Den chinesischen Touristen die wahren Umstände erklären

Vorgetragen auf der deutschen Fa-Konferenz 2017 in Kassel
 

Verehrter Meister, liebe Mitpraktizierende,

vor ungefähr einem Jahr gab es eine Umstrukturierung in meiner Abteilung und mein Arbeitgeber fragte mich, ob ich beruflich auch in der Nähe von Frankfurt am Main arbeiten würde, da es in Berlin zu dieser Zeit keine Beschäftigung mehr für mich gäbe. Ich wunderte mich, warum ich plötzlich nach Frankfurt umziehen sollte, da meine Familie und mein Freundeskreis in Berlin waren. Aber da Frankfurt Shen Yun Aufführungen hatte, sah ich es als eine gute Chance, Shen Yun zu unterstützen. So nahm ich das Angebot an. In Frankfurt konnte ich dann sehr schnell eine Unterkunft finden und auch der Umzug verlief problemlos.

In Frankfurt gibt es sehr viele chinesische Touristen und so treffen sich einige örtliche Praktizierende von Montag bis Freitag abends an dem Ort, an dem die Touristenbusse ankommen, um die Chinesen dort zu erreichen. Sie machen zusammen die Übungen, hängen Transparente auf und einige Praktizierende verteilen Zeitungen und spielten Audioaufnahmen mit Hintergrundinformationen zu den wahren Umständen über einen Lautsprecher ab.

Der Meister sagte:

„Im Moment haben die Dafa-Jünger einfach die Menschen zu erretten. Deshalb beobachte ich die ganze Zeit die Lage der Erklärung der wahren Umstände an verschiedenen Orten. An manchen Orten hat man die wahren Umstände sehr gut erklärt. Nun kommen immer mehr Touristengruppen aus China. Es wird arrangiert, dass diese Menschen in einer anderen Umgebung die wahren Begebenheiten erfahren. In Wirklichkeit sind erst die Orte der Erklärung der wahren Umstände die Front, die Front der Erklärung der wahren Umstände. In manchen Regionen hat man das aufgegeben und ist mit anderen Projekten beschäftigt. Natürlich haben andere Projekte auch Effekte und sollen auch gemacht werden. Alle Projekte der Dafa-Jünger erkenne ich an. Alle können bei der Erklärung der wahren Umstände und Menschenerrettung eine Wirkung ausüben. Aber jetzt kommen so viele Touristengruppen, besonders viele von ihnen sind aus China und konnten bisher in China die wahren Umstände nicht erfahren.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der internationalen Fa-Konferenz im Westen der USA 2013, 19.10.2013, Los Angeles)

Ich dachte früher oft an diesen Absatz, hatte aber dann meistens den Gedanken, dass ich als westlicher Praktizierender nicht viel in dieser Hinsicht machen könne, da ich mich mit den Chinesen kaum unterhalten kann. In Frankfurt sah ich die Übungsgruppe als eine wertvolle Möglichkeit, den Chinesen die Tatsachen zu erklären. Daher nahm ich regelmäßig daran teil.

Als die Shen Yun Aufführung vorbei war und es wärmer wurde, kamen mehr und mehr chinesische Touristen nach Frankfurt. Jeden Abend kamen viele Touristengruppen an unserem Übungsplatz vorbei. An einem Tag sah ich, wie ein westlicher Praktizierender den Touristen mit einem Lautsprecher Audioaufnahmen mit Erklärungen zu den wahren Umstände abspielte. Ich war davon sehr inspiriert und wollte das auch gleich ausprobieren. Anfangs hatte ich Angst, den Lautsprecher anzuschalten, da ich nicht wusste, wie die Touristen und die vorbeigehenden Passanten darauf reagieren würden. Nach einer Weile schaltete ich ihn ganz leise ein, doch die Chinesen konnten bei dieser geringen Lautstärke nichts hören. Nach und nach konnte ich die Angst ablegen und erhöhte die Lautstärke. Zu meiner Überraschung blieben die Touristen ganz ruhig und hörten sich die Audioaufnahme an. Ich war sehr glücklich, denn endlich hatte ich einen Weg gefunden, den Touristen die wahren Umstände zu erklären, obwohl ich mich nicht richtig mit ihnen unterhalten konnte.

Je wärmer es wurde, desto mehr Touristengruppen kamen nach Frankfurt. Im Sommer waren an den Samstagabenden manchmal so viele Touristen da, dass der ganze Platz von ihnen ausgefüllt wurde und man für ungefähr eine Stunde ununterbrochen die Audioaufnahmen abspielen konnte. Oft war es so, dass die Touristen auf die Busse warten mussten. Dann setzten sie sich auf die Bänke und hatten genügend Zeit, sich die verschiedenen Audioaufnahmen anzuhören. Obwohl ihr Gesicht meistens unbewegt blieb und man an der Mimik nichts erkennen konnte, wusste ich, dass sie sich die Aufnahmen anhörten, und ich spürte deutlich, dass in den anderen Räumen sehr viel passierte. Ich verstand, dass die Errettung der Chinesen sehr dringend ist.
Der Pass der Gefühle

Nach einigen Wochen in Frankfurt merkte ich sehr schnell, dass mir meine Familie und mein Freundeskreis aus Berlin fehlten und ich fühlte mich oft einsam. Es ist genau, wie der Meister sagt:

„Die Menschen leben eben für Gefühle: Bindungen zwischen den Verwandten, Bindungen zwischen Mann und Frau, Bindungen zu den Eltern, leidenschaftliche Gefühle, Bindungen zu Freunden, beim Tun wird von Gefühlen geredet, nirgendwo kann man sich von Gefühlen trennen; etwas machen wollen oder nicht, sich freuen oder nicht, Liebe und Hass, alles in der gesamten menschlichen Gesellschaft entspringt den Gefühlen.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun, 2012, Seite: 242)

So begann ich, nach einem Job in Berlin zu suchen. Anfangs schickte ich nur ab und zu eine Bewerbung weg, aber mit der Zeit wurde der Eigensinn größer und ich sandte mehr und mehr Bewerbungen los. Ich merkte auch, dass ich mich bei der Arbeit immer schlechter konzentrieren konnte, da ich in Gedanken immer mehr mit der Jobsuche beschäftigt war und auch während der Arbeit oft wegen des neuen Jobs telefonieren musste. Als ich nach einigen Monaten ein Jobangebot bekam und es auch annahm, fühlte ich mich sehr unwohl, da ich bei der neuen Stelle nur insgesamt sechs Monate gearbeitet hatte. Auch einige meiner Kollegen waren über den frühen Wechsel sehr überrascht. Ich spürte zwar, dass mich mein Eigensinn auf Gefühle steuerte, konnte es aber in dem Moment nicht mehr rückgängig machen.

Nachdem ich nach Berlin zurückgekehrt war, rief mich am nächsten Tag abends eine Praktizierende aus Frankfurt an und fragte mich, warum ich nicht bei den Übungen sei. In dieser Woche war gerade eine Messe in Frankfurt und der ganze Platz war voller Chinesen, sodass sie Unterstützung brauchte. Ich war sehr traurig, weil ich nicht helfen konnte, konnte aber nichts machen.

Bei dem neuen Job in Berlin lief es nicht gut und der Arbeitgeber und ich merkten schnell, dass wir nicht zueinander passten. Kollegen meiner alten Arbeitsstelle meldeten sich und sagten, dass sie einen Haufen Arbeit hätten und noch keinen Ersatz für mich hätten finden können. Es war wirklich eine schmerzhafte und gleichzeitig lehrreiche Lektion, bei der ich verstand, dass ich mich bei meinen Handlungen nicht von Gefühlen steuern lassen darf.

Nach den Erfahrungen in Frankfurt verstand ich die Wichtigkeit der Erklärung der wahren Begebenheiten an die chinesischen Touristen und so verstärkten wir unsere Aktivitäten bei der chinesischen Botschaft in Berlin, da hier auch häufig Touristengruppen vorbeikommen. Wir organisierten mehrmals in der Woche regelmäßige zusätzliche Mahnwachen am Abend, da abends oft Touristengruppen kamen, die zum Abendessen ins chinesische Restaurant neben der Botschaft gingen. Auf diese Weise konnten auch die berufstätigen Praktizierenden regelmäßig an der Mahnwache vor der Botschaft teilnehmen und die chinesischen Touristen erreichen.

Als ich vor der chinesischen Botschaft den Lautsprecher benutzte, kam einmal jemand aus dem Geschäft für die chinesischen Touristen auf mich zu und bat mich etwas verärgert, den Lautsprecher nicht mehr zu benutzen und seine Kunden nicht zu stören. Ich war sehr überrascht und konnte im ersten Moment überhaupt nichts darauf erwidern. Als er einige Tage später wieder kam, erklärte ich ihm, dass wir die Chinesen über die Menschenrechtssituation in China informieren möchten und dass sie in China kaum eine Chance hätten, diese Nachrichten zu hören. Ich erklärte ihm, dass wir seine Geschäfte nicht stören wollen und den Lautsprecher auch nicht mehr so stark in die Richtung seines Geschäftes aufdrehen würden. Er nickte mir zu und ging wieder in sein Geschäft zurück.

Einige Wochen später kam noch eine Angestellte aus einem Bürogebäude und sagte, dass sie der Lautsprecher bei der Arbeit stören würde. Nachdem ich ihr unser Anliegen erklärt hatte, zeigte sie sich sofort unterstützend und sagte, dass wir uns auf jeden Fall arrangieren könnten. Ich versprach, dass ich den Lautsprecher nicht mehr so laut in die Richtung ihres Büros aufdrehen würde und so löste sich alles gut auf. Ich verstand, dass man bei der Erklärung der wahren Begebenheiten unbedingt Rücksicht auf das Umfeld nehmen und an die anderen denken muss.

Bei der chinesischen Botschaft in Berlin kommen häufig Gruppen chinesischer Beamte vorbei. Oft hat die ganze Gruppe nur kalte Gesichter und sie nehmen auch keine Zeitungen an. Manchmal fühlte ich mich früher deswegen etwas verzweifelt. Meine Mitpraktizierenden betonten in diesen Momenten, dass die Chinesen sich ja die Audioaufnahme angehört und die Transparente gesehen hätten und dass dies auch eine sehr große Wirkung habe – das gab mir dann wieder Zuversicht.

Der Meister sagte:

„Bei der Fa-Berichtigung sind viele Dinge nicht so einfach und dabei geht es nicht nur um einen Faktor. Die Gottheiten treffen ihre Arrangements mit Rücksicht auf verschiedene Faktoren. Diese Touristen kommen ins Ausland, sie konnten in China die wahren Umstände nicht erfahren. Ist es dann nicht so arrangiert, dass sie im Ausland die wahren Umstände hören sollen? Ihr sollt diese Menschen nicht aufgeben. Deshalb sollen wir die Erklärung der wahren Umstände an den Sehenswürdigkeiten in unterschiedlichen Regionen gut machen.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der internationalen Fa-Konferenz im Westen der USA 2013, 19.10.2013, Los Angeles)

Mit meinem Bericht möchte ich auch die westlichen Praktizierenden ermuntern, an den Aktivitäten teilzunehmen, die sich an die chinesischen Touristen richten. Die Chinesen sind häufig sehr erschüttert, wenn sie sehen, dass auch die Europäer Falun Gong praktizieren und sich gegen die Verfolgung in China einsetzen. So ist der Effekt bei der Aufklärung über die wahren Begebenheiten sehr gut.

Ich danke dem Meister für diese wertvollen Erfahrungen, die ich in diesem Jahr bei der Aufklärung der chinesischen Touristen machen durfte.

Ich danke euch allen.

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