Mancher hat kein starkes Hauptbewusstsein, er folgt dem Gedankenkarma und tut Schlechtes, dann ist er ruiniert und fällt herunter. Aber die meisten können es mit ihren starken subjektiven Gedanken (einem starken Hauptbewusstsein) verdrängen und ihm entgegenwirken. Das bedeutet, dass dieser Mensch zu erlösen ist und Gutes von Schlechtem unterscheiden kann, das heißt auch, dass er ein gutes Erleuchtungsvermögen hat. Mein Fashen wird ihm dann helfen, den größten Teil dieses Gedankenkarmas zu beseitigen. So etwas kommt oft vor. Wenn das auftaucht, hängt es davon ab, ob man selbst diese schlechten Gedanken besiegen kann. Bei denjenigen, die standhaft bleiben können, kann das Karma beseitigt werden.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, Seite 215)

Nachdem ich diesen Abschnitt gelesen hatte, erwachte ich aus meiner Benommenheit und erinnerte mich an eine Begebenheit in meiner Grundschulzeit. Damals stand ich um 6:00 Uhr morgens auf, um den Platz vor der Haustür zu reinigen. Meine Tante lobte mich oft dafür.

Zuerst verstand ich nicht, warum ich mich an diesen Vorfall erinnerte. Später wurde mir klar, dass ich frühmorgens bei der Hausarbeit mitgeholfen hatte, weil ich wollte, dass mich meine Tante lobte!

Nun erkannte ich den Grund, weshalb ich früh aufstand, um die Falun Gong-Übungen zu praktizieren. Ich wollte den anderen zeigen, dass ich eine fleißige Praktizierende war.

Der Meister sagte:

„Meister da, ihr voller Zuversicht.Kein Meister, kein Interesse an Kultivierung.Es scheint, ihr kultiviert euch für den Meister oder zum Vergnügen.Die große Schwäche des Durchschnittsmenschen. Shakyamuni, Jesus, Laotse und Konfuzius schon vor 2000 Jahren die Welt verlassen.Ihre Schüler nicht das Gefühl, nichts mehr zu kultivieren, seit der Meister nicht mehr da.Kultivierung, eigene Sache, niemand kann sie übernehmen,äußerlich erklärt der Meister nur das Gebot und die Prinzipien.Herz kultivieren, Begierden aufgeben, Weisheit leuchtet auf, nicht verwirrt,das alles eigene Verantwortung.Für’s Vergnügen gekommen, das Herz sicherlich nicht standhaft.Ins Weltliche eingetreten, eigene Natur vergessen, sicherlich.Keine Standhaftigkeit, nichts erreichen, ein Leben lang.Wer weiß, wann die Schicksalsverbindung wiederkommt. Schwierig!“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun Band II, Standhaft, 1996)

Ich stellte fest, dass ich tatsächlich eine Zeitlang fleißiger war, nachdem meine Mitpraktizierenden mich gelobt hatten. Nach einiger Zeit ließ ich dann jedoch wieder nach.

Tatsache war, dass ich Ruhm und Bequemlichkeit noch nicht aufgegeben hatte. Außerdem stand mir die Bequemlichkeit im Weg und hinderte mich daran, mehr Lebewesen zu erretten.

Der Meister sagte:

„Wenn ihr bisher noch nicht begreift, was Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung bedeutet und nicht aus den dämonischen Schwierigkeiten heraustretet, werdet ihr von der Gesinnung des Trachtens nach Gemütlichkeit auf der Menschenwelt angetrieben, um zu häretischen Erkenntnissen zu kommen. Es schmerzt den Meister immer im Herzen wegen derjenigen, die heruntergefallen sind; sie wurden meistens von dieser Gesinnung angetrieben, so dass sie ruiniert sind.“ (Li Hongzhi, Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung, 15.08.2001, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)

Was ich aus dieser Erfahrung gelernt habe, ist Folgendes: Wir sollten den Kultivierungsweg wirklich schätzen, das Fa gut lernen, die Übungen praktizieren und die wahren Umstände erklären.

Wir müssen die letzte Etappe der Reise gut gehen und dürfen den Meister nicht enttäuschen!

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