Verantwortung in Shen Yun-Projekten übernehmen

Vorgetragen auf der deutschen Fa-Konferenz 2017 in Kassel
 

Liebe Mitpraktizierende,
sehr geehrter Meister,
seitdem Shen Yun vor elf Jahren zum ersten Mal in New York vorgeführt wurde, beteilige ich mich an der Verbreitung von Shen Yun. Dafür reiste ich auch in verschiedene Städte der Welt. Die Form der Aufgaben ist jedes Jahr unterschiedlich, und ich stehe jedes Jahr vor neuen Herausforderungen. In diesem Jahr stand ich vor der ganz neuen Prüfung, mehr Verantwortung zu übernehmen und mich an der Koordination zu beteiligen.

Bitte erlauben Sie mir, im Folgenden über meine Kultivierungserfahrungen der vergangenen drei Monate zu berichten.

Ein Teilchen der Kultivierungsenergie des Meisters

Nachdem sich der Dafa-Verein der deutschsprachigen Schweiz vom Dafa-Verein der Schweiz getrennt hatte, übernahm mein Mann die Aufgabe der Koordination von Shen Yun. Ich dachte zuerst, dass es gut für mich sei. Ich musste sonst immer woanders hinfahren und endlich konnte ich in diesem Jahr von zuhause Shen Yun helfen. Tatsache ist aber, dass ich in diesem Jahr noch weniger Zeit zuhause sein konnte. Am Anfang fand sich niemand, der die Hotline übernehmen wollte. Nachdem mein Mann vergeblich telefoniert hatte, um jemanden für diese Aufgabe zu finden, sagte er mir, dass ich es machen solle. Obwohl ich der Meinung war, dass ich nicht unbedingt dafür geeignet war, konnte ich unter diesem Umständen nur zustimmen. Nach einer Woche sagte mir mein Mann, dass Personal zur Organisation von Verkaufsstellen in Geschäften fehle. Ich bekam dann auch diese Arbeit.

Am Anfang war ich innerlich unausgeglichen. Ich fand, dass es so viele westliche Praktizierende im Koordinationsteam gab und ausgerechnet ich, eine Chinesin, so viele Aufgaben übernehmen musste. Außerdem gehörte ich nicht einmal zum zentralen Koordinationsteam von Shen Yun in Winterthur. Dann dachte ich, wozu brauche ich denn diese Bezeichnung? Der Meister und alle Gottheiten schauen doch zu. Wenn sonst niemand diese Aufgaben macht, dann kann es sein, dass der Meister sie für mich arrangiert hat. Ist es nicht gerade eine Chance für mich, Tugend zu erlangen? Wie kann ich mich wegen Aufgaben innerlich unausgeglichen fühle, die die Gottheiten im Himmel gerne tun würden? Durch Nach-innen-Schauen erkannte ich, dass ich zu sehr auf persönlichen Gewinn und Verlust achtete. Im Endeffekt lag es an meinem Ego.

So begann ich Anfang Oktober mit einem westlichen Praktizierenden, Kontakt mit Geschäften aufzunehmen, um Verkaufsstellen für Shen Yun zu organisieren. Am Anfang hatte ich diese Aufgabe nicht als sehr schwierig erachtet. Jedes Mal wenn wir raus gingen, redete fast immer ich mit den Verantwortlichen der Geschäfte und gab dem westlichen Praktizierenden Aufgaben wie Emails zu schreiben oder zu telefonieren. Weil Deutsch seine Muttersprache ist, war ich der Meinung, dass er es besser machen könne als ich. Aber die Zeit lief und nach einem Monat gab es immer noch kein Ergebnis. Ich wurde unruhig und schaute immer wieder nach Innen. Ich fand das Trachten nach Bequemlichkeit, Angst vor Überlastung, Sorgen, Angst vor Gesichtsverlust, Abhängigkeit und viele andere menschliche Eigensinne. Außerdem fehlte es mir an aufrichtigen Gedanken. Ich schenkte der Aufgabe nicht genug Beachtung und hatte mich nicht genug von Herzen engagiert.

Einmal rief mich der westliche Praktizierende plötzlich an und meinte, dass der Manager eines Geschäftes in zwei Stunden wieder da sein werde. Aber der Praktizierende musste arbeiten und konnte deshalb nicht telefonieren. Er wollte, dass ich den Manager nach zwei Stunden anrief. Ich sendete aufrichtige Gedanken aus und nahm zum ersten Mal bei dieser Aufgabe das Telefon in die Hand. Überraschenderweise sagte der Manager nach ein paar Sätze schon: „Ja, Ok. Ich biete einen kostenlosen Stand an.“ So bekamen wir die erste kostenlose Verkaufsstelle.

Als ich mit dem Telefonat fertig war, dachte ich, dass es Zufall war. Dann erinnerte ich mich daran, dass der Meister gesagt hatte, dass es keine Zufälle gibt. Dieses Erlebnis war ein Hinweis für mich, dass ich mich nicht nach dem Denkmuster eines gewöhnlichen Menschen richten und keine Abhängigkeit von anderen entstehen lassen sollte. Ich hatte doch diese Aufgabe übernommen, dann sollte ich auch hauptsächlich diese Arbeit erledigen, wieso machte ich mich immer von anderen abhängig? Ist das nicht auch ein Anzeichen für unzureichende aufrichtige Gedanken? Seitdem schreibe ich selbst die Emails und telefoniere. Ich bat den westlichen Praktizierenden nur um Korrektur der Grammatik.

So fanden wir innerhalb eines Monats insgesamt sieben kostenlose Promotionsstände in der Schweiz. Mit dem Verantwortlichen des achten Geschäftes habe ich einen Termin für Mitte Januar vereinbart, um über Details zu reden. Die Mitpraktizierende, die mit mir die meisten Verkaufsstellen bekommen hat, spricht kaum Deutsch. Aber sie ist mit dem Herzen dabei und hat keine Anschauungen. Jedes Mal, wenn ich mit anderen redete, stand sie still neben mir und sendete aus. Oft dachten die anderen, dass sie aus dem Ort käme und Deutsch sprechen würde. Sie machte Witze und meinte, wenn die anderen uns beide sehen, würden sie denken, dass sie von uns beiden besser Deutsch sprechen könnte. Sie würden nicht wissen, dass sie nur „Dekoration“ sei. Wir waren glücklich bei der Zusammenarbeit und wir machten fast jedes Mal Fortschritte.

Einmal gingen wir zu einem Geschäft, das zum Unternehmen Migros gehört. Zuvor hatten wir es bei einigen Geschäften von Migros versucht. Sie alle meinten, dass sie eine Zustimmung der Zentrale bräuchten, wenn sie Shen Yun sponsern wollten und dass sie es nicht selbst entscheiden könnten. Der zuständige Mitpraktizierende erklärte mir, dass wir ihre Anforderungen für ein Sponsoring nicht erfüllen würden. Damit war das Thema beendet. Diesmal sahen wir, dass es wieder ein Geschäft von Migros war. Die Mitpraktizierende fragte mich, ob wir es versuchen sollten. Ich antwortete: „Wir fragen, wenn wir schon hier sind. Denk nicht darüber nach.“ Nachdem wir unseren Fall bei der Anmeldung geschildert hatten, meinten sie, dass der Stand bei ihnen sehr viel kosten würde. Als ich das hörte, wusste ich, dass es möglich war. Denn es bedeutete mindestens, dass der Manager in diesem Geschäft selbst entscheiden konnte. Ich erklärte der Frau an der Anmeldung, dass wir eine Non-Profit-Organisation seien und sprach über die Leitlinien von Shen Yun. Sie meinte, dass es nie Sonderkonditionen für die Stände gegeben habe, geschweige denn einen kostenlosen Stand. Ich dachte im Herzen: „Du kannst es nicht entscheiden und ich muss auch nicht mir dir darüber sprechen.“ Dann fragte ich nach einer Möglichkeit, mit dem Zuständigen zu sprechen. Sie gab mir ein Dokument. Ich las es schnell durch und sah, dass auf der letzten Seite zwei Namen mit Kontaktdaten standen, ein Mann und eine Frau. Ich fragte, wer von den beiden zuständig für die Standvermietung sei. Sie antwortete, dass die Frau zuständig sei, aber am Ende müsse der Mann zustimmen. Dann fragte ich, wer von ihnen an diesem Tag vor Ort sei. Sie antwortete: „Der Herr ist im Haus, aber sie müssen zuerst mit der Dame Kontakt aufnehmen und nicht direkt mit dem Geschäftsführer.“ Ich bedankte mich für die Auskunft. Im Herzen dachte ich, dass ich den Manager unbedingt an diesem Tag treffen sollte. Ich nahm das Dokument, drehte mich zu der Mitpraktizierenden um und schlug vor, dass wir uns dort eine Zeitlang hinsetzen und aufrichtige Gedanken aussenden sollten. Dann würde ich den Manager anrufen, dass er herauskäme, um uns zu treffen.

Wir setzten uns auf eine lange Bank in der Nähe der Tür. Ich schaute ins Geschäft hinein und sie in Richtung Tür. Nachdem wir etwa zehn Minuten ausgesendet hatten, kam ein Mann im Anzug von meiner rechten Seite. Er ging zu meiner linken Seite und lächelte mich an. Am Anfang des Aussendens hatte ich ihn nicht beachtet. Als er sich näherte, nickte er mir höflich zu. Plötzlich verstand ich, dass er der Geschäftsführer war. Ich hatte keine Zeit, der Mitpraktizierenden Bescheid zu sagen, sondern stand auf und lief zu ihm und erreichte ihn endlich am anderen Ende des Geschäftes. Ich fragte ihn und er war tatsächlich der Geschäftsführer. Währenddessen eilte die Mitpraktizierende ebenfalls zu uns. Ich erzählte ihm von Shen Yun und zeigte ihm das dreißig Sekunden dauernde Werbevideo und einen Teil der Zuschauerkommentare. Ich bemerkte, dass wir in diesem Moment von einer Art Energie umgeben waren. Als er das Video nur zur Hälfte geschaut hatte, lächelte er mich an und sagte: „Ok, ich biete euch einen kostenlosen Stand an. Am Nachmittag wird mein Assistent mit euch Kontakt aufnehmen.“

In diesem Moment stiegen uns die Tränen in die Augen. Am gleichen Tag gaben uns insgesamt drei Geschäfte einen kostenlosen Stand. Als ich auf dem Rückweg war, dachte ich an den erfolgreichen Tag. Ich warnte mich vor Selbstgefälligkeit und erinnerte mich, dass aller Erfolg der Kraft des Fa entstammt. Ich dachte plötzlich daran, dass der Meister erklärt hatte, dass wir wie seine Kultivierungsenergie sind. Dann sagte ich mir, wenn ich gut gehandelt habe, dann bin ich höchstens ein kleines Teilchen der Kultivierungsenergie des Meisters. Wenn ich es nicht gut gemacht habe, bin ich gar nichts. Mit diesem Gedanken spürte ich einen durchgehenden Energiefluss von Kopf bis Fuß. Wieder stiegen mir Tränen in die Augen.

Verständnis der aufrichtigen Gedanken

So vorbereitet konnten wir Ende November mit den Verkaufsständen in den Geschäften beginnen. Viele Mitpraktizierende machten zum ersten Mal bei Shen Yun mit und ihnen fehlte Erfahrung. Deshalb stellte ich auf Basis meiner Erfahrungen Regeln für die Verkaufsstände auf, um Verluste zu vermeiden. Sie beinhalteten unter anderem:

Keine langen Privatgespräche, in ruhigeren Zeiten Aussenden, keine Beurteilung der Kunden, keine Konflikte mit Mitpraktizierenden am Stand, ständiges Nach-innen-Schauen.

Mit den mehr als zehn Regeln wollte ich unser reines Energiefeld bewahren. Die Mitpraktizierenden waren alle sehr kooperativ. Niemand hatte Einwände und alle hielten sich an die Regeln.

Natürlich gab es auch Momente, in denen ich vor Prüfungen stand. Eines Tages war ich in Bregenz beschäftigt. Als ich nach Winterthur zurückfuhr, war es bereits nach 22:00 Uhr. Ich war sehr müde und wollte mich endlich hinsetzen, um Fa zu lernen. In diesem Moment schickte eine Mitpraktizierende mir eine Nachricht und erklärte, dass sie etwas tun werde. Das Koordinationsteam hatte bereits früher betont, dass man so etwas nicht tun darf. Deshalb wiederholte ich für sie die Anmerkungen des Koordinators. Sie meinte, dass sie das bereits wisse. Sie müsse es aber aus bestimmten Gründen dennoch tun. Da rief ich meinen Mann, den Koordinator, an und fragte, ob es unter diesen Umständen erlaubt sei. Er meinte, dass man es jetzt nicht tun dürfe, später könne man darüber reden. Ich schrieb ihr seine Antwort. Sie antwortete unerwartet, dass sie dann nicht mehr mitmache und es trotzdem tun werde. Als ich das sah, überlegte ich, ob ich sie anrufen solle, um auszutauschen. Dann dachte ich, dass ich an diesem Tag noch kein Fa gelernt hatte und dass das nur eine Störung war. Ich wusste ganz genau, dass die Mitpraktizierende eigentlich gut war. Das Böse hatte nur kurz ihre Lücken ausgenutzt. Deshalb lernte ich mit ruhigem Herzen Fa und sendete danach aus, um ihr bei der Reinigung ihres Feldes zu helfen. Am nächsten Tag war ich mit ihr zusammen an einem Verkaufsstand. Unerwartet sagte sie, sobald wir uns trafen voller Bedauern: „Es tut mir sehr leid. Gestern war alles mein Fehler. Ich konnte nicht bedingungslos kooperieren.“

Ein paar Tage später schickte mir plötzlich ein anderer Praktizierender eine Nachricht und kritisierte, dass ich etwas falsch gemacht hätte. Ich verwendete die gleiche Methode. Nach dem Aussenden schickte er mir eine Nachricht und meinte, dass er meinen Vorschlag unterstütze. Durch diese beiden Erfahrungen verstand ich, dass ich im Umgang mit den Mitpraktizierenden so gut es geht aufrichtige Gedanken bewahren muss. Ich soll das kurzfristige Verhalten der Mitpraktizierenden, die von menschlichen Gesinnungen angetrieben wurden, nicht direkt mit negativen Gedanken beurteilen. Vieles davon lag daran, dass das Böse kurzfristig Lücken bei uns ausgenutzt hat. Wenn es uns gelingt, unsere Herzen unbewegt zu lassen, den Standpunkt der Mitpraktizierenden zu verstehen, ihr kurzfristiges Verhalten mit aufrichtigen Gedanken zu betrachten und ihnen bei der Reinigung von den bösen Faktoren zu helfen, dann lösen sich die unaufrichtigen Erscheinungen in diesem Raum sehr leicht auf. Wenn wir ungeduldig werden und uns hinreißen lassen, dann tappen wir in die Falle des Bösen. Wir schaden dann den Mitpraktizierenden und uns selbst. Im schlimmsten Fall können sogar Verluste bei der Menschenerrettung verursacht werden.
Später übernahm ich einen Teil der Arbeit in der Koordinationsgruppe in Bregenz. Vielleicht lag es daran, dass meine Verantwortung größer wurde und sich der Druck erhöhte, ich konnte mich schnell erhöhen. In den nur drei Monaten bemerkte ich deutlich meine Erhöhung. Ich entdeckte zum Beispiel, dass ich Dinge mit ruhigem Herzen behandeln konnte, die mich zwei Wochen zuvor noch nervös und hilflos gemacht hatten.

Deshalb danke ich dem verehrten Meister für die unschätzbare Chance, Verantwortung zu übernehmen. Ich werde diese Chance gut nutzen und mein Bestes tun, um dem Meister bei der Fa-Berichtigung zu helfen!

Vielen Dank liebe Mitpraktizierende!

Vielen Dank großartiger barmherziger Meister!

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